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Härterer Lockdown trotz sinkender Zahlen: Warum das sinnvoll ist

Moritz Piehler
·Freier Autor
·Lesedauer: 3 Min.

Die Infizierten-Zahlen und damit auch der Inzidenzwert sinken, wenn auch langsam. Deshalb fragen sich viele, ob ein härterer Lockdown wirklich nötig ist. Den fordern Wissenschaftler und Politiker vermehrt.

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach fordert einen strengeren Lockdown und warnt vor den Auswirkungen der neuen Mutationen. (Bild: REUTERS/Annegret Hilse)
SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach fordert einen strengeren Lockdown und warnt vor den Auswirkungen der neuen Mutationen. (Bild: REUTERS/Annegret Hilse)

Hört man auf die immer lauteren Zwischentöne in der Politik, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Bundesregierung die bisher bestehenden Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus noch einmal verschärft. Vielen passt das nicht, nachdem in Deutschland nun bereits seit mehr als zwei Monaten ein teilweiser Lockdown den Alltag bestimmt. Zeigen die sinkenden Zahlen denn nicht, dass die aktuellen Bestimmungen ausreichend sind?

Lauterbach hält härtere Maßnahmen für unausweichlich

Doch man muss nur über den Ärmelkanal schauen, um zu sehen, warum vermutlich härtere Maßnahmen kommen werden. Die hält auch SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach für unausweichlich. In zehn Tweets erklärt er nun, warum nur ein härterer Lockdown helfen kann, die Pandemie wieder unter Kontrolle zu bekommen.

Der SPD-Politiker nennt die B117-Mutation, wie sie in Großbritannien grassiert und mittlerweile auch in Deutschland nachgewiesen wurde, eine “Pandemie in der Pandemie”, die es in jedem Fall zu verhindern gelte. Dafür fordert er einen dreiwöchigen verschärften Lockdown. Die Inzidenz soll so wieder unter die magische Schwelle von 50 gedrückt werden, der sogenannte “R-Wert” unter 0,7. Konkret fordert der Mediziner unter anderem Homeoffice-Pflicht, Maskenpflicht am Arbeitsplatz, an den Schulen nur noch Wechselunterricht oder Homeschooling. Dazu eine FFP2-Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften, wie sie Bayern schon eingeführt hat. Zusätzlich abendliche Ausgangssperren, wie es sie in einigen Nachbarländern wie Frankreich schon gibt. Auch wenn diese Vorgaben für viele hart zu Schlucken sein werden, findet Lauterbach sie vertretbar. Die Alternative sei es nämlich, dass die Zahlen rapide ansteigen und die gleichen Maßnahmen dann im März getroffen werden müssten, “nur mit sehr viel geringerer Wirkung” schreibt Lauterbach auf Twitter.

Merkel warnt vor Explosion der Zahlen

Wie ernst die Lage mit den beiden Mutationen werden könnte, zeigt sich auch an der Prognose, die Angela Merkel stellt. Sie befürchtet eine Explosion der Corona-Inzidenz bis Ostern. “Wenn wir es nicht schaffen, dieses britische Virus abzuhalten, dann haben wir bis Ostern eine zehnfache Inzidenz,” befürchtete die Kanzlerin kürzlich gegenüber Medienvertretern. Wie das dann aussieht, lässt sich am Beispiel Englands absehen. Bis zu 60.000 neue Corona-Fälle pro Tag verzeichnet die britische Regierung zuletzt. In Städten wie London ist die Inzidenz mittlerweile über 1.000 gestiegen. Die Kliniken laufen über und das Gesundheitssystem steht kurz vor dem Kollaps. Auch in Irland, das bislang relativ gut durch die Pandemie gekommen war, stiegen die Fallzahlen durch die Mutation um das Zehnfache.

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Virologe Christian Drosten ist zwar in seiner Einschätzung zu den beiden Mutationen noch etwas vorsichtiger, bekräftigt aber auch, dass verschärfte Maßnahmen dringend notwendig sind, sollten sich die Zahlen zur B117-Mutation bewahrheiten. Im NDR-Podcast erklärte er: “Wenn das so sein sollte, dass die Verhältnisse so 1,5 zu 1 sind, also von neuem Virus zu altem Virus, dann haben wir ein richtiges Problem.” Manche Virologen attestieren den Mutationen gar eine höhere Ansteckungsrate von 40 bis 70 Prozent.

Ein kompletter Lockdown ab Februar soll bereits im Gespräch sein, wie mehrerer Medien berichten. Am morgigen Dienstag trifft sich die Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Der Termin wurde wegen der Dinglichkeit der Lage vorgezogen.

VIDEO: Wird der Lockdown noch weiter verschärft?