Werbung
Deutsche Märkte öffnen in 4 Stunden 23 Minuten
  • Nikkei 225

    38.622,68
    -480,54 (-1,23%)
     
  • Dow Jones 30

    39.065,26
    -605,78 (-1,53%)
     
  • Bitcoin EUR

    62.591,81
    -1.631,88 (-2,54%)
     
  • CMC Crypto 200

    1.471,13
    -31,53 (-2,10%)
     
  • Nasdaq Compositive

    16.736,03
    -65,51 (-0,39%)
     
  • S&P 500

    5.267,84
    -39,17 (-0,74%)
     

DHDL: Doch kein Deal für Food-Startup Nature Pandan – doch es lag weder an der Gründerin noch an den Investoren

Anne Rich präsentierte mit Nature Pandan Pandan Pulver und Sirup von der Pandan-Pflanze. - Copyright: RTL / Bernd-Michael Maurer
Anne Rich präsentierte mit Nature Pandan Pandan Pulver und Sirup von der Pandan-Pflanze. - Copyright: RTL / Bernd-Michael Maurer

„Die Höhle der Löwen“ war am Montag direkt mit einem Deal gestartet: Gründerin Anne Rich schaffte es, gleich zwei erfahren Löwen von ihrem „Superfood“ Pandan zu überzeugen. Gemeinsam wollten Einzelhandel-Profi Ralf Dümmel und Food-Experte Nils Glagau 50.000 Euro investieren. Im Gegenzug sollten sie 30 Prozent der Unternehmensanteile von Nature Pandan erhalten. Wie schon so häufig in dieser Staffel sollte es dazu allerdings nicht kommen. Aber dieses Mal ließen weder die Investoren noch die Gründerin den Deal platzen – sondern eine EU-Regelung.

So lief der Pitch:

Die Gründerin von Nature Pandan war sichtlich aufgeregt. Gleich mehrmals hatte Rich einen Blackout, als sie den Löwen ihre Produkte vorstellte: Pulver und Sirup-Extrakt, das aus der Pflanze Pandan gewonnen wird. Die aus Südostasien stammende Palmenart werde vor allem in Asien zum Würzen, aber auch als Heilmittel verwendet, erläutert Rich. Der Geschmack sei nussig-vanillig – deshalb werde die Pflanze auch als „grüne Vanille Asiens“ bezeichnet.

WERBUNG

Dabei sei Pandan ein echtes Superfood, denn die Blätter der Palme seien entzündungshemmend und antioxidativ und enthielten zudem wichtige Aminosäuren. Sie selbst sei auf Pandan durch ihr indonesisches Aupair aufmerksam geworden. Dabei habe sie feststellen müssen, dass Pandan-Erzeugnisse – etwa als Sirup – in ganz Europa nicht zu bekommen seien. Und das habe sie ändern wollen. Denn Rich glaubt: Vor allem der Geschmack werde Konsumenten überzeugen.

Für ihre „noch zu gründende GmbH“ (Rich hatte erst fünf Wochen vor Aufzeichnung der Sendung überhaupt angefangen, ihre Idee in die Tat umzusetzen) verlangte sie deshalb 50.000 Euro und wollte dafür 25 Prozent der Firmenanteile abgeben.

Zwei Löwen überzeugt

Spätestens mit Ende des Pandan-Vortrags schien viel Anspannung von der Neu-Gründerin abzufallen. Rich wirkte geradezu erleichtert, als sie zur Produktpräsentation überging und den Löwen ihre Pandan-Produkte in Reinform und in Anwendungsbeispielen servierte: einen Pandan-Latte (Milch mit Pandan-Sirup) sowie eine indonesische Nachspeise, bei der das Pandan-Pulver im Teig verbacken wurde.

