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Edeka will seine Mitarbeiter mit Einkaufsgutscheinen für 50 Euro zum Impfen gegen Corona motivieren

Business Insider Deutschland
·Lesedauer: 3 Min.

Als erster Einzelhändler in Deutschland bietet Edeka Nord eine Prämie für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich impfen lassen, berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Die sogenannte Impf-Prämie umfasst einen Einkaufsgutschein in Höhe von 50 Euro.

Das Angebot von Edeka gilt zunächst für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zur zweiten Prioritätengruppe zählen, worunter Kontaktpersonen von Schwangeren oder Menschen mit Lungenerkrankungen gefasst werden. Ziel des Einzelhändlers sei es, der „Fürsorgepflicht als Arbeitgeber nachzukommen und die Impfstrategie des Landes zu unterstützen“, so eine Sprecherin von Edeka Nord.

Edeka Nord ist einer der sieben Großhandelbetriebe des Edekaverbundes und beliefert die Edekafilialen in Norddeutschland. Zu dessen Absatzgebiet zählen etwa 670 Filialen.

Impf-Prämien bei Aldi und Lidl in den USA

In den USA sind einige Discounter schon weiter, was Impfprämien angeht. In den Vereinigten Staaten gaben die Discounter Lidl, Aldi und dessen Tochterfirma Trader Joe’s bekannt, dass die Unternehmen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Impf-Prämien belohnen. Lidl bezahlt seinen Angestellten nach der Impfung 200 Dollar aus, die nach Angaben die Kosten decken sollen, die mit einem Impftermin verbunden sein können, wie etwa die Anfahrt. Und auch Aldi zahlt seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zwei Stundenlöhne pro Impfung aus. Es heißt, dass den Angestellten die bestehende Angst genommen werden soll, sich „zwischen Gehalt und Gesundheit“ entscheiden zu müssen. In Deutschland haben die Filialen von Aldi und Lidl noch keine solcher Pläne veröffentlicht.

Die Meinungen über Auswirkungen von Impf-Prämien gehen auseinander

Die Auswirkungen, die solche „Motivierungsversuche“ auf die Angestellten haben, sind umstritten. Eine Studie der Universität Erfurt, die im Februar im Fachmagazin „Journal of Medical Ethics“ veröffentlicht wurde, ergab, dass Geldprämien oder ähnliche Belohnungsformen nicht die Bereitschaft erhöhen, sich impfen zu lassen. Für die Studie wurden 1.300 Menschen in Deutschland befragt, ob sie sich impfen lassen wollen. Einem Teil der Probanden wurde das Angebot gemacht, eine Geldprämie zwischen 25 und 200 Euro zu erhalten. Die Ergebnisse zeigten, dass die Bereitschaft durch ein Belohnungsangebot nicht zunahm.

Eine weitere Untersuchung, die vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung veröffentlicht wurde, kam jedoch zu einem anderen Entschluss: Die Impfbereitschaft stieg beim Angebot einer Prämie. Aber nicht nur das, die Bereitschaft war umso größer, je höher die Impfprämie war. Für die Studie wurden zwischen Dezember und Februar etwa 1.000 Amerikanerinnen und Amerikaner befragt. Durchgeführt wurde sie von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der University of California und des Karlsruhe Institute für Technology.

Die Untersuchung ergab, dass sich „ohne Kompensation […] 70 Prozent der Menschen impfen lassen [wollten]“, wie es in der Studie heißt. Bei einer Auszahlung von 100 Dollar stieg die Bereitschaft um 4,5 Prozent, bei 500 Dollar sogar um 13,6 Prozent. Nur bei Belohnungsangeboten von nur 20 Dollar sank die Bereitschaft, sich impfen zu lassen. Das könnte daran liegen, dass das Angebot der moralischen Motivation zuwiderliefe.

Für die Filialen des Großhandelsbetriebes Edeka-Nord arbeiten etwa 4.400 Angestellte. Wie viele sich von ihnen impfen lassen werden, ist bislang nicht bekannt. Die Leitung des Großhandelsbetriebes ist der Meinung, dass Impf-Prämien ein „weiterer Baustein der Corona-Maßnahmen“ sein können.

jk