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"Deprimierend", "fantastisch" – Werbespot von McDonald's spaltet die Gemüter

Willy Flemmer
·Freier Autor für Yahoo
·Lesedauer: 4 Min.

In England sorgt ein Werbespot von McDonald's für Aufsehen. Die Internet-Nutzer sind gespalten. Einige Zuschauer finden den Clip großartig, andere halten ihn für zu traurig. Manch einer glaubt sogar, es handelt sich um die deprimierendste Werbung überhaupt.

Ljubljana, Slovenia - September 3, 2011: Close-up of McDonalds outdoor sign with  typical rounded yellow M letter against cloudless blue sky. Sign is positioned on the left side of image.
Bild: Getty Images

Werbung zeichnet sich für gewöhnlich dadurch aus, dass sie dem Rezipienten eine heile Welt vorgaukelt – wobei natürlich das Produkt des Werbetreibenden der Mittelpunkt des Märchen-Universums ist. Ein aktueller Werbespot von McDonald’s erfüllt dieses Kriterium nach Ansicht vieler Zuschauer allerdings nicht. Viele fanden ihn so traurig, dass sich der Fast-Food-Konzern im Internet so manchen Vorwurf gefallen lassen muss. Es gibt aber auch etliche Zuschauer, die von dem Clip begeistert sind.

Kopf hoch, trauriger Junge

Was das Ganze aus Sicht der Kritiker besonders deprimierend macht: Bei dem am 11. November auf Twitter veröffentlichten Clip bildet ausgerechnet Weihnachten den Rahmen für die Geschichte. Im Mittelpunkt steht ein kleiner Junge, den man nicht gerade als Frohnatur bezeichnen kann. Sämtliche Versuche seiner Mama, den Miesepeter bei Laune zu halten, schlagen fehl. Sie will mit ihm den Weihnachtsbaum schmücken – vergeblich, er zeigt ihr die kalte Schulter. Sie will ihn auf einem Weihnachtsmarkt zum Lachen bringen – zwecklos, er lächelt nicht einmal.

Zum Glück gibt es auf der Welt McDonald’s. Nachdem die Mama ihm in einer Filiale der Restaurant-Kette was Leckeres gekauft hat, taut der Junge allmählich auf. Da lächelt er plötzlich nicht nur, als Mama einen Schneeball nach ihm wirft, er macht bei dem Spaß auch mit. Sogar den Weihnachtsbaum wird er später mit Mama schmücken, bevor es sich die beiden auf dem Sofa zwischen Baum und Kamin gemütlich machen.

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Am Ende des anderthalbminütigen Werbespots, den McDonald's für seine britischen Kunden produziert hat, will der Junge zu Bett gehen. Da fällt ihm plötzlich der Snack ein, den Mama ihm bei McDonalds gekauft hat und den er in die Tasche seines Sweatshirts gesteckt hatte. Es handelt sich um die Cracker "Reindeer Treats", Rentier-Leckereien, die er in einem Teller vor den Kamin stellt. Glücklich und beseelt lässt er sich danach von der Mama in die Arme nehmen. Auf dieses letzte Bild wird ein Text eingeblendet: "Are You #ReindeerReady?" Ja, der Junge ist bereit für das Rentier, Weihnachten kann kommen.

Reaktion der Internet-Nutzer

Der Werbeclip hat also ein Happy End, der Junge findet – dank McDonald's – sein Glück. Trotzdem halten viele Internet-Nutzer die Geschichte für zu traurig. "Das ist die deprimierendste Weihnachtswerbung, die ich jemals gesehen habe", schreibt ein Mann auf Twitter. Ein anderer Nutzer meint: "Okay. Kein McDonald's mehr für mich." Ein User findet den Clip "zu düster für Weihnachten". McDonald’s nutze die "Trauer" in der Corona-Pandemie aus, um damit Profit zu machen.

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Viele Nutzer beklagen einen anderen Aspekt: Wo ist der Vater in dieser Geschichte? "Eine weitere Weihnachtswerbung ohne einen Vater ", stellt ein Mann auf Twitter fest. "Offensichtlich können nur Mütter ihre Kinder an Weihnachten lieben." Er werde mit seinen Kindern nicht einmal in die Nähe von McDonald's gehen, fügt er hinzu. In einem anderen Kommentar heißt es: "Sieht aus wie eine unvollständige zweiköpfige Familie – an Weihnachten".

Es gibt aber auch viele positive Stimmen. "Wieder mal die übliche Anti-Weihnachten-Brigade", schreibt ein Nutzer mit Blick auf die negativen Meinungen. "Das ist eine fantastische Werbung, und ich kann es kaum erwarten, den Weihnachtsbaum aufzustellen." Manche Nutzer waren durch den Clip zu Tränen gerührt: "Mein Gott, wie kann ich bei einer McDonald's-Werbung nur so weinen?" fragt eine Frau.

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