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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin

(Bloomberg) -- Trump setzt China-Firmen auf Schwarze Liste, Hedgefonds mit bester Performance seit 2013, US-China-Streit lastet auf Europas Aktienmärkten, Sparkassen geben EZB Schuld an Wohnungskrise, und wohl kein Terror-Verdacht in Limburg. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Trump setzt China-Firmen auf Schwarze Liste

Die Trump-Administration hat am Montag acht chinesische Technologieunternehmen wegen angeblicher Verwicklung in Menschenrechtsverletzungen gegen muslimische Minderheiten auf eine Schwarze Liste der USA gesetzt. Darunter sind zwei Videoüberwachungsunternehmen, die bis zu einem Drittel des globalen Marktes für Videoüberwachung kontrollieren könnten und Kameras auf der ganzen Welt haben. Auch betroffen ist SenseTime Group, das weltweit wertvollste Start-up-Unternehmen für künstliche Intelligenz. China signalisierte am Dienstag seine Entschlossenheit, zurückzuschlagen. Die National Basketball Association der USA hat bereits einen Kollateralschaden im Zusammenhang mit Chinas Politik einstecken müssen, wenn auch in einem anderen Zusammenhang.

Hedgefonds mit bester Performance seit 2013

Hedgefonds holen auf. In den ersten drei Quartalen 2019 legten sie durchschnittlich 4,9% zu und erzielten damit die beste Performance in dieser Zeitspanne seit 2013, wie Hedge Fund Research am Montag mitteilte. Aktienstrategien führen die Gewinne an, gefolgt von ereignisgesteuerten Strategien. Manager haben ihre Performance in einem Jahr verbessert, in dem Brexit-Sorgen, der US-Handelskrieg mit China und ein mögliches Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Donald Trump die Märkte erschüttert haben. Im vergangenen Jahr hatten Hedgefonds zu dieser Zeit nur 1,7% zugelegt. Dennoch liegt die Performance der Branche hinter dem S&P 500 Index, der bis zum 30. September dieses Jahres rund 21% zugelegt hat, mit reinvestierten Dividenden.

US-China-Streit lastet auf Europas Aktienmärkten

Europäischen Aktien fielen im Verlauf des Dienstagvormittags, nachdem China Vergeltung für US-Maßnahmen gegen chinesische Technologieunternehmen signalisiert hat. In Deutschland stiegen Nordex nach der Mitteilung über eine Privatplatzierung bei Ankeraktionär Acciona. Qiagen fielen um bis zu 18%, nachdem die vorläufigen Finanzergebnisse die Analystenerwartungen verfehlt hat und der langjährige CEO Peer Schatz abgetreten ist. Wirecard fielen trotz erhöhter 2025-Ziele für Umsatz und Ebitda.

Sparkassen geben EZB Mitschuld an Wohnungskrise

Die ultralockere Geldpolitik der EZB verschärft nach Ansicht der Sparkassen die Lage am deutschen Wohnungsmarkt. Am stärksten “zur Misere bei der Verfügbarkeit von ausreichend bezahlbarem Wohnraum trägt mittlerweile die Geldpolitik bei”, sagte Peter Schneider, Präsident des Sparkassenverbands Baden-Württemberg, am Dienstag in Baden-Baden laut Redetext. Die Flucht in das Betongold habe “den Preisdruck im Immobilienmarkt stark angeheizt” und gleichzeitig baue sich angesichts teilweise niedrigster Kreditkonditionen und 100-Prozent-Finanzierungen ein “erhebliches Risiko” für Kreditanbieter und Kreditnehmer auf. Auch unter Christine Lagarde wird das Potenzial für Konflikte zwischen aktivistischer EZB und deutscher Sparer-Mentalität kaum abnehmen.

Wohl kein Terror-Verdacht in Limburg

Auch einen halben Tag nachdem im hessischen Limburg ein Syrer mit einem gestohlenen Lkw auf acht Autos aufgefahren war und dabei neun Menschen - darunter sich selbst- leicht verletzt hatte, ist das Motiv des Fahrers weiter unklar, berichtet die DPA. Der Syrer halte sich seit 2015 in Deutschland auf und habe 2016 einen subsidiären Schutzstatus erhalten. Die Bundesanwaltschaft, die für Ermittlungen bei Terrorverdacht zuständig ist, sehe den Fall zum jetzigen Zeitpunkt nicht in ihrer Zuständigkeit. Der 32-Jährige sei bisher mit Drogendelikten und Gewaltkriminalität aufgefallen, über mögliche Kontakte zu Islamisten sei den Behörden bislang nichts bekannt. Mehrere Medien hatten zuvor unter Verweis auf Sicherheitsbehörden gemeldet, dass die Tat, die Erinnerungen an den Terroranschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt im Dezember 2016 weckt, als Terrorakt eingestuft worden sei.

Kontakt Reporter: Rainer Buergin in Berlin rbuergin1@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Daniel Schaefer dschaefer36@bloomberg.net, Alexander Kell

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