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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Rückschlag für Corona-Impfforschung, ZEW-Barometer für Deutschland bricht ein, europäische Aktien von Tagestiefs erholt, Trump fühlt sich “mächtig”, und die Ölnachfrage wird kaum mehr wachsen. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Rückschlag für Corona-Impfforschung

Johnson & Johnson hat die klinische Erprobung seines Covid-19-Impfstoffs gestoppt, nachdem ein Teilnehmer erkrankt war. Es ist das zweite Mal, dass ein Spitzenunternehmen der Pharmaindustrie im Rennen um eine Immunisierung gegen das Virus eine Studie unterbrechen musste. Gesundheitliche Beeinträchtigungen einschließlich vorzeitigem Tod machen die Hälfte eines wirtschaftlichen Schadens durch die Pandemie aus, der sich für die USA auf umgerechnet 13,6 Billionen Euro summiert, wie Ex-US-Finanzminister Lawrence Summers mit seinem Harvard-Kollegen David Cutler berechnet hat. In Deutschland hat sich die Zahl der Neudiagnosen im Tagesvergleich mehr als verdoppelt und den höchsten Stand seit dem 3. April erreicht. Die Reproduktionszahl, der 4-Tage-R-Wert, lag bei 1,29.

ZEW-Barometer für Deutschland bricht ein

Das Vertrauen der Investoren in die Aussichten für die deutsche Wirtschaft ist angesichts der wieder grassierenden Pandemie abgestürzt. Das ZEW-Barometer für die nächsten sechs Monate fiel im Oktober auf den niedrigsten Wert seit fünf Monaten. Zwar lägen die Konjunkturerwartungen weiter im positiven Bereich, “die große Euphorie der Monate August und September scheint aber verflogen zu sein“, so ZEW-Präsident Achim Wambach. Das deutsche Finanzsystem sollte sich auf zunehmende Belastungen durch Firmenpleiten und steigende Verschuldung vorbereiten, hieß es in einem Finanzstabilitätsbericht der Bundesbank: “Die Auswirkungen der realwirtschaftlichen Krise sind noch nicht vollständig im deutschen Finanzsystem angekommen.”

Europäische Aktien von Tagestiefs erholt

Die europäischen Aktien konnten während des Vormittags einen Großteil ihrer Verluste wettmachen. Der jüngste Rückschlag bei der Entwicklung eines Coronavirus-Impfstoffs und Pessimismus hinsichtlich einer baldigen Einigung auf ein Konjunkturprogramm in den USA lasteten dennoch auf der Stimmung. “Die Hürden ergeben sich derzeit aus der Unsicherheit im Zusammenhang mit den Wahlen in den USA und der Ungewissheit über den Zeitpunkt und die Wirksamkeit eines Impfstoffs”, sagte Chris Iggo von bei AXA IM Core Investments. In Deutschland fielen MorphoSys nach der Ankündigung einer Wandelanleihe. Gerresheimer gaben nach Veröffentlichung von Zahlen für das dritte Quartal nach.

Trump fühlt sich ‘mächtig’

US-Präsident Donald Trump hat sich am Montagabend wieder in den Wahlkampf gestürzt und bei einer Kundgebung in Florida getönt, sich nach seiner Genesung von Covid-19 “so mächtig” zu fühlen, dass er ins Publikum gehen und “alle küssen” könnte. Stunden zuvor hatte sein Leibarzt gesagt, dass Trump an aufeinanderfolgenden Tagen negativ auf Covid-19 getestet worden und “nicht ansteckend für andere” sei. Trumps Auftritt in Florida war Teil seines Bemühens, den Rückstand auf seinen Konkurrenten in dem wichtigen Bundesstaat umzukehren, in dem Joe Biden mit 3,7 Prozentpunkten führt. Dessen Chancen, im Wahlkollegium eine Mehrheit zu erringen, sind laut dem Wahlprognosemodell von FiveThirtyEight auf den Rekordwert von 86,1% gestiegen.

Die Ölnachfrage wird kaum mehr wachsen

Der Ölmarkt wird einen lang anhaltenden Schock durch das Coronavirus erleiden, der die Nachfrage auf Jahre dämpft, teilte die Internationale Energieagentur am Dienstag mit. Nach einem beispiellosen Rückgang um 8% in diesem Jahr werde der weltweite Ölverbrauch erst 2023 wieder das Vorkrisenniveau erreichen, vorausgesetzt, Covid-19 sei im nächsten Jahr unter Kontrolle. Die IEA bekräftigte ihre Ansicht, dass die weltweite Ölnachfrage um das Jahr 2030 herum stagnieren wird. “Die Ära des Wachstums der globalen Ölnachfrage wird im nächsten Jahrzehnt zu Ende gehen”, so IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol im jährlichen Weltenergieausblick der Agentur. Photovoltaik sei der “neue König” im Elektrizitätsmarkt. Kurzfristig stützt die wirtschaftliche Erholung in China den Ölpreis.

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