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Entgleiste Mobilitätsversprechen der Bahn: Fünf Themen des Tages

(Bloomberg) -- Christoph Rauwald über Störungen im Betriebsablauf. — Abonnieren Sie unseren Newsletter Fünf Themen des Tages und erhalten Sie Sonntags das Hauptstadtgeflüster direkt in Ihre Mailbox.

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Der Passagier ist der Prellbock

Bahnreisende sind erleichtert angesichts der Tarifeinigung, Personal-Vorstand Martin Seiler preist den Kompromiss als “wegweisende Lösung” und GDL-Gewerkschaftschef Claus Weselsky genießt kurz vor seinem geplanten Ruhestand sichtlich noch einmal die große Bühne medialer Aufmerksamkeit.

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Wie so oft bei Tarifverhandlungen fühlen sich alle irgendwie als Gewinner, wenn das Ergebnis endlich feststeht, und verweisen gerne darauf, dass es natürlich harte Verhandlungen waren. So weit, so üblich. Doch neben den finanziellen Verbesserungen für Lokführer und mehr Flexibilität bei der Wochenarbeitszeit hat diese Tarifrunde auch Schaden angerichtet.

Das Vertrauen in den klimafreundlichen Verkehrsträger Schiene ist weiter gesunken. Insbesondere der so genannte Wellenstreik der GDL bei der sechsten Arbeitsniederlegung war rücksichtslos gegenüber Fahrgästen und Unternehmen. Aufgrund der kurzen Vorwarnzeit — und nur zwei Tage nach dem vorherigen Streik — war es nicht möglich, einen belastbaren Notfahrplan zu erstellen.

Wer nachhaltige Mobilität will und für die Bahn als umweltfreundliches Verkehrsmittel wirbt, sollte auch einen Plan parat haben, wie man das System belastbar und nicht zum Spielball zweier Verhandlungsführer macht, deren persönliche Abneigung kaum zu übersehen ist. Verkehrsminister Volker Wissing verlautbarte dann heute auch, dass es klar sei “dass die Art und Weise, wie hier vorgegangen wurde, keine Schule machen darf.”

Was Marktteilnehmer heute noch bewegen könnte, berichten Ihnen Rainer Bürgin, Alexander Kell und Verena Sepp: Höhenluft, anhaltende Misere, moderner Haushalt, Risikokapitalgeber Nato, und Trump triumphiert.

Höhenluft

Damit die Börsenbewertungen die Rally auf immer neue Rekordstände rechtfertigen können, muss alles überaus glattlaufen. “Wenn sich die Zentralbanken insgesamt stärker im Taubenlager verorten als derzeit angenommen und es keine Wachstumsenttäuschungen gibt, könnten die derzeitigen Aktien-Multiplikatoren verteidigt werden”, sagt JPMorgan-Stratege Marko Kolanovic. Sollten die Firmengewinne jedoch enttäuschen und die Zentralbanken restriktiver sein, seien Rückgänge der Bewertungskennzahlen an der Börse unumgänglich. Lori Calvasina von RBC Capital Markets hält die Bewertungen an der Wall Street für überdehnt und eine Korrektur für überfällig. Am Freitag schloss der S&P 500 14% über dem gleitenden 200-Tage-Mittel. Während Bank of America beim Thema künstlicher Intelligenz bereits eine Mini-Blase sieht, erwartet Pictet Rückenwind für die Biotechbranche, da dieser mit KI ein Innovationsschub bevorstehen könnte.

Anhaltende Misere

Die deutsche Wirtschaft wird in diesem Jahr nahezu stagnieren, prophezeien die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute des Landes. Diese schlechte Nachricht wurde dem Handelsblatt vor der morgigen Veröffentlichung aus Regierungskreisen zugespielt. Demnach haben die fünf Institute ihre Wachstumsprognose von 1,3% im September auf 0,1% gesenkt. Für das kommende Jahr wird eine Beschleunigung auf 1,4% prognostiziert. Aktuell schrumpfe die Wirtschaft, heißt es. Dies spiegelt sich in der Haltung der Konsumenten wider, die trotz höherer Einkommenserwartungen ihre Portemonnaies nicht öffnen wollen. Die Anschaffungsneigung für höherwertige Güter wie Autos ist Anfang März zurückgegangen. “Es fehlt immer noch an Planungssicherheit und Zukunftsoptimismus“, erklärte GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl. Insgesamt ist das Konsumklima indes etwas weniger mau. Gebeutelte Hauseigentümer, die seit 2022 einem Preisverfall zusehen mussten, haben laut BI noch keinen Grund zum Aufatmen. Im dritten Quartal 2023 seien die Immobilien immer noch um 7% überbewertet gewesen, weitere Rückgänge daher zu erwarten.

