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EZB-Zinssenkungen vorerst in Warteschleife: Entscheidungstag

(Bloomberg) -- Die Europäische Zentralbank wird ihre Zinsen in ihrer Ratssitzung am heutigen Donnerstag voraussichtlich das vierte Mal in Folge unverändert lassen. Neue Projektionen für die Wirtschaftsentwicklung dürften die Argumente für eine Zinssenkung in diesem Jahr aber untermauern.

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Die von Bloomberg befragten Volkswirte gehen einhellig davon aus, dass der Einlagensatz auf dem Rekordniveau von 4% gehalten wird. Die meisten Ratsmitglieder haben zuletzt bekräftigt, dass es noch zu früh sei, den endgültigen Sieg über die Inflation zu verkünden, auch wenn diese sich kontinuierlich dem Ziel von 2% nähert.

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Die in der Ratssitzungen vorliegenden neuen vierteljährlichen Prognosen des EZB-Stabs dürften eine schnellere Rückkehr zum Ziel aufzeigen und den Währungshütern mehr Gewissheit geben.

Doch Christine Lagarde und ihre Kollegen haben es nicht eilig. Die EZB-Präsidentin dürfte wohl erneut den Juni als Termin für eine erste Senkung andeuten, da es dann mehr Klarheit darüber geben wird, ob die Lohnerhöhungen langsam wieder abklingen.

Über diesem groben Zeitablauf sind sich die Investoren und Ökonomen mittlerweile ebenfalls einig. Damit verlagert sich die Debatte auf die Frage, wie schnell die Zinsen gesenkt werden und wo sie enden sollen — alles vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Stagnation der Eurozone, die auch auf die geldpolitische Straffung zurückzuführen ist.

Lagarde wird wie üblich um 14:45 Uhr in Frankfurt vor Journalisten sprechen, 30 Minuten nach der Bekanntgabe der geldpolitischen Beschlüsse der EZB.

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Zinsen

Nur wenige der 26 Ratsmitglieder haben sich für eine Lockerung vor Juni ausgesprochen. Bis dahin werden eine Menge Daten über die Lohnentwicklung vorliegen, auf denen derzeit das Hauptaugenmerk ruht. Viele warnen hingegen davor, vorschnell zu handeln, weil die Folgen eines Inflations-Rückfalls weitaus schlimmer wären, als ein zu langes Beibehalten des hohen Zinsniveaus.

“Auch wenn die Versuchung groß sein mag: Für Zinssenkungen ist es zu früh”, sagte Bundesbankpräsident Joachim Nagel unlängst. “Denn noch sind die Preisaussichten nicht eindeutig genug.”

Die Inflationsdaten für den Februar fielen etwas höher aus als erwartet – was diese Einschätzung untermauert. Doch das Nowcast-Modell von Bloomberg Economics zeigte diese Woche erstmals ein Absinken der Inflation unter das 2%-Ziel der EZB.

Eine Schlüsselfrage ist, wie stark Lagarde auf eine Zinssenkung im Sommer hindeutet — und ob dies einen Schritt auf der Sitzung im April völlig ausschließt.

Eine weitere Frage ist, wie stark die Lockerung ausfallen wird. Von Bloomberg befragte Ökonomen erwarten drei Senkungen um einen Viertelpunkt im Jahr 2024, wobei die Erwartungen weit auseinandergehen. Die Märkte preisen derzeit eine Kürzung von knapp 100 Basispunkten ein — deutlich weniger als noch zu Jahresanfang.

Ausblick

Die aktualisierten Prognosen der EZB werden für 2024 wahrscheinlich weniger Inflation in Aussicht stellen. Insgesamt wird sich die Teuerung in den nächsten zwei Jahren in der Nähe des Ziels bewegen, während das Wirtschaftswachstum moderat anzieht.

Operativer Rahmen

Abgesehen von der Zinsdebatte steht die EZB vor der Verabschiedung eines neuen Rahmenwerks für die Umsetzung ihrer Geldpolitik. Die Reform könnte es der Zentralbank ermöglichen, mit einer kleineren Bilanz zu arbeiten. Die Umstellung des Systems dürfte aber wohl Jahre dauern. Details dazu sind zwar unwahrscheinlich, aber Lagarde könnte zumindestens einen Termin nennen.

Interne Meinungsfreiheit

Lagarde könnte auch befragt werden zu einer an Schärfe zunehmenden Kontroverse über die Meinungsfreiheit innerhalb der EZB.

Im Mittelpunkt des Streits steht EZB-Direktor Frank Elderson, der bei einer internen Veranstaltung die Frage in den Raum gestellt hatte, warum die EZB Leute einstellen solle, “die wir umprogrammieren müssen, weil sie von den besten Universitäten kommen, aber immer noch nicht wissen, wie man das Wort ‘Klima’ buchstabiert”.

Damit erntete er einen Tadel der Personalvertretung, die sich “schockiert” über die Bemerkungen zeigte. Elderson gab am Mittwoch eine Erklärung ab, in der er sich zwar nicht entschuldigte, die aber darauf hindeutet, dass die EZB besorgt darüber ist, dass sich die Beziehungen zu den Mitarbeitern verschlechtern.

Überschrift des Artikels im Original:ECB on Hold But Forecasts to Boost Case for Cuts: Decision Guide

--Mit Hilfe von Joel Rinneby und Aline Oyamada.

©2024 Bloomberg L.P.