Deutsche Märkte öffnen in 24 Minuten
  • Nikkei 225

    28.871,78
    +324,80 (+1,14%)
     
  • Dow Jones 30

    33.761,05
    +424,35 (+1,27%)
     
  • BTC-EUR

    23.868,41
    -361,70 (-1,49%)
     
  • CMC Crypto 200

    579,63
    +8,35 (+1,46%)
     
  • Nasdaq Compositive

    13.047,19
    +267,29 (+2,09%)
     
  • S&P 500

    4.280,15
    +72,88 (+1,73%)
     

Ende des Bio-Booms? Knapp ein Drittel der Deutschen will wegen der Inflation weniger Bio-Produkte kaufen

Der Bio-Boom der Pandemiejahre scheint aufgrund der steigenden Lebensmittelpreise ein Ende zu nehmen. - Copyright: d3sign / Getty Images
Der Bio-Boom der Pandemiejahre scheint aufgrund der steigenden Lebensmittelpreise ein Ende zu nehmen. - Copyright: d3sign / Getty Images

Seit Monaten steigen die Lebensmittelpreise in Deutschland rasant. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher wollen deswegen sparen und greifen zu günstigen Produkten und kaufen seltener die oft teureren Bio-Produkte.

Eine exklusive Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für Business Insider zeigt, dass knapp ein Drittel der Menschen in Deutschland aufgrund der aktuellen Inflationsrate ihren Konsum von Bioprodukten reduzieren.

13 Prozent der Teilnehmenden waren unentschieden und 56 Prozent gaben an, ihren Konsum von Bioprodukten wegen der Inflation nicht zu reduzieren.

Lebensmittelpreise sind über 11 Prozent gestiegen

Dem Statistischen Bundesamt zufolge sind die Lebensmittelpreise innerhalb eines Jahres um 11, 1 Prozent gestiegen. Wie die Umfrage deutlich macht, reduzieren viele Deutsche aufgrund des Preisanstiegs ihren Bio-Produkte-Konsum. Und das, nachdem der Biohandel besonders während der vergangenen Pandemiejahre Erfolge erzielt hat. Der „Branchenreport 2022 für ökologische Lebensmittelwirtschaft“ hat ergeben, dass die Deutschen im vergangenen Jahr 5,8 Prozent mehr für Bio-Lebensmittel und -Getränke ausgegeben haben.

Mehr Bioprodukte zu kaufen, ist ganz im Sinne der Bundesregierung, die das Ziel verfolgt, dass 30 Prozent der deutschen Agrarfläche bis 2030 ökologisch bewirtschaftet werden soll. Die Frage ist allerdings, ob eine solche Entwicklung angesichts der aktuellen Krise realistisch bleibt.

Weniger Preisschwankungen bei Bio-Lebensmitteln

Anfang Juli hieß es seitens der Bio-Verbände, es sei zu keinen dramatischen Umsatzeinbrüchen gekommen. Man rechne auch damit, dass die Preise von Bio-Produkten vergleichsweise konstant bleiben. Die Geschäftsführerin des Bundesverbands Naturkost und Naturwaren (BNN), Kathrin Jäckel, sagte dem Südwestdeutschen Rundfunk (SWR): "In bestimmten Bereichen, wie zum Beispiel bei Milch und Butter, sind konventionelle Produkte teils auch schon teurer als Bio-Lebensmittel."

Trotzdem gibt es nach Branchenangaben in Supermärkten, die nur Bio-Produkte verkaufen, einen Umsatzrückgang von 13,4 Prozent. „Der Naturkostfachhandel, der 2020 überdurchschnittlich zulegte, weist aktuell stärkere Umsatzrückgänge auf“, sagte Jäckel Mitte Juni der "Zeit".

Der im April veröffentlichte Nachhaltigkeitsindex des Beratungsunternehmens GfK zeigt außerdem, dass 81 Prozent der Befragten über steigende Lebensmittelpreise und 61 Prozent über steigende Preise für größere Anschaffungen besorgt sind. Dies führt laut GfK auch zu einem Rückgang der Bereitschaft, umweltfreundliche Produkte zu kaufen. Vor allem in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen sei die Bereitschaft, nachhaltige Produkte zu kaufen, stark gesunken.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.