Tatsächlich überzeugten ab diesem Punkt nicht nur die Kostproben, sondern auch die Gründerin, die sämtliche Rückfragen der Löwen souverän beantworten konnte und jetzt sichtlich und mit guten Argumenten für ihre Idee kämpfte. Dafür erntete Rich nicht nur viel Lob von den Investoren – sondern überzeugte am Ende auch Nils Glagau und Ralf Dümmel, die ihr einen gemeinsamen Deal anboten: die geforderten 50.000 Euro, aber für 30, anstatt 25 Prozent. Rich willigte mit „einem guten Gefühl“ ein.

Darum ist der Deal geplatzt:

Nach Aufzeichnung der Sendung hätte die Zusammenarbeit zunächst vielversprechend angefangen, erzählt Gründern Rich im Gespräch mit Gründerszene. Sie sei zu Dümmel eingeladen worden, dort sei sie „sehr herzlich“ empfangen worden und man habe „sehr offen über alles“ gesprochen. „Das war für mich eine sehr besondere und tolle Erfahrung“, sagt Rich. Im Laufe der Wochen habe sich aber herausgestellt, dass Pandan in der verarbeiteten Form, wie sie Rich anbieten möchte, in Deutschland nicht verkauft werden darf.

Schuld ist die Novel-Food-Verordnung der Europäischen Union. Demnach gehört Pandan zur Gruppe der sogenannten neuartigen Lebensmittel (Novel Foods). Diese Lebensmittel „müssen erst einer gesundheitlichen Bewertung unterzogen werden, bevor sie in Verkehr gebracht werden dürfen“, heißt es vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Am Ende habe man es nicht geschafft, Pandan auf den Markt zu bringen. „Wir haben es monatelang versucht, mit Anwälten und Lebensmittelinstituten, aber für dieses Novel Foods-Gesetz müsste man erst ein sehr umfangreiches Verfahren in der EU anstoßen und das ist sehr zeit- und kostenintensiv“, sagt Rich. Weil der Ausgang eines solchen Verfahrens zu ungewiss sei, habe man sich letztlich dagegen entschieden.

Schon während der Sendung war klar geworden, dass vor Rich und ihrem Startup Nature Pandan noch ein weiter Weg liegt – auch ohne Novel Foods-Gesetz. Die anderen Löwen hatten auch deshalb ein Investment abgesagt, weil sie vor der Aufgabe, Pandan in Deutschland bekannt zu machen, zurückgeschreckt waren. „Das wird nicht so einfach“, hatte Dagmar Wöhrl prophezeit.

Enttäuschte Löwen

Glagau und Dümmel hatten es trotzdem probieren wollen – und zeigten sich jetzt entsprechend enttäuscht, dass es nicht klappt. „Mein Löwenherz schmerzt sehr, dass wir das Projekt Nature Pandan nicht weiterverfolgen können. Anne hat mich mit ihrem beeindruckenden Pitch zu 100 Prozent überzeugt und ich schätze ihre Innovationskraft und ihr Engagement für ihre Idee“, lässt Ralf Dümmel in einem Statement an Gründerszene ausrichten. Glagau ergänzt: „Auch wenn der Deal durch die fehlende Zulassung als Novel Food nicht zustande gekommen ist, bleiben wir im Austausch.“

Denn noch hat die Gründerin ihre Vision, Pandan in Deutschland bekannt zu machen, nicht aufgegeben. Dafür beabsichtigt Rich jetzt erst einmal ein indonesisches Kochbuch herauszubringen. Laut Rich könne man die Blätter der Pandan-Pflanze übrigens schon jetzt auch in Deutschland kaufen.

„Ich lege den Fokus jetzt erst einmal darauf, in Deutschland ein Bewusstsein für die exotische Pandan-Pflanze zu schaffen und den Menschen die Vielfalt und Schönheit der indonesischen Küche näher zu bringen“, sagt sie und ergänzt: „Wer weiß, vielleicht ist es irgendwann ja sogar möglich, mein Pandan-Produkt auch hierzulande vertreiben zu können. Ich freue mich sehr auf alles, was in der Zukunft noch kommt.“