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Gender Health Gap: So unterscheiden sich die Symptome bei Herzinfarkt, Depressionen und ADHS bei Männern und Frauen

Brustschmerz gilt als typisches Symptom für einen Herzinfarkt, kann bei Frauen aber ganz ausbleiben. Das macht es für Ärzte schwierig, die Herzinfarktsymptome bei ihnen richtig zu deuten. - Copyright: Natalia Gdovskaia / Getty Image
Brustschmerz gilt als typisches Symptom für einen Herzinfarkt, kann bei Frauen aber ganz ausbleiben. Das macht es für Ärzte schwierig, die Herzinfarktsymptome bei ihnen richtig zu deuten. - Copyright: Natalia Gdovskaia / Getty Image

Männlich, 75 Kilo schwer und 1,80 Meter groß – das ist der Maßstab bei den meisten medizinischen Studien. Weibliche Körper finden dagegen deutlich weniger Beachtung in Medizin und Forschung. Dieses Ungleichgewicht in der Gesundheitsversorgung, der sogenannte "Gender Health Gap", kann jedoch fatale Folgen haben. Denn Fehldiagnosen und falsche Behandlungsweisen, die sich daraus ergeben, können den Genesungsprozess der Betroffenen stark verzögern.

Unter Patientinnen und Patienten ist der Gender Health Gap jedoch kaum bekannt. Nur rund die Hälfte der Deutschen (49 Prozent) weiß überhaupt, dass das Geschlecht in der Medizin eine Rolle spielt. Das zeigt eine neue Befragung im Auftrag des Versicherungsunternehmens Axa. Unter den befragten Hausärztinnen und -ärzten sind sich hingegen 96 Prozent über die Bedeutung des Geschlechts für die medizinische Behandlung bewusst. Gleichzeitig ist sich jedoch mehr als die Hälfte der Mediziner (55 Prozent) nicht sicher, ob sie in der Vergangenheit bereits eine fehlerhafte Diagnose aufgrund geschlechtsspezifischer Unterschiede gestellt hat.

Diese Ergebnisse sind beunruhigend. Auch der Deutsche Ärztinnenbund kritisiert, dass Genderaspekte nicht stark genug in das Medizinstudium integriert sind. Dabei zeigen Männer und Frauen bei vielen Krankheiten unterschiedliche Symptome, haben einen anderen Krankheitsverlauf und verarbeiten auch Medikamente nicht auf die gleiche Weise. Diese Unterschiede zu kennen, kann jedoch dabei helfen, Krankheitssymptome richtig zu deuten und die passende Behandlung einzuleiten. Wie sich die Symptome gängiger Krankheiten bei Männern und Frauen unterscheiden, erfahrt ihr hier.

So könnt ihr einen Herzinfarkt bei Frauen erkennen

Frauen erleiden seltener einen Herzinfarkt als Männer. Gleichzeitig endet der Herzinfarkt bei Frauen aber häufiger mit dem Tod. Eine Fehldiagnose aufgrund geschlechtsspezifischer Unterschiede kann dieses Risiko erhöhen. Denn durch eine Fehldiagnose geht wertvolle Zeit für die notwendige medizinische Versorgung verloren.

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Bei Männern zeigt sich der Herzanfall in der Regel durch ein starkes Stechen im Brustkorb. Der Schmerz kann häufig auch in die Arme oder andere Körperregionen ausstrahlen. Die Herzinfarktsymptome bei Frauen unterscheiden sich jedoch stark davon. Zu den häufigsten Anzeichen gehören:

  • Übelkeit mit Erbrechen

  • starke Kurzatmigkeit

  • Kiefer-, Nacken- oder Halsschmerzen

  • Schweißausbrüche

  • Schmerzen im Oberbauch

  • Rückenschmerzen

Der typische Brustschmerz kann mitunter ganz bei ihnen ausbleiben. Das macht es auch für Ärzte schwierig, einen Herzinfarkt bei Frauen zu erkennen. Denn ohne die als typisch geltenden Symptome untersuchen sie häufig nicht das Herz, sondern vermuten zunächst Rücken- oder Magenprobleme als Ursache. Das kann für Frauen lebensgefährlich werden..

Auch bei Depressionen gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede

Statistiken zufolge leiden Frauen doppelt so häufig an Depressionen wie Männer. Das liegt aber nicht nur an den weiblichen Hormonschwankungen, die beispielsweise nach einer Geburt oder in der Menopause zu Depressionen führen können. Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) führen auch stereotype Rollenzuschreibungen zu einer Verzerrung in der Depressionsdiagnostik. Durch die Geschlechterbilder kann es nämlich zu "Unterschieden in der Wahrnehmung und Äußerung von Symptomen zwischen Männern und Frauen" kommen.

Männer leiden also nicht unbedingt seltener an Depressionen, sondern die Erkrankung wird bei ihnen seltener erkannt. Laut dem RKI ist nämlich auch die Skala zur Erfassung von Depressionen "stärker auf frauenspezifische als auf männerspezifische Symptome ausgelegt".

Zu den Symptomen, die als typisch für Depressionen gelten, gehören beispielsweise eine gedrückte Grundstimmung, Antriebslosigkeit oder das Gefühl von Überforderung und Wertlosigkeit. Bei Männern hingegen zeigen sich Depressionen häufig durch andere Symptome wie:

  • Erhöhte Aggressivität und Gewaltbereitschaft

  • Gesteigerter Alkoholkonsum

  • Stressgefühle

  • Potenzstörungen

Der Gender Health Gap kann daher laut RKI zu einer systematischen Unterschätzung der Depression bei Männern führen.

Mädchen verhalten sich bei ADHS oft unauffälliger

Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) gehört zu den häufigsten kinderpsychiatrischen Störungen. Zu ihren Hauptsymptomen gehören Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität. Laut dem RKI können sich betroffene Kinder unter anderem schlecht konzentrieren, führen einmal begonnene Tätigkeiten nicht zu Ende, machen Flüchtigkeitsfehler und sind motorisch unruhig.

Allerdings unterscheiden sich die ADHS-Symptome bei Mädchen, wodurch die Störung bei ihnen seltener erkannt wird und der Weg zur Diagnose länger dauert. So sind Mädchen mit ADHS in der Regel nicht so hyperaktiv wie Jungen. Stattdessen leiden sie eher unter dem Aufmerksamkeitsdefizit der Krankheit. Mädchen neigen beispielsweise zu Vergesslichkeit, Tagträumerei und haben ein sehr langsames Arbeitstempo, heißt es auf der Gesundheitsplattform "Kinderärzte im Netz".

Gleichzeitig versuchen Mädchen häufig, ihre Krankheit zu verstecken und nicht aufzufallen. Laut Klaus Skrodzki, Vorstandsmitglied der AG ADHS, gelingt es ADHS-Patientinnen in höheren Klassenstufen aber oft nicht mehr, sich anzupassen. "Sie entwickeln in vielen Fällen depressive Symptome, selbstverletzendes Verhalten, Essstörungen oder Anzeichen einer Angsterkrankung", erklärt er.

Weitere Anzeichen für ADHS bei Mädchen sind:

  • Mutlosigkeit

  • Zurückgezogenes Auftreten

  • mangelnde Selbstorganisation

  • Intellektuelle Schwierigkeiten

  • Verbale Aggression, auch gegen sich selbst