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Mit diesen drei Schritten verkostet ihr Wein richtig und so findet ihr eure Lieblingssorte, laut dieser Jungwinzerin aus Rheinhessen

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Juliane Eller hat vor acht Jahren das elterliche Weingut übernommen.
Juliane Eller hat vor acht Jahren das elterliche Weingut übernommen.

Juliane Eller nennt ihre Weine "Juwel"-Weine. Das ist nicht nur eine Zusammensetzung ihres Namens und des Begriffs Wein, sondern soll auch ihre Wertschätzung dem Naturprodukt gegenüber ausdrücken: Er sei wertvoll wie ein echter Juwel, findet sie.

Die 31-Jährige betreibt seit acht Jahren das Weingut ihrer Eltern im rheinhessischen 3000-Einwohner-Ort Alsheim. Die Winzerin richtet sich mit ihren beiden Labels „Juwel-Weine“ und „III Freunde“ hauptsächlich an junge Kunden. Aber wie verkostet man eigentlich Wein, wenn man noch nicht so viel Ahnung hat?

Für Anfänger: Wenn ihr beim Probieren ein bisschen Luft einsaugt, könnt ihr intensiver schmecken

Die Winzerin empfiehlt drei Schritte: Zunächst das Weinglas schwenken, dann am Wein riechen, erst anschließend wirklich probieren. „Beim Probieren solltet ihr ein bisschen Luft in den Mund einsaugen – das ist nicht nur der Show wegen im Restaurant gut, sondern tatsächlich ein guter Tipp, um den Geschmack intensiver zu erleben.“

Unverkrampft sollte man an das Lifestyle-Thema Wein herangehen, rät Juliane Eller. „Ich sage immer: Es schmeckt oder es schmeckt nicht. Das ist der Kern – die Geschmäcker sind eben verschieden, alles andere ist zweitrangig.“

Und wie finde ich heraus, was mein Lieblingswein ist? Probieren geht über Studieren – und das am besten Schritt für Schritt: „Man könnte sich zum Beispiel Regionen aussuchen – da fängt man mit einem deutschen Anbaugebiet an und testet sich durch.“ Bei 13 Anbaugebieten allein in Deutschland ist man damit eine Weile beschäftigt.

Für Fortgeschrittene: Konzentriert euch auf ein Weingut – und probiert euch durch die verschiedenen Qualitätsstufen

Wenn ihr schon länger abends beim Essen gehen Wein trinkt, aber ein tieferes Wissen über die verschiedenen Rebsorten haben wollt, hat Juliane Eller einen Tipp parat: "Für Fortgeschrittene empfehle ich einen Besuch bei dem Winzer oder der Winzerin vor Ort. Dort kann man sich durch die verschiedenen Qualitätsstufen der Weine probieren – von der Basis und sogenannten Visitenkarte des Weinguts bis hin zum Flaggschiff des Betriebs."

Die Auswahl an Wein ist riesig. Allein in Deutschland gibt es mehr als hundert Rebsorten. Ihr könnt Ordnung in den Dschungel bringen, indem ihr zum Beispiel eine App verwendet, in der ihr getrunkene Weine speichern und bewerten könnt. Die App des Online-Marktplatzes Vivino (App Store / Google Play) ist da nur eine von vielen.

Welche Rebsorte fasziniert Eller besonders? "Das spannendste Entwicklungspotential hat für mich die Königin unter den weißen Rebsorten: Riesling. Wenn Weingüter da sogar verschiedene Jahrgänge im Sortiment haben, empfehle ich (wenn machbar), eine Vertikale zu verkosten."

Eine Vertikale verkosten bedeutet, den gleichen Riesling eines Weinguts von verschiedenen Jahrgängen zu probieren, also etwa einen 2020er-Riesling, einen 2019er-Riesling und so weiter. So kommt man den feinen Nuancen einer Rebsorte am nächsten, denn jeder Jahrgang schmeckt naturgemäß ein bisschen verschieden.

Wenn ihr mehr wissen wollt über Juliane Eller und darüber, wie sie dazu gekommen ist, Joko Winterscheidt einfach anzuschreiben, dann empfehle ich euch, diesen Text von uns zu lesen.

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