Moderner Haushalt

In Frankreich ist das Haushaltsdefizit 2023 auf 5,5% gewachsen und lag damit deutlich über den anvisierten 4,9%. Mit der Stagnation der Wirtschaft ließ das Wachstum der Steuereinnahmen drastisch nach, während sich das Ausgabentempo nur leicht verlangsamte. Eine Reaktion mit Steuererhöhungen oder deutlichen Ausgabenkürzungen wäre für Präsident Emmanuel Macron riskant. Vor den Wahlen zum EU-Parlament im Juni liegt seine Partei Renaissance rund 10 Prozentpunkte hinter Marine Le Pens Rassemblement National. Macron hat zudem versprochen, die Steuern für Geringverdiener nächstes Jahr zu senken. Frankreichs Bonitätsnote liegt inzwischen bei AA-, nachdem Fitch sie im April gesenkt hatte. Hierzulande betonte Bundeskanzler Olaf Scholz gestern erneut die Bedeutung der Schuldenbremse, zeigte sich aber offen für Änderungen an deren Ausgestaltung, an der er im Bundestag freilich nichts ändern kann. Bundesfinanzminister Christian Lindner sprach sich im Zeit-Interview gerade für umfassende Einschnitte im Sozialbereich aus.

Risikokapitalgeber Nato

Dass Krieg nicht nur auf dem Schlachtfeld ausgetragen wird, hat Russlands Einfall in die Ukraine geradezu lehrbuchartig gezeigt: Hackerattacken, Zerstörung von kritischer Infrastruktur, Lebensmittelblockaden. Um auf derartige Szenarien in der Zukunft vorbereitet zu sein, hat die Nato 2023 einen 1-Miliarde-Euro-Fonds für Tech-Start-ups eingerichtet. Neben Cybersicherheit und Überwachung liegt der Fokus insbesondere auf Energieresilienz — eine Lehre aus den kriegsbedingten Unterbrechungen der Energieversorgung und den explodierenden Gaspreisen. In den vergangenen Tagen haben russische Angriffe auf Odessa zu großflächigen Stromausfällen in der Hafenstadt am Schwarzen Meer geführt. Geldgeber des Fonds sind einige Mitgliedsländer, wobei er sich im Gegensatz zu anderen Fonds nicht direkt an den Unternehmen beteiligt, sondern nur eine erste Finanzspritze gibt und dann vor allem als Vermittler zu staatlichen Stellen fungiert. Die Kritik: Öffentliche Gelder fließen in Start-ups, die bekanntlich eine hohe Misserfolgsquote aufweisen.

Trump triumphiert

Wer gehofft hatte, dass Donald Trump in die Insolvenz und aus dem US-Präsidentschaftsrennen geklagt werden könnte, muss tapfer sein. Nicht nur reduzierte gestern ein Berufungsgericht des Bundesstaates New York eine Kaution von mehr als 500 Millionen Dollar in einem Betrugsverfahren auf 175 Millionen Dollar. Etwa gleichzeitig schloss auch sein Social-Media-Unternehmen Trump Media & Technology Group einen 29-monatigen SPAC-Fusionsprozess mit Digital World Acquisition Corp. ab, was dem Ex-Präsidenten Aktien bescherte, die einen schönen Batzen wert sind — auf dem Papier. Mit einem Vermögen von rund 6,5 Milliarden Dollar ist der 77-Jährige so erstmals in die Riege der 500 reichsten Menschen der Welt im Bloomberg Billionaires Index aufgestiegen. Trump Media & Technology Group legten vor der ersten Sitzung als börsennotiertes Unternehmen im frühen Handel um 20% zu. Die Aktien unterliegen allerdings unter anderem einer sechsmonatigen Veräußerungssperre. DJT US ist nun ein Vehikel, mit dem auch auf Trumps Wiederwahl-Bemühungen gewettet werden kann. Die erhielten einen Rücksetzer in sechs von sieben wichtigen Swing States — in mindestens zwei davon sogar deutlich.

Was sonst noch passiert ist

  • Brücke gerammt

  • China-Geschäfte

  • Gefährliche Kommunikation

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