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Geld, Versicherung, Packen: Dieser Backpacking-Experte verrät euch, worauf ihr beim Planen eurer Reise achten solltet

·Lesedauer: 5 Min.
55 Länder hat der Backpacking-Experte Fabio Hildenbrand schon bereist.
55 Länder hat der Backpacking-Experte Fabio Hildenbrand schon bereist.

Fabio Hildenbrand hat sich direkt nach dem Abitur auf seine erste Weltreise begeben: Zwei Jahre lang ist er von Australien über Südostasien und Europa bis nach Südamerika gereist. Er hat jede Semesterferien seines Business-Studiums genutzt und inzwischen als Backpacker 55 Länder bereist. Über seine Reisen bloggt er und hat zudem das Start-up "Backpackertrail" gegründet, mit dem er Reisenden das Planen einfacher machen will. Im Gespräch mit Business Insider hat er seine besten Tipps verraten.

Erstellt ein Budget

Wenn ihr eine längere Reise plant, solltet ihr euch vorher genau Gedanken darüber machen, wie ihr die Reise und euer Leben während der Zeit finanziert. Fabio Hildenbrand hat schon während der Schule das Gehalt aus Nebenjobs zur Seite gelegt und ist mit einem Startkapital von 4000 Euro auf die Reise gegangen. Teil seines Konzepts war es, sich immer wieder Jobs vor Ort zu suchen. Gearbeitet hat er zum Beispiel auf Blumen- und Schaf-Farmen. "Als Deutscher war ich für Jobs im Ausland immer gern gesehen – ich nehme an, weil wir für Qualität, Präzision und Pünktlichkeit stehen." Gerade in Australien habe er mit seiner Zuverlässigkeit punkten können.

Der Tipp des Experten: Überlegt euch, welche Fixkosten ihr habt – also die Preise für Flüge und die Unterkünfte. Schaut euch die durchschnittlichen Preise für Hostels in den Ländern an, die ihr bereisen wollt. In Asien, sagt Fabio Hildenbrand, könne man für etwa 10 Euro die Nacht fündig werden; in Zentraleuropa eher für 25 Euro pro Nacht. Für den Flug gelte: Je länger man an einem Ort bleibe, desto günstiger werde die Gesamtreise.

Als er seine Reiseroute für Australien geplant hat, habe er zu Beginn festgelegt, welche Orte er bereisen wolle: Sydney, Melbourne und Brisbane. "Dann schaut man: Wo liegen die auf der Karte, wie kann ich sie am besten miteinander verbinden, mit welchem Verkehrsmittel bewege ich mich." Basierend darauf bekommt ihr eine Summe an Kosten für Flüge, Unterkünfte und sonstige Mobilität.

Für die variablen Kosten gelte: "Setzt euch ein Limit für Essen, Getränke und Touren basierend auf den jeweiligen Durchschnittspreisen der Länder." Dabei solltet ihr auch berücksichtigen, ob ihr viel in Restaurants essen gehen wollt oder in den Unterkünften selbst kochen könnt.

Spart Geld während der Reise, indem ihr Dinge teilt

Ist die Reise erst budgetiert, muss das Budget auch eingehalten werden. Zugunsten des Abenteuer-Faktors, aber auch eures Portemonnaies empfiehlt Hildenbrand Hostels statt klassischer Hotels. "Hostels könnt ihr auch spontan vor Ort ansprechen und die Preise verhandeln. Oft bekommt ihr die Übernachtungen dort günstiger, weil die Hostels dann keine Provision an die Online-Portale abgeben müssen."

Je länger eure Reise dauern soll, desto spontaner könnt ihr werden, meint Hildenbrand. Wer nur wenige Wochen lang reisen möchte, dem empfiehlt der Experte, nach flexibel stornierbaren Unterkünften zu suchen. Dann habt ihr ein Backup, falls viele Unterkünfte zum Beispiel aufgrund von Feiertagen belegt sein sollten, könnt aber immer noch vor Ort schauen, ob ihr ein besseres Angebot herausschlagt.

