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Hoher Geistlicher des Erzbistums Köln bittet um Beurlaubung

·Lesedauer: 2 Min.

Köln (dpa) - Nach scharfer Kritik an hohen Kosten zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im Erzbistum Köln hat ein enger Mitarbeiter von Kardinal Rainer Maria Woelki um Beurlaubung gebeten.

Der Bitte des Delegaten Markus Hofmann wurde aber nicht entsprochen, wie aus einer Mitteilung des Erzbistums Köln vom Dienstagabend hervorgeht. Stattdessen habe ein übergeordneter Geistlicher angewiesen, den Vorgang dem Vatikan vorzulegen und von einer Beurlaubung des 53-Jährigen abzusehen. Hofmann leitet das Kölner Generalvikariat mit rund 600 Beschäftigten.

Es geht um 2,8 Millionen Euro, die im Zeitraum 2019 bis 2021 unter anderem für zwei juristische Gutachten und Krisenberatung anfielen. Laut «Kölner Stadt-Anzeiger» war es in der Finanzaufsicht des Erzbistums zu einer Art Misstrauensvotum gegen Hofmann gekommen. Ihm wurden vergaberechtliche Fehler vorgehalten. Wie aus der Mitteilung des Erzbistums hervorgeht, gibt es Hinweise darauf, dass zwei Gremien nicht dem Kirchenrecht entsprechend einbezogen wurden. Zwei Kirchenrechtler sollen den Sachverhalt nun prüfen.

Hofmann bedauert hohe Kosten

Hofmann hatte am Wochenende sein Bedauern über die hohen Kosten bekundet, sie aber mit der «medialen Ausnahmesituation» rund um das erste der beiden Gutachten begründet, die ohne externe Hilfe nicht mehr zu handhaben gewesen sei. Die Kosten wurden seinen Angaben zufolge nicht aus Kirchensteuer-Mitteln gedeckt, sondern aus einem «Sondervermögen», das im Wesentlichen durch Abgaben von Klerikern aus vergangenen Jahrzehnten gebildet wurde.

Kardinal Woelki hatte zunächst ein Gutachten zum Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Missbrauchsvorwürfen in Auftrag gegeben. 2020 entschied er allerdings, es vorerst nicht zu veröffentlichen. Er führte dafür rechtliche Gründe an. Stattdessen gab er ein neues Gutachten in Auftrag. Dieses Vorgehen löste eine Welle von Kirchenaustritten aus. Woelki selbst wurde in keinem der beiden Gutachten belastet. Papst Franziskus kam allerdings zu dem Schluss, dass Woelki «schwere Fehler» in der Kommunikation begangen habe. Der Erzbischof blieb im Amt, nimmt aktuell aber eine Auszeit.

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