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Devisen: Euro fällt wieder unter die Parität zum Dollar - Russischer Gasstopp

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Eurokurs <EU0009652759> ist am Freitag im US-Handel wieder unter die Parität zum US-Dollar gerutscht. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 0,9967 Dollar. Im späten europäischen Geschäft war sie noch bis auf 1,0034 Dollar geklettert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 0,9993 (Donnerstag: 1,0004) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 1,0007 (0,9996) Euro.

Auslöser des Kursrutsches unter die Parität war eine neuerliche Eskalation der Gaskrise in Europa. Durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 wird von diesem Samstag an anders als angekündigt weiter kein Gas fließen, wie der Staatskonzern Gazprom <US3682872078> mitteilte. Grund sei ein Ölaustritt in der Kompressorstation Portowaja. Die Nachrichten rückt Europa einen Schritt näher an Stromausfälle, Gas-Rationierungen und eine schwere Rezession.

Zuvor hatte die Gemeinschaftswährung von der sehr freundlichen Stimmung an den europäischen Aktienmärkten profitiert. Der Dollar als sichere Alternative war weniger gefragt gewesen.

Indes deutet der anhaltend hohe Preisdruck in der Eurozone auf weitere Leitzinserhöhungen durch die EZB hin. Der Anstieg der Erzeugerpreise hat sich im Juli nach einer Pause wieder verstärkt. Mit einem Anstieg von 37,9 Prozent im Jahresvergleich wurde der höchste Zuwachs seit Einführung des Euro als Buchgeld erreicht. Die Entwicklung schlägt in der Regel mit etwas Zeitverzug teilweise auf die Verbraucherpreise durch, an denen die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik ausrichtet. An den Märkten wird zunehmend damit gerechnet, dass die Notenbank am kommenden Donnerstag eine große Zinserhöhung um 0,75 Prozentpunkte vollzieht. Dies würde den Euro für Anleger attraktiver machen.

Die mit großer Spannung erwarteten Arbeitsmarktdaten aus den USA gaben dem Markt keine neue Richtung. So ist die Arbeitslosenquote zwar von niedrigem Niveau aus etwas gestiegen. Insgesamt zeigt sich der Arbeitsmarkt aber weiter stark. "Der im Vergleich zum Vormonat schwächere Arbeitsplatzaufbau ist nicht einer nachlassenden Nachfrage vonseiten der Unternehmen zuzuschreiben, sondern ist den nur schwer verfügbaren Arbeitnehmern geschuldet", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der VP Bank. Gitzel rechnet daher im September mit einer erneut deutlichen Leitzinsanhebung der US-Notenbank Fed um 0,75 Prozentpunkte.