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Bitcoin schlingert nach Rekordjagd auf Berg- und Talfahrt

Starke Kursschwankungen: Als Geldanlage ist die virtuelle Währung Bitcoin nur bedingt geeignet. Foto: Jens Kalaene

Der Bitcoin-Hype weckt auch die Gier von Privatanlegern auf den großen Gewinn. Deshalb schlägt die Finanzaufsicht Bafin Alarm: Anlegern drohe vor allem ein Totalverlust. Wie zum Beweis der These sackte der Kurs der Kryptowährung heftig ab.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Digitalwährung Bitcoin hat ihre Rekordjagd zunächst abgebrochen und dafür eine gefährliche Berg- und Talfahrt begonnen. Nach Kursschwankungen von fast 20 Prozent am Mittwoch betrug die Wertschwankung heute rund 15 Prozent.

Auf der bekannten Handelsplattform Bitstamp wurden im Hoch 10 618 Dollar erreicht, im Tagestief waren es am Nachmittag 9000 Dollar. Am Mittwoch war der Bitcoin nach einem Kursanstieg von mehr als 1000 Prozent seit Jahresbeginn auf über 11 000 Dollar gestiegen.

Derart starke Tagesschwankungen wie aktuell beim Bitcoin kommen bei herkömmlichen Währungen äußerst selten vor. Ein Vergleich: Unter den großen klassischen Währungen weist das britische Pfund eine der stärksten Tagesschwankungen der vergangenen Jahre auf. Als das Brexit-Votum Ende Juni 2016 bekannt wurde, wertete das Pfund zum Dollar schlagartig um 12 Prozent ab. Solche Kursschwankungen sind bei herkömmlichen Währungen aber die Ausnahme. Beim Bitcoin kommen sie dagegen recht häufig vor.

Die Finanzaufsicht Bafin beobachtet vor diesem Hintergrund die Digitalwährung mit Skepsis. In Zeiten niedriger Zinsen seien Anleger eher bereit, Risiken einzugehen, sagte die Chefin der Wertpapieraufsicht der Bafin, Elisabeth Roegele am Donnerstag in Frankfurt. Nicht jede Kryptowährung werde sich jedoch am Markt durchsetzen. Im Zweifelsfall drohe Anlegern ein Totalverlust.

Die Aufseherin warnte: «Es tummeln sich auch Spekulanten und windige Geschäftemacher am Markt.» Das trage zu massiven Kursschwankungen von Kryptowährungen bei, zehn Prozent an einem Tag seien keine Seltenheit.

Noch drastischer formulierte der US-amerikanische Star-Ökonom Joseph Stiglitz seine Bedenken. Er forderte ein Vorgehen des Gesetzgebers gegen die Cyberwährung. «Mir scheint, er müsste verboten werden», erklärte Stiglitz. «Er erfüllt keinerlei sinnvolle soziale Funktion.» Stiglitz war 2001 mit dem Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet worden.

Der Bitcoin ist die älteste und bekannteste unter den mittlerweile rund 1000 Digitalwährungen. Hinter ihm stehen nicht Zentralbanken, sondern Computer, an denen die Währung hergestellt oder «geschürft» wird. Die Meinungen zu Kryptogeld gehen stark auseinander. Während die einen Freiheit und Anonymität schätzen, verweisen die anderen auf Gefahren wie Kursschwankungen oder kriminellen Missbrauch. Ob der aktuell massive Kurszuwachs gerechtfertigt ist, ist ebenfalls umstritten.