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Ein Hauch Bear Stearns liegt in der Luft: Der Tag mit Bloomberg

(Bloomberg) -- Investoren werden gerade sehr unsanft daran erinnert, dass steigende Zinsen durchaus ihren Tribut fordern und dass derzeit allseits beliebte Bankaktien nicht immun gegen diese Auswirkungen sind. Natürlich sind wir von den Abgründen der Globalen Finanzkrise weit entfernt, aber man kann die jüngsten Ereignisse vielleicht schon als “Mini-Black-Swan-Ereignis” bezeichnen, das wieder einmal verdeutlicht, dass Kapitalmärkte auf wackelnde Banken, egal wie klein und wie weit weg, auch 15 Jahre nach der Finanzkrise noch sehr ungut reagieren.

Weitere Artikel von Bloomberg auf Deutsch:

Die Sorgen der kalifornischen Silicon Valley Bank werden optimistischen Anlegern erneut deutlich gemacht haben, wie nah der Bankensektor am Kern dessen ist, was in der Realwirtschaft passiert. Kreditinstitute sind die Hauptnutznießer höherer Zinssätze, aber sie stehen auch an erster Stelle in der Schusslinie, wenn die Dinge aus dem Ruder laufen. Montagfrüh schien das übers Wochenende gezimmerte Notfallpaket der US-Behörden erstmal für Beruhigung zu sorgen.

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Ja, die Bilanzen und Sichteinlagen der heimischen Banken unterscheiden sich von den US-Kollegen und folglich hat Philip Richards von Bloomberg Intelligence wohl recht mit der Aussage, dass ein ähnlich gelagerter Falls in Europe eher unwahrscheinlich ist. Aber dennoch sollten Investoren bedenken, dass die großen Bestände von Staatsanleihen in den Bankbilanzen, steigende Zinsen für Immokredite und das Auslaufen der TLTRO-Finanzierungen auch hier Risiken für den Bankensektor darstellen. Bezüglich der Eigenanlagen bei Sparkassen und Genobanken warnten schon sowohl Bundesbank als auch Bafin. Bei einem Kursplus des Bankensektors von gut 50% seit Oktober mag auch mancher mal den ein oder anderen Euro an Gewinnen mitnehmen. Also keine Panik — aber die Bankrally dürfte wohl erstmal zu Ende sein.

AKTUELLE MELDUNGEN:

  • Nach dem Zusammenbruch der Silicon Valley Bank arbeiten die US-Behörden mit Hochdruck daran, die Nervosität bezüglich der Gesundheit des Finanzsystems einzudämmen.

  • In den USA ist die dritte Bank in Folge kollabiert. Am Sonntag wurde von den Aufsichtsbehörden die im Kryptosektor engagierte Signature Bank geschlossen.

  • Die SAP ist ihren Qualtrics-Anteil losgeworden. Finanzinvestoren wollen den Marktforschungsspezialisten von der Börse nehmen und kaufen den Walldorfern ihren Anteil für rund $7,7 Milliarden ab.

  • Die Europäische Union überlegt einen Kompromissvorschlag in dem Gerangel um das Aus für Verbrennermotoren.

ANALYSEN:

  • Der Frühling steht bevor und in der deutschen Wirtschaft macht sich leiser Optimismus breit.

  • Trotz der Bemühungen der US-Behörden, die Zuversicht in das Bankensystem zu stützen, werden nach Ansicht von Hedgefonds-Manager Bill Ackman wohl weitere Institute kollabieren.

AKTIENMÄRKTE | Während in den USA eine dritte Bank kollabiert ist, stützen die Maßnahmen von Seiten der Regierung, Federal Reserve und Einlagensicherung die Börsenstimmung. Die US-Börsenfutures tendieren sehr fest, für Europa zeichnet sich ein etwas festerer Handelsstart ab und an der Börse Hongkong legen die Kurse deutlich zu. Schub für die Kurse bringt zudem der Umstand, dass die Bankenkrise die Wahrscheinlichkeit weiterer Fed-Zinserhöhungen senken dürfte. in Tokio weiteten die Titel des Tech-Großinvestors SoftBank den Kurseinbruch vom Freitag aus. Die Nervosität der

RENTENMÄRKTE | Der Staatsanleihemarkt profitierte am Freitag vom Streben der Anleger nach Sicherheit angesichts des Kollaps der amerikanischen Silicon Valley Bank, die die Furcht vor einer Bankenkrise nährte. Die Rendite 10j Bunds fiel fast 14 Bp, für deutsche Schatzanweisungen ging es so stark aufwärts wie seit Juli nicht mehr. Die Erwartungen zum EZB-Zinsgipfel sanken auf 3,91% von mehr als 4,20% am Mittwoch. 10j US-Treasuries gingen am Freitag mit über 20 Bp niedrigerer Rendite aus dem Handel.

ROHSTOFFMÄRKTE | Der Ölmarkt erholt sich am Montag weiter, nachdem die Preise vergangene Woche von Dienstag bis Donnerstag eingebrochen waren. Goldman Sachs indessen hat für dieses und das nächste Jahr die Prognose für die Ölnachfrage der OECD-Staaten gesenkt. Gold notiert am Montag 0,6% im Plus, nachdem der Bullionspreis mit der Finanzmarkt-Verunsicherung am Freitag 2% zugelegt hatte. “Der Konkurs der Silicon Valley Bank in den USA am Freitag löste eine Panik am Markt aus. Sie verschärfte nicht nur die Risikoaversion, sondern reduzierte auch die Erwartungen des Marktes in Bezug auf Zinserhöhungen stark”, hieß es in einer Analyse von Jinrui Futures.

TERMINE AM MONTAG

  • Quartalszahlen Europa: Bilfinger, Hypoport, Porsche AG

  • Konjunkturdaten Deutschland: Arbeitskostenindex, Beschäftigte in der Gastronomie, Erdölimporte

  • 11:30 Regierungs-PK

  • 15:00 Treffen der Eurogruppe

  • Wirtschaftsminister Habeck, Reise nach Brasilien und Kolumbien

  • Vertreter Russlands und der Vereinten Nationen verhandeln über Verlängerung des Getreideabkommens mit der Ukraine

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