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Hamburgs Flughafenchef kritisiert Steuererhöhungspläne der Ampel

HAMBURG (dpa-AFX) -Hamburgs Flughafenchef Christian Kunsch hat die geplante Erhöhung der Luftverkehrssteuer scharf kritisiert. Auch mit beabsichtigten Fördermittel-Kürzungen für nachhaltige Kraftstoffe gefährde die Bundesregierung den Luftfahrtstandort Deutschland und letztlich auch Arbeitsplätze, sagte der Geschäftsführer des Hamburger Flughafens der Deutschen Presse-Agentur. Hamburg sei mit seinem Luftfahrt-Cluster der weltweit drittgrößte Aviation-Standort der Welt. "Es hängen hier also ganz viele wertvolle Arbeitsplätze davon ab."

De facto sei Deutschland in Europa bereits jetzt für die Airlines das teuerste Land zum Fliegen. "Jetzt noch mal etwas on top zu legen ist nicht gut, weil wir im Wettbewerb mit dem Ausland stehen."

Die hohen Kosten für das Fliegen machten sich bereits jetzt in der Entwicklung der Branche bemerkbar. "Die meisten anderen Länder sind in ihrer Erholung nach der Corona-Krise schon bei 100 oder über 100 Prozent. Deutschland ist das Schlusslicht in Europa", sagte Kunsch. "Wir liegen etwa bei 80 Prozent."

Insbesondere Low-Cost-Carrier - sogenannte Billigfluglinien - machten mittlerweile einen großen Bogen um Deutschland und zögen Kapazitäten ab, weil sie die hohen staatlichen Gebühren scheuten. "Die Erhöhung ist jetzt ein weitere Tropfen on Top, der es für die Airlines noch einmal schwieriger macht, sich im Wettbewerb hier zu positionieren", sagte der Flughafenchef.

Kunsch warf er der Bundesregierung vor, durch die hohen Kosten und geplante Kürzungen bei der Förderung nachhaltiger Kraftstoffe die dringend nötige Transformation hin zum CO2-freien Fliegen zu erschweren. "Es wäre viel besser, die Branche zu unterstützen, dass sie möglichst schnell diese Transformation hinbekommt", sagte er. "Wenn die Branche aber nicht die Möglichkeit hat, diesen Weg zu gehen, dann werden irgendwann Arbeitsplätze vernichtet werden, dann findet die Entwicklung woanders statt und darunter wird Hamburg insbesondere leiden."

Die Bundesregierung plant, die Luftverkehrssteuer zum 1. Mai um rund ein Fünftel abhängig von der Streckenlänge auf 15,53 bis 70,83 Euro je Fluggast zu erhöhen. Sie will damit zusätzliche Einnahmen in einer Höhe erzielen, die den Verzicht auf die zunächst geplante nationale Kerosinsteuer ausgleicht. Die Arlines dürften die Steuer auf die Ticketpreise umlegen.