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Druck auf EZB: Kreditsicherheiten zum Klimaschutz grüner machen

Jana Randow
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Klimaaktivisten haben die Europäische Zentralbank aufgefordert, ihr Regelwerk zu Kreditsicherheiten umweltfreundlicher auszugestalten.

In einem am Mittwoch von Greenpeace und der New Economics Foundation veröffentlichten Papier wird kritisiert, die EZB akzeptiere einen überproportional hohen Anteil von Anleihen CO2-intensiver Unternehmen als Sicherheiten. Solche Unternehmen profitierten bei der Risikoeinschätzung zudem von niedrigeren Abschlägen, den sogenannten Haircuts, so die Umweltschützer, was einer “systematischen Vorzugsbehandlung von Wertpapieren kohlenstoffintensiver Emittenten” entspräche.

Nur wenn “dreckige” Anleihen von Unternehmen, die besonders viele Treibhausgase freisetzen, von Ankäufen ausgeschlossen werden und wenn bei der Festlegung von Haircuts Klimarisiken mit berücksichtigt würden, kann eine deutliche Reduzierung der Kohlenstoffintensität erreicht werden, so die Forscher.

Die EZB hat lange argumentiert, sie müsse sich marktneutral verhalten in Bezug auf Sicherheiten und Anleihekäufe, erkennt jedoch nun Klimarisiken an und scheint bereit, ihre Haltung zu überdenken. Das Thema ist ein Schwerpunkt von Christine Lagardes Präsidentschaft und der aktuellen Überprüfung der strategischen Ziele des Instituts.

Die Bank von England ist bereits einen Schritt weiter. Ihr Mandat wurde bereits ausgeweitet und Hilfe beim Übergang zu einer CO2-neutralen Wirtschaft gehört nun offiziell zu ihren Zielen.

Die Ergebnisse der strategischen Überprüfung der EZB werden zwar erst in einem halben Jahr veröffentlicht, jüngste Kommentare deuten jedoch darauf hin, dass die Positionen der Notenbanker und der Klimaaktivisten nicht allzu weit auseinander liegen.

Francois Villeroy de Galhau sprach sich erst kürzlich für eine Dekarbonisierung der Bilanz der EZB aus. Isabel Schnabel, eine weitere Befürworter einer aktiveren Klimapolitik, wies letzte Woche darauf hin, dass der Ansatz der Marktneutralität nach der strategischen Überprüfung der Ziele der EZB womöglich nicht bestehen bleibt.

Einstweilen jedoch stellen Unternehmen mit einer schlechten CO2-Bilanz laut der Studie von Greenpeace 59% der von der EZB als Sicherheit akzeptierten Unternehmensanleihen. Ihr Beitrag zur Wirtschaftsleistung und Beschäftigung betrage dagegen höchstens die Hälfte. Anleihen solcher Unternehmen dürfte die EZB unter den vorgeschlagenen Regeln nur noch ankaufen, wenn sie als grüne Anleihen ausgestaltet wären. Das wäre ein starker Anreiz für die betroffenen Unternehmen, klimafreundlicher zu werden.

Überschrift des Artikels im Original:ECB Urged to Rethink Collateral Rules to Lower Carbon Footprint

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©2021 Bloomberg L.P.