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Google-Mitarbeiter, die nicht entlassen wurden, haben während der Meetings geweint, erzählt ein Entwickler

Tausende Google-Mitarbeiter in den USA erhielten am 20. Januar eine E-Mail, in der sie über ihre Entlassung informiert wurden.  - Copyright: Tsering Topgyal/AP Photo
Tausende Google-Mitarbeiter in den USA erhielten am 20. Januar eine E-Mail, in der sie über ihre Entlassung informiert wurden. - Copyright: Tsering Topgyal/AP Photo

Google hatte vor Kurzem Entlassungen von rund 12.000 Mitarbeitern angekündigt. Einige Mitarbeiter, die die Entlassungswelle überstanden, weinten während der Meetings. Das erfuhr Business Insider von einem der Mitarbeiter, der anonym bleiben möchte. Seine Identität ist uns bekannt.

In Videogesprächen an diesem Tag "schluchzten einige von ihnen und trockneten sich die Augen", erzählte der Mitarbeiter, der als Programmierer an der Ostküste Amerikas arbeitet.

Am 20. Januar kündigte Sundar Pichai, CEO der Google-Muttergesellschaft Alphabet, Entlassungen an, die etwa sechs Prozent der weltweiten Belegschaft des Unternehmens betreffen. Pichai teilte den verbleibenden Mitarbeitern mit, dass sie an diesem Tag von zu Hause aus arbeiten könnten, um die "schlechte Nachricht" zu verarbeiten.

Der Mitarbeiter von der Ostküste erzählt: "Wenn die Mitarbeiter sich gegenseitig fragen, wie es ihnen geht, scherzen einige, dass es ihnen gut geht, weil sie noch ihren Job haben. Die Menschen nicken sich verständnisvoll zu, wenn sie im Büro aneinander vorbeigehen. Aber es ist nicht mehr die typische nonverbale Interaktion, die es früher gab. Jetzt ist es ein bedeutungsvolles Nicken".

"Nur ein weiteres großes Unternehmen"

Ein Entwickler, der seit mehr als zehn Jahren bei Google an der Westküste der USA arbeitet, sagte Business Insider, dass die übrig gebliebenen Mitarbeiter "wütend und traurig" seien.

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"Wir haben wirklich geglaubt, dass Google anders als andere Unternehmen ist", erzählte er. Auch er wollte anonym bleiben, um seinen Arbeitsplatz zu schützen. Seine Identität ist Business Insider ebenfalls bekannt.

"Es ist nur ein weiteres großes Unternehmen", sagte er. "Alles, was sich früher besonders anfühlte oder als ob man wirklich Teil einer Mission und nicht nur einer großen Geldmaschine sei – dieses Gefühl ist, glaube ich, verschwunden."

Beide Entwickler sagten, dass einige der verbliebenen Mitarbeiter über weitere Personalkürzungen besorgt seien.

Der Ingenieur von der Ostküste sagte, Headhunter hätten oft versucht, Google-Mitarbeiter abzuwerben. Diese hätten aber wegen der Vergünstigungen und des Gefühls der Arbeitsplatzsicherheit nicht gekündigt. Die Vergünstigungen wurden jedoch nach und nach "abgebaut" und die Entlassungen bedeuteten, dass ihr Arbeitsplatz nicht mehr so sicher war, erzählte er.

"Was unterscheidet dieses Unternehmen jetzt noch von jedem anderen Unternehmen und von jedem anderen Personalvermittler, der sich mit einem guten Angebot an uns wendet?", fragte er.

Die entlassenen Google-Mitarbeiter in den USA wachten am 20. Januar mit einer E-Mail auf, in der ihnen mitgeteilt wurde, dass sie entlassen worden waren. Einige von ihnen erfuhren dies durch Nachrichten besorgter Kollegen.

Nicholas Whitaker, der vor seiner Entlassung im Personalentwicklungsteam von Google arbeitete, erzählte Business Insider, dass er an diesem Morgen viele Nachrichten von Kollegen sah. Sie fragten ihn, ob es ihm gut gehe und er dachte erstmal, es habe eine Katastrophe gegeben.

Da der Zugang zu den Unternehmenssystemen am 20. Januar abgeschaltet wurde, waren die entlassenen Mitarbeiter gezwungen, sich auf andere Weise von ihren Kollegen zu verabschieden.

Der Entwickler von der Westküste sagte, dass die nicht entlassenen Mitarbeiter keine Informationen darüber erhielten, wer entlassen worden war. Sie lasen im internen Kommunikationssystem von Google lediglich die Meldung "Keine Verbindung möglich", wenn sie versuchten, sie zu kontaktieren.

Mehrere entlassene Mitarbeiter erzählten Business Insider, dass sie von Hilfsangeboten aktueller und ehemaliger Mitarbeiter überflutet wurden und beispielsweise ihre Lebensläufe miteinander teilten. Xoogler, eine Gemeinschaft ehemaliger Google-Mitarbeiter, hat Sitzungen zur psychischen Gesundheit organisiert. Whitaker sagte, er biete kostenlose Meditations- und Achtsamkeitskurse an.

"Ich vermisse meine Kollegen", erzählte Jarrod Ahalt, ein entlassener Sicherheitsingenieur. "Wir haben versucht, uns gegenseitig so gut wie möglich zu unterstützen."

Business Insider hat Google um ein Statement gebeten. Das Unternehmen reagiert nicht.

Dieser Artikel wurde von Stefanie Michallek aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.