Deutsche Märkte geschlossen

Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Dämpfer für deutsche Wirtschaftserholung, Merkel stemmt sich gegen Grenzschließungen, Europas Aktien zum Wochenschluss mit Gewinnen, Nawalny darf nicht nach Deutschland, und am Sonntag wartet ein kurioses Champions-League-Finale. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Dämpfer für deutsche Wirtschaftserholung

Die deutsche Wachstumsdynamik hat sich im August abgeschwächt, belastet durch heftige Einbußen im Dienstleistungssektor. Das verarbeitende Gewerbe verbesserte sich hingegen weiter und verzeichnete stärkere Umsätze aus dem In- und Ausland, wie die von IHS Markit erhobenen Einkaufsmanager-Daten zeigten. Der Komposit-PMI Deutschlands fiel von 55,3 im Juli auf 53,7 im August. Frankreich verzeichnete einen unerwarteten Rückgang im verarbeitenden Gewerbe und bescheidenes Wachstum im Dienstleistungssektor, Italien und Spanien dürften insgesamt geschrumpft sein. Der zusammengesetzte PMI für die Eurozone verfehlte mit 51,6 die Erwartung von 55, Anleihekurse erhielten von den Daten Unterstützung. “Die Eurozone steht an einem Scheideweg”, sagte Andrew Harker von IHS.

Merkel stemmt sich gegen Grenzschließungen

Angesichts steigender Infektionszahlen in Europa haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ihre Entschlossenheit betont, bei der Bewältigung der Coronakrise auf EU-Ebene künftig besser zusammenzuarbeiten. Man wolle “um jeden Preis vermeiden”, dass in Europa wieder die Grenzen geschlossen werden müssten, sagte Merkel nach einem Treffen mit Macron in dessen südfranzösischer Sommerresidenz Fort Bregancon. In Deutschland verharrte die Zahl der Neuinfektionen den vierten Tag in Folge deutlich oberhalb der Tausendermarke. Die Infektionsrate blieb knapp über der kritischen Marke von eins. Die Mainzer BioNTech und Pfizer teilten mit, dass ihr in Entwicklung befindlicher Covid-19-Impfstoff bereits im Oktober zur behördlichen Prüfung eingereicht werden könnte.

Europas Aktien zum Wochenschluss mit Gewinnen

Europäische Aktien erholten sich, nachdem sie am frühen Vormittag zwischenzeitlich in die Verlustzone gefallen waren. Versorger und Konsumtitel gehörten zu den Gewinnern im Stoxx 600. Der Appetit auf Risikoanlagen hält an, beflügelt durch Impfstoffnachrichten. In Deutschland verloren gegen den Trend Dermapharm, wo der Ebitda-Ausblick laut Commerzbank enttäuschte. Im Dax gehörten Bayer zu den Gewinnern nach Beilegung einer Klage im Zusammenhang mit dem Dauerverhütungsmittel Essure.

Nawalny darf nicht nach Deutschland

Alexej Nawalny, der mit Verdacht auf Vergiftung im Koma liegt, darf nach Auskunft russischer Aktivisten das Krankenhaus in Omsk nicht verlassen. Die Ärzte halten Nawalnys Zustand demnach für zu instabil. Ein Flugzeug für den Transport des prominenten Kreml-Kritikers nach Deutschland landete am Freitag in der sibirischen Stadt. Der Fall hat internationale Aufmerksamkeit erregt. US-Präsident Donald Trump sagte, er sehe sich die Situation an, Merkel forderte eine Aufklärung des Vorfalls. Der 44-Jährige erkrankte am Donnerstag in einem Flugzeug, das in Omsk notlandete. Man könne dem Krankenhaus nicht trauen, sagte Nawalnys Ehefrau Julia. Tests hätten keine Giftspuren im Körper Nawalnys gezeigt, berichtete RIA Novosti am Freitag unter Berufung auf den stellvertretenden Chef des Krankenhauses.

Am Sonntag wartet ein kurioses Champions-League-Finale

Wenn Paris St. Germain am Sonntag im Finale der UEFA Champions League auf Bayern München trifft, so ist es das erste Mal seit 1976, dass sich im wichtigsten Vereinsturnier der Welt Mannschaften aus Frankreich und Deutschland gegenüberstehen (die Bayern besiegten damals Saint-Etienne knapp mit 1:0). Beim diesjährigen, verkürzten Turnier stammten erstmals alle Halbfinalisten aus Frankreich oder Deutschland, erstmal seit 2007 war keine spanische Mannschaft dabei. Keine der letzten vier Mannschaften kam aus England oder Spanien, den beiden umsatzstärksten Ligen. Das gab es zuletzt vor 24 Jahren. Zum ersten Mal seit sieben Jahren wird nicht einer der Kapitäne von Real Madrid, FC Barcelona oder Liverpool den Pokal in die Höhe stemmen, alles Teams, die unter den Top 4 sind, gemessen am Gesamtwert des Spielerkaders. Der Gewinner am Sonntag wird mehr als 82 Millionen Euro mit nach Hause nehmen - wertvolles Geld in einer Zeit des Fußballs ohne zahlende Fans.

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