Deutsche Märkte geschlossen

Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

David Verbeek
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Die Zwei-Billionen-Dollar-Hoffnung, Alibaba auf der Achterbahn, Schuss vor den Bug von Klimasündern, Sorge vor Beginn des Büffel-Jahrs, Bitcoins aus dem Nordpolargebiet - Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Die Zwei-Billionen-Dollar-Hoffnung

Hoffnungen auf ein üppiges Hilfspaket von Joe Biden haben am heutigen Donnerstag für gute Stimmung an den Aktienmärkten gesorgt. Nach Informationen des Senders CNN haben Mitarbeiter des designierten US-Präsidenten vor Parteifreunden im Kongress angedeutet, dass das Volumen eines kommenden Stimulusprogramms rund zwei Billionen Dollar betragen könnte. Der Plan beinhalte Direktzahlungen an amerikanische Familien sowie Förderungen auf Bundesstaaten- und lokaler Ebene. Es wird erwartet, dass Biden im Tagesverlauf seine Pläne öffentlich bekannt gibt. Der Stoxx Europe 600 Index war zuletzt 0,4% im Plus, wobei Autowerte die Gewinnerliste anführten, zehnjährige US-Staatanleihen rentierten drei Basispunkte höher.

Alibaba auf der Achterbahn

Besonders starke Nerven brauchen dieser Tage Aktionäre chinesischer Unternehmen. Nachdem US-Präsident Donald Trump im November angeordnet hatte, dass sich Investoren aus Firmen mit Verbindungen zu Chinas Militär zurückziehen müssen, waren einige Aktien auf Talfahrt gegangen. Aufatmen konnten zuletzt immerhin Aktionäre des E-Commerce-Riesen Alibaba und des Internet-Konzerns Tencent: Der Plan des Pentagons, die beiden Firmen auf die schwarze Liste zu setzen, wurde informierten Kreisen zufolge vom US-Finanzministerium gekippt. Die Aktien regaierten im Hongkonger Handel mit Kursgewinnen von fünf beziehungsweise 5,6 Prozent. Allerdings wolle das Verteidigungsministerium noch weitere Firmen auf die Liste setzen, hieß es. Das dürfte die Beziehungen zwischen den USA und China noch frostiger werden lassen.

Schuss vor den Bug von Klimasündern

Die Allianz SE hat Firmen mit hohen Treibhausgasemissionen eine Warnung zukommen lassen. Der deutsche Versicherungsriese werde die CO2-Emissionen in seinem Anlageportfolio in den nächsten fünf Jahren deutlich senken, sagte Vorstand Günther Thallinger in einem Interview. Die Allianz werde bei den Unternehmen auf Veränderungen bei den Emissionen drängen, erklärte der Manager, der für das Investmentmanagement zuständig ist. Ein Abstoßen bestimmter Anlagen sei dabei nicht auszuschließen. “Wir werden uns besonders die Investments ansehen, die emissionsintensiv sind. Energieerzeugung und Transport beispielsweise. Oder auch die Autobauer”, so Thallinger.

Sorge vor Beginn des Büffel-Jahrs

Vor Beginn des neuen Jahrs nach dem chinesischen Kalender wächst die Sorge vor einer Ausbreitung des Coronavirus in dem bevölkerungsreichsten Land der Welt. Am 12. Februar beginnt das Jahr des Büffels, und die Festtagssaison ist traditionell mit vielen Familienbesuchen und intensiver Reisetätigkeit verbunden. Nachdem sich das Land verhältnismäßig gut von der Coronavirus-Pandemie erholt hatte, musste China erstmals nach neun Monaten wieder einen Todesfall im Zusammenhang mit Covid-19 melden. In mehreren Regionen im Norden des Landes waren zuletzt Infektionscluster aufgetreten. Vor allem in der Provinz Heibei in der Nähe der Hauptstadt Peking besteht die Gefahr, dass sich mit Beginn der Reisezeit die Infektionsdynamik verschärft. Unterdessen ist eine Delegation der Weltgesundheitsorganisation im chinesischen Wuhan eingetroffen. Die Wissenschaftler sollen dort die Ursprünge der Pandemie ergründen, müssen sich aber wohl zunächst für zwei Wochen in Quarantäne begeben.

Bitcoins aus dem Nordpolargebiet

Die nördlichste Großstadt des Planeten diversifiziert ihre Einkommensquellen. Die sibirische Stadt Norilsk, rund 300 Kilometer nördlich des Polarkreises gelegen, ist bislang vor allem vom Nickel-Bergbau geprägt. Nun wird dort auch ein ganz anderer Rohstoff gefördert: Bitcoins. Das russische Unternehmen BitCluster hat jüngst in Norilsk die erste Kryptofarm der Arktis eingerichtet und plant bereits eine Erweiterung. Das Datencenter biete Kunden aus der Schweiz, den USA und Japan Kapazitäten zum Schürfen von Digitalwährung an, sagte BitCluster-Mitgründer Vitaly Borschenko in einem Interview. Die Temperaturen in Norilsk, die mit bis zu minus 40 Grad zu den niedrigsten weltweit zählen, sind nun ein Standortvorteil, da die Kühlung der Rechner zu den Hauptkostenpositionen bei Serverfarmen zählt.

For more articles like this, please visit us at bloomberg.com

Subscribe now to stay ahead with the most trusted business news source.

©2021 Bloomberg L.P.