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Es gibt vier Arten von Stress — hinter welchen Symptomen sie sich verstecken und wie ihr sie bewältigen könnt

·Lesedauer: 4 Min.

Deutschland ist gestresst. Einer Umfrage des Versicherungskonzerns Swiss Life und des Meinungsforschungsinstituts YouGov zufolge gaben im August 2020 80 Prozent der Befragten an, in den vergangenen Monaten gestresst gewesen zu sein. Aber was genau ist Stress?

Es gibt eine Vielzahl von körperlichen und psychischen Symptomen von Stress. Das kann es euch erschweren, ihn zu erkennen. Hier erfahrt ihr, was ihr über Stress und seine Symptome wissen müsst – und wie ihr ihn bewältigen könnt.

Was ist Stress?

Stress ist das Gefühl, überwältigt zu werden oder mit mentalem oder emotionalem Druck nicht umgehen zu können. Er kann von jedem äußeren Ereignis oder inneren Gedanken ausgelöst werden, der bei euch Frust, Wut oder Angst hervorruft.

Stress kommt aus zwei wichtigen Teilen eures Gehirns: der Amygdala, die eure Emotionen steuert, und dem Hypothalamus, der Stresshormone freisetzt. Wenn ihr gestresst seid, signalisiert die Amygdala dem Hypothalamus, dass ihr das Gefühl habt, es gäbe Grund zur Verzweiflung. Der Hypothalamus nimmt diese Nachricht auf und schüttet eine Flut von Stresshormonen wie Cortisol und Adrenalin aus, um die Kampf- oder Fluchtreaktion des Körpers zu aktivieren. Dadurch erhöhen sich auch eure Herzfrequenz, eure Atemgeschwindigkeit und euer Blutdruck, sagt Holly Schiff, klinische Psychologin bei den US-amerikanischen Jewish Family Services of Greenwich.

Ursachen von Stress

Stress ist die Art und Weise des Körpers, euch mitzuteilen, dass er Angst oder Schmerzen hat – egal ob diese von einer realen oder aus einer imaginären Quelle rühren. Laut Jaime Zuckerman, einer klinischen Psychologin mit eigener Praxis, können mehrere Faktoren Stress auslösen: beispielsweise finanzielle Bedenken, Beziehungs- und Familienkonflikte, traumatische Ereignisse wie der Tod eines geliebten Menschen oder große Herausforderungen auf der Arbeit oder in der Schule.

Auch Dinge, die euch normalerweise Freude bereiten, können unter Umständen Stress hervorrufen. „Während Stressoren in der Regel negativ sind, kann alles, was hohe Anforderungen an euch stellt, stressig sein – sogar positive Dinge – wie Heiraten, ein Studium oder eine Beförderung“, sagt Schiff.

Arten von Stress

Experten benennen vier verschieden Arten von Stress.

  • Eustress: Eine positive Form von Stress, die von lohnenden, aber herausfordernden Aufgaben herrührt. Eustress erzeugt ein Gefühl der Erfüllung.

  • Akuter Stress: Eine unmittelbare und intensive Reaktion auf ein Ereignis wie ein Vorstellungsgespräch oder einen Strafzettel für zu schnelles Fahren.

  • Episodischer akuter Stress: Er tritt auf, wenn jemand wiederholt oder gar regelmäßig akuten Stress erlebt. Dies führt oft dazu, dass die Person sich übermäßig Sorgen macht oder dünnhäutig wird.

  • Chronischer Stress: Hier handelt es sich um Stress, der so häufig wird, dass er sich „normal“ anfühlt. Diese Art von Stress als Dauerzustand kann schwerwiegende Folgen für eure Gesundheit haben.

Gerade chronischer Stress kann, wenn er unbehandelt bleibt, zu massiven Symptomen oder Erkrankungen führen. Er schürt Ängste, fördert Herzkrankheiten oder gar -infarkte, verursacht Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen bis hin zu Schlaganfällen. In extremen Fällen kann chronischer Stress auch gewalttätiges Verhalten begünstigen, das sich sowohl gegen andere als auch gegen sich selbst richten kann.

Symptome von Stress

Stress kann sich auf viele verschiedene Arten manifestieren. Laut Zuckerman und Schiff sind einige der Symptome von Stress, auf die ihr achten solltet:

Emotionale Symptome

  • Traurigkeit

  • Ängste

  • Depression

  • Nervosität

  • sich hoffnungslos oder hilflos fühlen

  • Reizbarkeit

  • Wut

Kognitive Symptome

  • Sorge

  • Vergesslichkeit

  • Konzentrationsschwäche

  • negative Selbstgespräche

  • geringes Selbstwertgefühl

  • rasende Gedanken

  • sich ständig vergleichen

Verhaltenssymptome

  • Probleme mit dem Schlaf

  • zu viel oder zu wenig essen

  • erhöhter Substanzkonsum

  • soziale Isolation

  • erhöhter Perfektionismus bei der Arbeit oder in der Schule

  • streiten mit geliebten Menschen

Körperliche Symptome

  • übermäßiges Schwitzen

  • Verlust des Sexualtriebs

  • schnelles Herzklopfen

  • flaches Atmen

  • Gelenk- und Muskelschmerzen

  • häufige Krankheit oder Infektion

  • Ermüdung

Wie ihr mit Stress umgehen könnt

Da Stress nicht nur eure geistige, sondern auch eure körperliche Gesundheit beeinträchtigt, ist es entscheidend, den Zustand zu managen – besonders wenn ihr mehrere der oben genannten Symptome habt. Laut Schiff könnt ihr Stress zum Beispiel folgendermaßen bewältigen:

  • Kognitive Verhaltenstherapie, eine Behandlung, die sich auf das Erkennen und Ändern negativer Gedanken und Verhaltensweisen konzentriert

  • Meditation

  • Akupunktur

  • aktiv bleiben

  • eine Pause einlegen

  • eine Dusche oder ein Bad nehmen

  • euch dehnen

In einer kleinen Studie aus dem Jahr 2017 verglichen Forscher zum Beispiel die Auswirkungen von zwölf wöchentlichen Akupunktursitzungen auf den Stress von Studenten auf einem großen städtischen College-Campus. Eine Kontrollgruppe erhielt eine Placebo-Behandlung. Zwölf Wochen nach der Behandlung zeigte die Gruppe, die Akupunktur erhielt, geringere Werte beim wahrgenommenen Stress.

Laut Zuckerman gibt es einige Warnsignale, bei denen ihr einen Arzt aufsuchen solltet. Der Gang in eine Praxis ist demnach zu empfehlen, wenn:

  • der Stress eure täglichen Funktionen wie Schlaf und Arbeit beeinträchtigt

  • ihr eine Vorgeschichte von Depressionen oder Angstzuständen habt

  • ihr an Selbstverletzung denkt

  • ihr euch hilflos oder hoffnungslos fühlt

  • ihr als vermeidenden Bewältigungsmechanismus Suchtmittel konsumiert oder missbraucht

  • ihr körperliche Schmerzen empfindet, die keine Ursache haben und/oder nicht abklingen

Dieser Artikel wurde von Steffen Bosse aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.

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