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Fünf Themen des Tages: Karlsruhe ängstigt, Teamviewer-CEO lacht

Rainer Buergin und Alexander Kell
·Lesedauer: 4 Min.

(Bloomberg) -- Teamviewer-Chef deklassiert Dax-CEOs, breitere Spreads dank Karlsruhe, europäische Aktien gewinnen, Archegos legt Regulierungslücken offen, und der britische Impf-Erfolg hat eine Schattenseite. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Teamviewer-Chef deklassiert Dax-CEOs

Corona hat nicht nur die Gewinne der Dax-Unternehmen fast halbiert, die Epidemie drückte auch merklich die Einkünfte der Wirtschaftskapitäne. Die CEO-Bezüge der Konzerne im Index fielen um beispiellose 28%. “Nie zuvor seit der verpflichtenden Veröffentlichung individueller Vorstandsvergütungen haben wir einen so deutlichen Rückgang im Durchschnitt der Vergütungshöhen gesehen”, konstatiert die Unternehmensberatung HKP. Für den einen oder anderen Luxus reichte das mittlere Einkommen von 5,3 Millionen Euro sicher trotzdem. Nicht abwärts sondern noch einmal deutlich aufwärts in luftige Höhe ging es indessen außerhalb des DAX für Teamviewer-Chef Oliver Steil. Nach 41,3 Millionen 2019 kam er 2020 auf fast 72 Millionen. Vor dem Börsengang hatten die Vorstände mit den früheren Eignern eine “Teilhabe an der Wertsteigerung des Unternehmens” vereinbart.

Breitere Spreads dank Karlsruhe

Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, das Gesetzgebungsverfahren zunächst zu stoppen, das die deutsche Beteiligung an dem 750 Milliarden Euro schweren EU-Pandemiefonds erlaubt, birgt nach Einschätzung der ING “ein hohes Risiko, das Kronjuwel der fiskalischen Reaktion der EU auf die aktuelle Krise zu verzögern, wenn nicht gar entgleisen zu lassen”. Eine Verzögerung des Ratifizierungsprozesses über das 2. Quartal hinaus würde den Spread zwischen italienischen und deutschen Anleihen auf über 110 Basispunkte treiben. Unsicherheit über die Beteiligung Deutschlands könnte die 10-jährige Bund-Rendite Richtung -0,40% gehen lassen, statt Richtung 0%, wie bisher prognostiziert. Der pandemiebedingt erhöhte Refinanzierungsbedarf des Bundes gab den deutschen Renditen am Dienstagvormittag Schub.

Europäische Aktien gewinnen

Europäische Aktien sind am Dienstag gestiegen und haben sich einem Rekordhoch genähert, da sich die Investoren auf die Aussichten auf schnellere Fortschritte bei den Impfstoffen in den USA konzentrierten und die Ansteckungssorgen wegen der Implosion von Archegos Capital Management gedämpft blieben. Der Stoxx Europe 600 Index lag gegen Mittag um rund 0,5% im Plus, wobei die meisten Sektoren im grünen Bereich lagen. Banken waren die größten Gewinner nach dem Einbruch vom Montag, der durch das Archegos-Debakel angeheizt wurde. Der Index ist auf dem Weg zum vierten Quartalsgewinn in Folge und weniger als 1% davon entfernt, alle pandemiebedingten Verluste wieder wettzumachen und auf ein Allzeithoch zu steigen, das im Februar 2020 erreicht wurde. “Die Märkte bleiben robust, da positive Gewinnrevisionen und eine geringere Volatilität zu einer Aktiennachfrage durch systematische Aktienstrategien geführt haben”, so Ulrich Urbahn von der Berenberg Bank. In Deutschland stiegen Westwing nach Vorlage von Geschäftszahlen. Scout24 profitierten von einer Rückkaufsmeldung.

Archegos legt Regulierungslücken offen

Bill Hwang hat, weitestgehend unbemerkt von der Wall Street, in Midtown Manhattan eines der größten Vermögen der Welt aufgebaut - bis plötzlich alle auf ihn aufmerksam wurden. Hwang und seine private Investmentfirma Archegos Capital Management stehen nun im Zentrum eines der größten Margin Calls aller Zeiten. “Ich habe so etwas noch nie gesehen - wie geräuschlos es war, wie konzentriert, und wie schnell es verschwand”, sagte Mike Novogratz, ein Karriere-Makro-Investor und ehemaliger Partner bei Goldman Sachs. Hedgefonds-Legende Julian Robertson ist traurig über den Sturz seines Protegés, dem er mit eigenem Geld zum Aufstieg verholfen hat. Die US-Aufsicht hat nach der Archegos-Implosion Wall-Street-Banken zu sich zitiert. Im Raum steht die Frage, wie Archegos milliardenschwere Aktienwetten anhäufen konnte, ohne seine Positionen anderen Marktteilnehmern gegenüber offenzulegen.

Der britische Impf-Erfolg hat eine Schattenseite

Großbritannien ist mit mehr als 30 Millionen Erstgeimpften einer der Schrittmacher beim Kampf gegen Covid-19, aber die Verteilung der Impfstoffe weist eine Unwucht auf. Am Montag veröffentlichte Daten zeigen, dass 59% der schwarzafrikanischen Erwachsenen in England im Alter von über 70 Jahren mindestens eine Impfung erhalten haben, verglichen mit 91% der Weißen und weniger als 75% in den pakistanischen und bangladeschischen Gemeinschaften. Persönliche Erfahrungen mit schlechter Behandlung, kombiniert mit historischem Fehlverhalten und Diskriminierung durch das medizinische Establishment, hätten zu Misstrauen geführt, sagen Experten. Auch gibt es Sprachbarrieren, Fragen über mögliche Nebenwirkungen und Fehlinformationen, die Zweifel gesät haben. In Deutschland wurden bislang 12,9 Millionen Dosen verimpft. Bis Herdenimmunität erreicht ist, dauert es bei dem Tempo noch 11 Monate.

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