Auf andere zuzugehen, sei für die Persönlichkeit immer bereichernd, sagt Fabio Hildenbrand, gleichzeitig könnt ihr so aber auch Geld sparen. "Sharing is caring" (deutsch: Teilen heißt Fürsorge), lautet Hildenbrands Motto: Man bekomme viele Aktivitäten deutlich günstiger in einer Gruppe. Als Beispiel dafür nennt er Mietautos, deren Kosten sich gut durch die Anzahl der Mitfahrer teilen lassen.

Setzt beim Packen auf Vakuum-Beutel

Solltet ihr backpacken wollen, ist der Rucksack eine der wichtigsten Entscheidungen. "Dort zu sparen, kann fatal werden", so Hildenbrand. Idealerweise wählt ihr ein Modell, das sich am Bauch öffnen lässt, sodass ihr von oben und seitlich Zugriff auf den Rucksack habt. Im Internet gebe es Tabellen, aus denen ihr ablesen könnt, welches Rucksack-Volumen gut zu eurer Körpergröße passt – als 1,50-Meter-Person mit einem 90-Liter-Rucksack zu reisen, mache nicht wirklich Spaß, warnt Hildenbrand.

Für ihn seien Vakuum-Beutel echte Gamechanger beim Packen. Dadurch könnt ihr auf gleichem Raum deutlich mehr Gepäck mitnehmen. Im Hostel sei außerdem wichtig, Ohrstöpsel und Schlafbrillen dabei zu haben. Hildenbrands elektronischer Packtipp: Nehmt eine Powerbank, eine deutsche Mehrfachsteckdose und einen internationalen Adapter mit. "Oft haben Hostels mit sechs Betten nur zwei Stecker – und mit einer Mehrfachsteckdose könnt ihr Mehrwert für alle stiften."

Außerdem rät Fabio Hildenbrand euch, ein Zahlenschloss einzupacken. In manchen Hostels kostet das Zahlenschloss für die Spinde extra und so könnt ihr euch wieder Geld sparen. Zum Schluss hat er noch einen romantischen Tipp: Packt euch auch einen Doppelstecker für den Kopfhörereingang eures Handys ein. Falls ihr jemanden kennenlernt, könnt ihr während einer Busfahrt mit der Person zusammen einen Film schauen. Geht natürlich auch mit Freunden!

Das gehört in eure Reiseapotheke

Zum Packen gehört auch die Prävention für den Notfall: Fabio Hildenbrand hat auf seinen Reisen jederzeit Schmerztabletten, Pflaster, Desinfektionsspray und Mittel gegen Durchfall dabei.

Außerdem empfiehlt der Experte, die Reiseapotheke in einem wasserdichten Beutel aufzubewahren, damit nicht gleich alles hinüber ist, sollte euer Rucksack nass werden. "Übrigens ist es nicht entscheidend, ob ihr die Sachen vorher in Deutschland schon kauft. Vor Ort sind manche Medikamente oft sogar günstiger als bei uns."

Achtet bei der Versicherung auf die Länder

Die wichtigste Versicherung beim Reisen ist für Fabio Hildenbrand die Auslandsreisekrankenversicherung. Wichtig sei, darauf zu achten, dass ein Krankenrücktransport Teil der Versicherung ist und dass ihr auch in den USA und Kanada abgedeckt seid (falls ihr dort hinreist), da diese Länder von manchen Versicherungen ausgeklammert werden. Falls euch etwas passiert, müsst ihr in den meisten Ländern in Vorleistung gehen, daher solltet ihr alle Rechnungen aufheben. "Schließt keine unnötigen Versicherungen ab – eine Reiserücktrittsversicherung zum Beispiel habe ich selbst noch nie gebraucht in den sieben Jahren, die ich jetzt reise!"

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