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Größte Automesse der Welt in Shanghai: Diese Autos der Zukunft haben Mercedes, Audi, VW und Co. extra für China entwickelt

Elias Holdenried
·Lesedauer: 5 Min.
Der Nachfolger des Mondeo vereint Merkmale mehrerer Fahrzeuggattungen in sich.
Der Nachfolger des Mondeo vereint Merkmale mehrerer Fahrzeuggattungen in sich.

In Sachen Corona scheint China aus dem Gröbsten heraus zu sein. Die Wirtschaft floriert und auch die Verkaufszahlen auf dem größten Automarkt der Welt schwingen sich in neue Höhe empor. Zudem sind die Fallzahlen so niedrig, dass mittlerweile fast alle Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wieder abgeschafft wurden. Die Auto Shanghai, eine der wichtigsten Automessen der Welt, kann mit Fachpublikum und ohne Sicherheitsabstand stattfinden.

Dies führt nach den Einschränkungen der letzten Monate zu einer ziemlich guten Stimmung. Letztere wird von den zahlreichen Modellpräsentationen auf der Ausstellung zusätzlich aufgehellt. Einige wichtige Autos, wie beispielsweise der Kia EV6, die elektrische S-Klasse EQS oder der Citroën C5 X wurden zwar bereits im Vorfeld der Veranstaltung gezeigt. Trotzdem hat die Messe noch einige spannende Premieren zu bieten. Business Insider zeigt vier Highlights.

VW ID.6 als Elektro-Touareg für China

Mit 4,88 Metern ist der ID.6 ganze 30 Zentimeter länger als der nächstkleinere ID.4 und fast exakt gleich groß wie das Oberklasse-SUV Touareg. Mit der optionalen dritten Sitzbank mutiert der Wolfsburger für den chinesischen Markt zum Siebensitzer. Kurioserweise wird es vom ID.6 innerhalb von China zwei verschiedene Versionen geben. Im Norden des Landes heißt das Modell ID.6 Crozz und wird von dem Joint Venture FAW-VW produziert, während für Südchina der ID.6 X vorgesehen ist, der bei SAIC-VW vom Band läuft. Die optischen Unterschiede zwischen den beiden Varianten fallen marginal aus. Das geräumige und reduzierte Interieur erinnert stark an das Cockpit des kleinen Bruders ID.4.

Je nachdem welche Motorisierung geordert wurde, hat der Lithium-Ionen-Akku des ID.6 eine Netto-Kapazität von 58 oder 77 kWh. Die maximale Reichweite gibt Volkswagen mit bis zu 588 Kilometern an. Allerdings handelt es sich dabei um einen ziemlich realitätsfernen NEDC-Wert. Das zweimotorige Topmodell hat zwar 306 PS und sprintet in nur 6,6 Sekunden von Null auf Hundert, für rasante Autobahnetappen taugt der Allradler aber trotzdem nicht wirklich – bei 160 km/h wird immer elektronisch abgeregelt. Die günstigeren Versionen müssen mit nur einem Motor auskommen, der entweder 179 oder 204 PS leistet.

Je nach Verkaufsregion wird das Front- und Heckdesign des ID.6 leicht abgewandelt.
Je nach Verkaufsregion wird das Front- und Heckdesign des ID.6 leicht abgewandelt.

Der EQB ist der praktischere EQA

Neben dem elektrischen und rekordverdächtigen S-Klasse-Pendant EQS steht auf dem Mercedes-Stand noch eine weitere Weltpremiere: Die E-Version des optional siebensitzigen VW Tiguan-Gegners GLB. Das kantige Grunddesign bleibt dem 4,68 Meter langen Fahrzeug erhalten, vorne bekommt das SUV jedoch das typische EQ-Gesicht, inklusive der spitz zulaufenden Scheinwerfern und der schwarzen Kühlergrill-Attrappe. Am Heck fungiert ein durchgehendes Leuchtband als Alleinstellungsmerkmal der Elektroversion.

