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Großanleger fordern 1800 Firmen heraus

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137 internationale Investoren üben Druck auf Konzerne mit den stärksten CO2-Emissionen aus. Die Unternehmen sollen sich zur CO2-Neutralität verpflichten.

Die Begrenzung der Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius gegenüber vorindustriellem Niveau ist Kern des Pariser Klimaabkommens von 2015. Foto: dpa
Die Begrenzung der Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius gegenüber vorindustriellem Niveau ist Kern des Pariser Klimaabkommens von 2015. Foto: dpa

137 internationale Investoren machen Druck: Die Großanleger, die ein Vermögen von insgesamt 20 Billionen US-Dollar managen, fordern weltweit gut 1800 der Unternehmen mit den stärksten Kohlendioxidemissionen auf, sich dem Klimaschutz zu verschreiben.

Die Firmen sollen ein Schreiben unterzeichnen, das sie nach einer wissenschaftlichen Messmethode zum Einhalten des 1,5-Grad-Klimaziels und zur CO2-Neutralität bis 2050 verpflichtet. Die Begrenzung der Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius gegenüber vorindustriellem Niveau ist Kern des Pariser Klimaabkommens von 2015.

Die Investoren stammen zu rund zwei Dritteln aus Europa. Zu ihnen gehören neben dem französischen Vermögensverwalter Amundi der deutsche Versicherer Allianz, die Deutsche-Bank-Fondstochter DWS und der genossenschaftliche Anbieter Union Investment.

Die 1800 Unternehmen stoßen rund ein Viertel aller CO2-Emissionen aus, die für die Erderwärmung verantwortlich gemacht werden. Die Firmen machen 40 Prozent des globalen Aktienindexes MSCI All Countries World aus, weshalb viele große Investoren deren Aktien in ihren Portfolios haben.

Druck der Investoren

Der Vorstoß stammt von der internationalen Klimaschutzinitiative CDP, die zum Ziel hat, dass Firmen und Regierungen ihre Treibhausgasemissionen verringern. Dazu gehört, dass Firmen ihre Umweltauswirkungen offenlegen. So halten es die Investoren für wichtig, dass die CO2-Emittenten sich zu der einheitlichen Messmethode nach den sogenannten „Science Based Targets (SBT)“ verpflichten.

Dazu sagt Jean-Jacques Barbéris, Leiter Nachhaltigkeit (ESG) bei Amundi: „SBT stellen ein globales, robustes, hilfreiches Instrument dar, um Firmen auf ihrem Übergangsprozess zu unterstützen.“ Laurent Babikian, Direktor für Kapitalmärkte bei CDP Europa, ergänzt: „Investoren brauchen mehr Unternehmen mit SBT, um ihr investierbares Universum zu erweitern und vielfältige Portfolios im Einklang mit dem Pariser Abkommen aufzubauen.“ Die DWS hält CDP für eines der wichtigen Rahmenwerke, zu denen sie Offenlegung für die Stimmrechtsabgabe auf Hauptversammlungen erwartet.

Immer mehr Investoren wie Vermögensverwalter reklamieren für sich, die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit verstärkt zu verfolgen. Dafür schließen sie sich zusammen, um mehr Druck auf Firmen ausüben zu können.

„Je mehr Unternehmen sich wissenschaftsbasierte Klimaziele setzen, desto eher haben wir die Chance, auf eine 1,5-Grad-Wirtschaft umzustellen“, sagt Urs Bitterling, Leiter Nachhaltigkeit der Allianz. Janne Werning, Leiter ESG bei Union Investment, ergänzt: „Firmen, die sich zum 1,5-Grad-Ziel verpflichten, sind besser darauf vorbereitet, mit den Risiken des Klimawandels umzugehen und das Kapital in den nächsten 30 Jahren strategisch in Chancen umzuwandeln.“

Neben CDP gibt es weitere Klima-Initiativen von Investoren wie das „Climate Action 100+“. Dort versuchen mehr als 340 Investoren, direkt auf Firmen mit hohen CO2-Emissionen einzuwirken.