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Ex-Wirecard-CEO sagt heute aus, Zeugen zur Sicherheit per Video

Arne Delfs und Sarah Syed
·Lesedauer: 1 Min.

(Bloomberg) -- Der inhaftierte Ex-Chef des mittlerweile insolventen Finanzdienstleisters Wirecard, Markus Braun, wird am heutigen Donnerstag erstmals persönlich vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags in Berlin aussagen. Zwei weitere wichtige Zeugen, beide ebenfalls frühere Manager des einstigen DAX-Unternehmens, werden dagegen lediglich per Video zugeschaltet.

Damit reagierte der Untersuchungsausschuss unter anderem auf eine Warnung der leitenden Staatsanwältin. In einer internen Email an den Ausschuss, die Bloomberg vorliegt, schreibt Hildegard Bäumler-Hösl, dass Braun nach derzeitigem Ermittlungsstand ein kriminelles Netzwerk aufgebaut habe, das von “militärisch-kameradschaftlichem Korpsgeist und Treueschwüren” geprägt gewesen sei.

Innerhalb dieser “Bande” habe Braun “als Kontroll- und Steuerungsinstanz” fungiert, so die Staatsanwältin. Vor diesem Hintergrund sei “jeder Kontakt, und sei es nur Blickkontakt, gefährlich für die Ermittlungen”, da die aussagewilligen Zeugen in dem Verfahren von den anderen als “Verräter” angesehen würden, so Bäumler-Hösl in der Email.

Insbesondere um einen der beiden Ex-Manager, den früher für die Dubai-Tochter zuständigen Oliver Bellenhaus, ist die Staatsanwaltschaft besorgt, da er als Kronzeuge in dem Verfahren gilt und angekündigt hat, umfassend auszusagen.

Die Staatsanwaltschaft wirft Braun und weiteren Wirecard-Managern gewerbsmäßigen Bandenbetrug, Bilanzfälschung und Marktmanipulation vor. Wirecard soll jahrelang systematische Luftbuchungen durchgeführt und damit Anlegern und Banken Milliardenschäden zugefügt haben.

Ziel des Untersuchungsausschusses des Bundestages wird vor allem sein, zu klären, inwieweit Mitglieder der Bundesregierung von den Machenschaften Brauns wussten und warum die staatlichen Aufsichtsbehörden nicht früher eingegriffen haben.

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