Im Interieur und unter dem Blech gibt es auch kaum Überraschungen. Das markentypische MBUX-Infotainmentsystem bekommt aufgrund des E-Antriebs einige neue Anzeigen und Funktionen. Das Basismodell übernimmt den 190 PS starken E-Motor des Plattform-Bruders EQA. Später soll die bis zu 288 PS starke und allradgetriebene Topversion EQB 350 4MATIC folgen. Der Stromspeicher mit einer nutzbaren Kapazität von rund 66 kWh ermöglicht eine WLTP-Reichweite von bis zu 419 Kilometern.

Das Grunddesign des Familien-SUV GLB wurde beim EQB beibehalten.
Das Grunddesign des Familien-SUV GLB wurde beim EQB beibehalten.

Der Ford Evos beerbt den Mondeo

Ford hat die Zeichen der Zeit erkannt und nimmt das in der Käufergunst zuletzt stark gefallene Mittelklasse-Modell Mondeo bald aus dem Programm. An die Stelle der Limousine und des Kombis tritt der zeitgeistige Crossover Evos, der 2022 auch mit einem Plug-in-Hybridantrieb an den Start gehen soll. Zu den weiteren Motorisierungen hält sich Ford zwar noch bedeckt, hier würden aber die bewährten Ecoboost-Dreizylinder aus dem Konzernregal in Frage kommen. Optisch erinnert er mit seiner coupéartigen Dachlinie und der erhöhten Bodenfreiheit an das E-SUV Mustang Mach-E. Aber auch eine Prise Kombi ist in dem Design deutlich herauszuschmecken.

Die versenkbaren Türgriffe sorgen zudem für einen futuristischen Touch. Innen bekommt er ein riesiges Display, dass sich mit einer Breite von 1,1 Metern fast über das ganze Armaturenbrett zieht. Over-the-air-Updates sollen das Infotainmentsystem auch nach der Auslieferung auf dem Laufenden halten. Shanghai bot sich als Präsentationsort perfekt an, schließlich wurde das neue Modell zu großen Teilen im Reich der Mitte entwickelt und speziell auf den dortigen Markt zugeschnitten. Naheliegenderweise startet die Produktion auch in Fernost. Später soll das Modell in einer leicht abgewandelten Form auch nach Europa kommen und vermutlich auch hier gebaut werden.

Der Infotainment-Bildschirm des Evos ist imposante 1,1 Meter breit.
Der Infotainment-Bildschirm des Evos ist imposante 1,1 Meter breit.

Ausblick auf den Audi A6 der Zukunft

Audi zündet in Shanghai ein regelrechtes Neuheiten-Feuerwerk. Neben einer SUV-Studie und den Langversionen des A7 und Q5 sticht das seriennahe Concept Car A6 e-tron besonders heraus. Die elegante Limousine nimmt optisch einige Anleihen beim e-tron GT und soll in zwei Jahren als Elektro-Pendant zum A6 in auf den Markt kommen. Die Front wird von einer breiten, aber komplett verschlossenen Kühlermaske dominiert. Daneben gibt es auf beiden Seiten jeweils eine große Öffnung, mit denen die Frischluftversorgung des vorderen E-Aggregats sichergestellt werden soll.

Die geschwungene Seitenlinie erinnert stark an das Profil des aktuellen A7 Sportback, während hinten wie bei den anderen e-tron-Modellen ein durchgehendes Leuchtband angebracht. Der schmale Streifen wird nur durch das mittig platzierte und ebenfalls illuminierte Audi-Logo unterbrochen. Laut Audi entspricht die Studie bereits zu 90 Prozent dem Serienstand. Sie wird die von Audi und Porsche gemeinsam entwickelte Plattform PPE mit 800 Volt-Bordnetz nutzen. Die beiden Elektromotoren der Studie leisten 476 PS, die auf alle vier Räder verteilt werden. Die 100 km/h-Marke soll so schon nach weniger als vier Sekunden fallen und die maximale Reichweite bei 700 Kilometern liegen.

Das 2023 kommende Serienmodell des A6 e-tron soll sich nur in Details unterscheiden.
Das 2023 kommende Serienmodell des A6 e-tron soll sich nur in Details unterscheiden.