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Fresenius baut um, macht Ernst mit Dialysesparten-Abtrennung

(Bloomberg) -- Die Fresenius SE macht Ernst mit der Entflechtung des Konzerns und der Trennung von ihrer größten Sparte, dem Dialyseanbieter Fresenius Medical Care. Nach enttäuschenden Ergebnissen will der Gesundheitsanbieter damit das Wachstum wieder ankurbeln und für Investoren attraktiver werden.

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Fresenius will sich künftig auf den Infusionsspezialisten Kabi sowie den Krankenhausbetreiber Helios konzentrieren, der in Europa und Lateinamerika aktiv ist, wie das Bad Homburger Unternehmen am Dienstagabend mitgeteilt hat. Bis 2025 sollen außerdem jährliche Einsparungen von rund 1 Milliarde Euro erreicht werden.

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Die Fresenius-Aktie fiel am Mittwoch zeitweise knapp 7% und damit so stark wie seit Ende Juli nicht mehr. Deutlich voran kamen indessen die Titel von Fresenius Medical. Sie kletterten mehr als 7%. Schließt sie so stark, wäre es das größte Kursplus seit November 2018.

“Fresenius braucht diesen Wandel”, sagte Vorstandschef Michael Sen bei einer Telefonkonferenz mit der Presse. Er verwies dabei auf die seit Jahren enttäuschenden Konzernergebnisse und den Ausblick für 2023, der unter den Erwartungen vieler Analysten lag. “Das Unternehmen hat in den letzten Jahren keine Prioritäten gesetzt.”

Die geplanten Anstrengungen seien “ein erster Schritt in einem langfristigen Portfolioumbau”, schrieb Robert Davies von Morgan Stanley in einer Analyse für Kunden. Warburg-Analyst Christian Ehmann verwies darauf, dass der Fresenius-Gewinn vor Steuern und Abschreibungen “erheblich” unter seiner Schätzung gelegen habe. Im Fokus stehe nun der Zeitrahmen der Änderungen im Portfolio und der diesbezüglich zu erwartenden Vorteile, merkte James Vane-Tempest von Jefferies an.

Fresenius-Chef Sen hat den Konzern seit seinem Amtsantritt im Oktober von Grund auf überprüft und sich dabei auch mit Aktionären getroffen, so mit dem aktivistischen Investor Elliott Investment Management. Der 2023 zu erwartende Gewinnrückgang im womöglich hohen einstelligen Prozentbereich sei ein Beleg für die Notwendigkeit von Veränderungen, so der Vorstandschef. Die Umstrukturierung werde ab 2024 Früchte tragen.

Konzern-Komplexität

Das operative Geschäft von Fresenius sei in den letzten Jahren zu komplex geworden, betonte Sen. Der Wunsch nach Wachstum sei zulasten der Rendite gegangen. Dies habe dazu geführt, dass die wachsende Verschuldung den Spielraum für strategische Maßnahmen eingeengt habe. Einsparungen würden durch die Optimierung der Beschaffung und die Senkung der Verwaltungskosten geplant. Nicht zum Kerngeschäft gehörenden Aktivitäten sollen abgestoßen werden.

Fresenius will einen 32%-Anteil an Fresenius Medical Care behalten. Die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft gibt dem Bereich jedoch mehr operative Freiheiten. Der Formwechsel soll spätestens zum Ende des Geschäftsjahres 2023 wirksam werden. Die Ankeraktionärin Else Kröner-Fresenius-Stiftung unterstützt den Plan.

Fresenius Medical hatte in der Corona-Pandemie mit steigenden Kosten, einer überdurchschnittlich hohen Zahl von Todesfällen bei Patienten und Personalmangel zu kämpfen. Dennoch sei der Dialysesektor nach wie vor attraktiv und Fresenius wolle von einer möglichen Trendwende profitieren, so Sen. “Wir werden natürlich ein unterstützender, aktiver und fordernder Aktionär sein”, führte er aus.

In der neuen Struktur bezeichnet Fresenius die Geschäftsbereiche Kabi und Helios als operative Gesellschaften. Ebenso wie Fresenius Medical gilt auch der Krankenhausdienstleister Vamed in Zukunft als Investmentgesellschaft.

Überschrift des Artikels im Original:Fresenius To Pursue Dialysis Split Amid Gloomy Forecast (2)

(Ergänzt um Kursreaktion, Analystenkommentare)

©2023 Bloomberg L.P.