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dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 20.04.2022 - 17.00 Uhr

·Lesedauer: 4 Min.

Bundesbank-Chef rechnet mit Zinserhöhung im dritten Quartal

WASHINGTON - Bundesbank-Präsident Joachim Nagel rechnet damit, dass die Europäische Zentralbank angesichts der hohen Inflation ihre Zinsen schon im Sommer anheben könnte. Erste Zinsschritte seien zu Beginn des dritten Quartals möglich, sagte er am Mittwoch am Rande der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds in Washington. Das wäre im Juli. Die Geldpolitik sei jetzt gefordert, sagte Nagel. Vor einer Zinserhöhung müssten aber die Anleihekäufe beendet werden, das könne möglicherweise schon Ende des zweiten Quartals geschehen.

ROUNDUP: Lindner warnt vor Schuldenkrise und sieht Verantwortung bei Russland

WASHINGTON - Finanzminister Christian Lindner hat vor einer weltweiten Schuldenkrise gewarnt und Russland die alleinige Verantwortung für die aktuellen ökonomischen Probleme gegeben. Sie entstünden nicht durch die westlichen Sanktionen, sondern durch den völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. "Die Verantwortung für die gegenwärtigen makroökonomischen Risiken trägt allein Russland", sagte der FDP-Politiker am Mittwoch am Rande der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington.

IWF-Chefin zu G20 in Kriegszeiten: Kooperation muss weitergehen

WASHINGTON - IWF-Chefin Kristalina Georgiewa hält trotz des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine internationale Kooperation auch in der Runde der G20-Staaten für unverzichtbar. "Wir leben in einer sehr schwierigen Zeit, in großer Ungewissheit. Und in erster Linie müssen wir uns auf diese Herausforderungen konzentrieren - zum Wohle der Milliarden von Menschen, die für ihre Familien, für ihre Existenzgrundlage auf eine vernünftige Wirtschaftspolitik angewiesen sind", sagte die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF) am Mittwoch in Washington auf Nachfragen von Reportern zur Funktionalität der "Gruppe der 20".

USA: Verkäufe bestehender Häuser sinken weniger als erwartet

WASHINGTON - In den USA sind im März die Hausverkäufe weniger gesunken als erwartet. Gegenüber dem Vormonat ging die Zahl der Bestandsverkäufe um 2,7 Prozent zurück, wie die Maklervereinigung National Association of Realtors (NAR) am Mittwoch in Washington mitteilte. Analysten hatten einen Rückgang um 4,1 Prozent erwartet.

ROUNDUP: Baerbock sichert Balten Beistand zu - Jeden Winkel gemeinsam schützen

RIGA - Außenministerin Annalena Baerbock hat den baltischen Staaten vor dem Hintergrund des russischen Krieges gegen die Ukraine Beistand gegen eine mögliche Bedrohung durch Moskau zugesichert. Die Nato werde ihr Bündnisgebiet verteidigen und "jeden Winkel gemeinsam schützen", sagte die Grünen-Politikerin am Mittwoch nach einem Treffen mit ihrem lettischen Amtskollegen Edgars Rinkevics in der Hauptstadt Riga. Als Nato-Verbündete könnten sich Lettland, Estland und Litauen "zu 100 Prozent auf Deutschland verlassen". Die Beistandsverpflichtung der Nato gelte ohne Wenn und Aber, ebenso die europäische Beistandsklausel.

DIW: Kohleausstieg bis 2030 bleibt möglich

BERLIN - Selbst im Falle eines russischen Gas-Exportstopps bleibt der in Deutschland angestrebte Kohleausstieg bis 2030 laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) möglich. Zwar müssten Kohlekraftwerke ohne russisches Gas kurzfristig länger am Netz oder in Bereitschaft bleiben. "Aufgrund des zu erwartenden starken Zubaus an Erneuerbaren kann jedoch die Stein- und Braunkohleverstromung bereits ab dem Jahr 2024 wieder deutlich absinken", schreiben die Forscherinnen und Forscher des DIW.

EZB-Rat Kazaks: Zinserhöhung schon im Juli möglich

FRANKFURT - Angesichts großer Inflationsrisiken könnte die Europäische Zentralbank (EZB) laut Ratsmitglied Martins Kazaks ihre Zinsen schon im Juli anheben. "Eine Zinserhöhung im Juli ist möglich", sagte Kazaks, der die lettische Zentralbank leitet, in einem Bloomberg-Interview am Mittwoch.

Eurozone: Handelsbilanzdefizit ausgeweitet

LUXEMBURG - Die Eurozone hat ihr Handelsbilanzdefizit im Februar ausgeweitet. Das saisonbereinigte Defizit lag bei 9,4 Milliarden Euro, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in Luxemburg mitteilte. Im Vormonat hatte der Fehlbetrag bei 7,7 Milliarden Euro gelegen.

Eurozone: Industrieproduktion steigt wie erwartet

LUXEMBURG - Die Industrieproduktion in der Eurozone ist im Februar wie erwartet gestiegen. Die Produktion sei um 0,7 Prozent gegenüber dem Vormonat geklettert, teilte das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in Luxemburg mit. Volkswirte hatten diesen Anstieg erwartet. Allerdings war die Entwicklung im Januar deutlich schwächer ausgefallen als zunächst ermittelt. Die Produktion habe nicht stagniert, sondern sei um 0,7 Prozent gefallen.

ROUNDUP/Japans Handelsbilanzdefizit unerwartet hoch - Yen und Ölpreis belasten

TOKIO - Insbesondere der schwache Yen und hohe Preise für Rohstoffe wie Öl haben der japanischen Wirtschaft den achten Monat in Folge ein Defizit in der Handelsbilanz eingebrockt. Das Handelsbilanzdefizit sank zwar im März im Vergleich zum Februar, allerdings nicht so stark wie von Experten erhofft. Im März lag der Wert der Importe 412 Milliarden Yen (drei Milliarden Euro) über dem der Exporte, wie das Finanzministerium in Tokio am Mittwoch auf Basis vorläufiger Daten bekannt gab. Im Februar hatte das Handelsbilanzdefizit noch bei knapp 670 Milliarden Yen gelegen.

Deutschland: Erzeugerpreise klettern weiter im Rekordtempo

WIESBADEN - Der bereits starke Preisauftrieb auf der Erzeugerebene in Deutschland hat sich im März weiter beschleunigt. Die Produzentenpreise stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 30,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Das ist ein Rekord seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949. Analysten hatten einen etwas geringeren Preisschub von im Mittel 30 Prozent erwartet.

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ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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