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H&M will 800 Stellen abbauen – betroffen sind vor allem Mütter und Schwererkrankte

Willy Flemmer
·Freier Autor für Yahoo
·Lesedauer: 3 Min.

H&M will in Deutschland 800 Stellen abbauen. Dabei hat es der Modekonzern offenbar auf junge Mütter und Schwererkrankte abgesehen. Die Empörung über die Pläne ist groß.

Der Modekonzern H&M. (Bild: Getty Images)
Der Modekonzern H&M. (Bild: Getty Images)

Vor dem Hintergrund sinkender Umsätze will der Modekonzern Hennes & Mauritz (H&M) in Deutschland 800 Stellen abbauen. Die Empörung ist besonders mit Blick auf die Mitarbeitergruppen groß, die das schwedische Unternehmen dafür im Visier hat. Gehen sollen vor allem Mitarbeiter, die offenbar am wenigsten zu den Einnahmen des Unternehmens beitragen, also etwa Schwerbehinderte und -erkrankte sowie junge Mütter.

Personalbedarf an Arbeitskräftebedarf anpassen

Business Insider hatte in einer Reihe von Beiträgen über die Pläne berichtet. "Teil der Entlassungsstrategie" von H&M, heißt es, sei ein "Freiwilligenprogramm", bei dem Mitarbeiter gegen Auszahlung einer Abfindung freiwillig gehen sollen. Das Magazin hat Auszüge aus einer entsprechenden Präambel des Programms veröffentlicht, das die Geschäftsleitung dem Gesamtbetriebsrat vorgeschlagen haben soll. Darin werden explizit Mitarbeitergruppen erwähnt wie "langzeiterkrankte", "schwerbehinderte" und solche Mitarbeiter, "die sich derzeit in Elternzeit befinden". Bei der letzten Gruppe handelt es sich vor allem um junge Mütter, wie Business Insider herausgefunden hat.

Auch von den Gründen und Zielen des Programms ist in der Präambel die Rede. Es sei eine Reduzierung des Personaleinsatzes "erforderlich, heißt es, um den Personalbedarf an den Arbeitskräftebedarf anzupassen". Und: "Sofern" die genannten Mitarbeitergruppen "von dem Freiwilligenprogramm Gebrauch machen wollen und von der Arbeitgeberin berücksichtigt werden", würde sich das "Stundenvolumen der Reduzierung" erhöhen. Eine konkrete Stundenanzahl nennt die Präambel nicht, sie ist offenbar an der entsprechenden Stelle der Formulierung nachträglich und abhängig von der Filiale einzutragen.

"Skrupellos" und "schäbig": Deutsche Politiker entsetzt

Die Pläne des Modeunternehmens haben für einen Sturm der Entrüstung gesorgt. Auch in den Reihen der deutschen Politik ist das Entsetzen groß. "Das Verhalten des H&M-Managements ist indiskutabel, skrupellos und ohne jede soziale Verantwortung für die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", sagt Amira Mohamed Ali, Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, zu Business Insider.

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Ihr Parteikollege, der Linken-Vorsitzende Bernd Riexinger, hat seinen Unmut über das Verhalten des Konzerns auf Twitter ausgedrückt. "H&M will 800 Angestellte – vor allem Mütter entlassen, weil diese nicht so flexibel seien", schreibt er. "Welche Sicherung ist bei den H&M-Managern durchgebrannt?" Profit sei nicht alles, die geplanten Kündigungen müssten zurückgenommen werden.

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Katja Mast, hält es für "schäbig und inakzeptabel", wenn H&M "gezielt junge Mütter kündigen will". Dahinter stecke ein "befremdliches Frauen- und Familienbild". Und die Grünen-Politikerin Ekin Deligöz hält die Nachricht für "skandalös", sollte sie sich bestätigen. "Wir hoffen auf eine schnelle Klarstellung des Unternehmens, dass keine Kürzungsmaßnahmen einseitig zu Lasten von Müttern erfolgen werden", sagt die Sprecherin für Familienpolitik der grünen Bundestagsfraktion. Alles andere wäre ein "Armutszeugnis".

Auch Internetnutzer empört

Fassungslos über das Vorgehen von H&M sind auch viele Nutzer sozialer Netzwerke. "Ein Skandal folgt dem anderen", schreibt eine Frau auf Facebook. Eine andere meint, der Modekonzern sei "noch nie ein soziales Unternehmen gewesen". Die Geschäftsführung nutze die "Gunst der Stunde". Ein Nutzer empfiehlt, den Konzern zu "boykottieren". Die "jungen Mütter" könnten "auch wo anders ihre Kleidung kaufen.

Auf Twitter schreibt eine Frau sarkastisch: "hoff sie können noch schnell paar FEMINIST Shirts verkaufen bevor es so weit ist". Eine andere Nutzerin meint auf derselben Plattform: "Boykottiere die seit einer Weile. Auch bei der Fertigung sind sie nicht unbedingt sozial..." Fassungslosigkeit spricht auch aus diesem Kommentar: "Diese verschissenen heuchlerischen misogynen Arschkrampen. Da krieg ich echt den Hass!"

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