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Denken diese Gründer zu groß? „Jede dritte E-Commerce-Bestellung über uns“

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Felix Haberland, Johannes Tress und Boris Bösch (v.l.) wollen mit Everstox zum Logistik-Riesen werden.
Felix Haberland, Johannes Tress und Boris Bösch (v.l.) wollen mit Everstox zum Logistik-Riesen werden.

Bei Startups geht es um Visionen – und oft um Ziele, die unerreichbar scheinen. So wie bei Everstox, das sich vorgenommen hat, bis 2030 jede dritte Bestellung im E-Commerce über die eigene Logistik-Plattform laufen zu lassen. Laut Statista wurden allein in Deutschland jährlich zuletzt 73 Milliarden Euro im B2C-E-Commerce umgesetzt. Weltweit sollen es in diesem Jahr etwa 2,7 Billionen Euro werden.

Für die nächsten Schritte hat das Münchner Startup in der Series A jetzt 20 Millionen Euro aufgenommen. Die Kapitalspritze kommt von bekannten Geldgebern: dazu zählen der Lead-Investor Acton Capital, der etwa bei Home24 und Momox investiert war, sowie die Altinvestoren Capnamic aus Berlin, der Rocket-Internet-Fonds Global Founders Capital sowie Rockets Frühphasen-Geldgeber Flash Ventures. In der vergangenen Runde Ende 2020 nahm Everstox von den Altgesellschaftern drei Millionen Euro ein.

Bis 2030 dürften die aufgenommenen Millionen nicht reichen. Vielmehr soll damit in den kommenden Monaten unter anderem die Mitarbeiterzahl von 50 auf 150 verdreifacht werden.

Everstox will Logistik für Onlineshops einfacher machen

Everstox bietet seinen Kunden – das sind Onlinehändler, die physische Waren an Onlineshopper verkaufen – den Zugang zu einem Netzwerk von derzeit 50 Lagerstandorten in Europa und Versanddienstleistern wie UPS, DHL oder DPD an.

„Es gibt ein breites Angebot an professioneller physischer Infrastruktur in Europa. Was dabei fehlt, sind einfacher Zugang und smarte Technologie, die eine Steuerung sämtlicher Lager-, Fulfillment- und Versand-Aktivitäten mit einem Klick ermöglicht", erklärt Everstox-Mitgründer und CTO Felix Haberland das Konzept seines Startups.

Wer also mit seinem Onlineshop beispielsweise die Expansion in weitere Länder anstrebt, kann seine Logistik skalieren, indem er die Cloud-Lösung und das bestehende Logistik-Netzwerk von Everstox nutzt, ohne selbst eines aufbauen zu müssen. Mit dem frischen Kapital aus der Finanzierungsrunde soll dieses operative Netzwerk vergrößert und unter anderem auf 100 Lagerstandorte in Europa verdoppelt werden.

2022 sollen über das Everstox-Netzwerk dann eine Million Artikel pro Tag versendet werden. Ähnliche Zahlen erreicht die Logistik-Firma eigenen Angaben zufolge zur Zeit auf Monatsbasis, bisher waren es im November 1,5 Millionen Produkte, so das Unternehmen auf Nachfrage – die Wachstumspläne sind also auch hier ambitioniert.

Zu den Kunden zählen der Amazon-Shop-Aufkäufer Razor Group, der kürzlich zum Einhorn wurde, sowie Yfood und Nu Company.

Gegründet wurde das Unternehmen aus München von Felix Haberland, Boris Bösch und Johannes Tress im Jahr 2019. Haberland war jahrelang im Rocket-Umfeld unterwegs und zuletzt CPO von Delivery Hero in Deutschland. Bösch war im Consulting tätig, unter anderem bei der Boston Consulting Group. Tress war ebenfalls bei BCG und gründete vor Everstox das Möbel-Startup Space-Y, das inzwischen zu Hauser Office Design gehört.

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