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Deka sieht dauerhafte 30%-Home-Office-Quote in neuer Büro-Welt

Stephan Kahl

(Bloomberg) -- Bei der DekaBank kommen nach dem Abklingen der Coronakrise wieder mehr Mitarbeiter in die Büros. Der Rückkehr-Prozess wird jedoch sehr langsam verlaufen, deutet Vorstand Daniel Kapffer an. Für die Zeit nach der Pandemie rechnet er zudem damit, dass der Home-Office-Anteil dauerhaft bei bis zu einem Drittel der Mitarbeiter liegen könnte.

Zu Spitzenzeiten hatten bei der Deka fast alle von daheim gearbeitet, nur 10% waren in der Bank. In einem ersten Schritt soll die Büro-Quote nun auf maximal 30% steigen. “Diese Schwelle werden wir wahrscheinlich vor der Sommer-Pause erreichen”, sagte Kapffer im Interview mit Bloomberg. In Abhängigkeit vom Verlauf der Pandemie dürfte der Anteil danach weiter auf 50% klettern. Dieser Wert könnte sich Kapffer zufolge später in diesem Jahr einstellen.

Kollegen, bei denen es die größten Produktivitätseinschränkungen gebe, würden als erstes ins Büro zurückkehren. Zum Beispiel könne Kapffer zufolge das Call Center nicht beliebig aus Home Offices heraus arbeiten.

“Ich war anfangs davon ausgegangen, dass wir die Mitarbeiter schneller zurückholen. Doch inzwischen gehe ich davon aus, dass es länger dauern wird”, sagte der Finanzchef, der zusätzlich auch die Bereiche IT und Organisation verantwortet. Die meisten Mitarbeiter seien ohnehin froh, derzeit noch im Home Office zu sein.

Keine festen Schreibtische

Unterm Strich werde flexibles Arbeiten auch aufgrund der Pandemie deutlich an Bedeutung gewinnen. Vor der Coronakrise habe der Home-Office-Anteil bei der DekaBank lediglich etwa 5% bis 10% betragen. “Ich glaube, dass der Anteil nach der Krise dauerhaft bei 25% bis 30% liegen wird”, sagte Kapffer.

Auch bei der UBS Group AG könnte dauerhaft ein Drittel der Mitarbeiter von außerhalb der Bank arbeiten, wie Sabine Keller-Busse, Group Chief Operating Officer der Bank, am Montag bei einer Bloomberg-Veranstaltung sagte.

Die DekaBank will Anfang 2022 ein neues Gebäude in Niederrad beziehen, das von Anbeginn auf flexibles Arbeiten ausgerichtet ist. Dort wird es keine fest zugeteilten Schreibtische mehr geben. Kapffer: “Wenn die Kollegen morgens ins Büro kommen, suchen sie sich einen der Arbeitsplätze im Großraumbüro aus”.

In der Zwischenzeit liegt das Augenmerk darauf, in den bestehenden Büros ein sicheres Arbeiten trotz Corona zu ermöglichen. In den Fahrstühlen dürfen zum Beispiel nur noch maximal zwei Personen fahren, in den Konferenzräumen gibt es Obergrenzen. Die Kantine hat zwar wieder geöffnet, allerdings ist fast alles auf Ausgabe statt Selbstbedienung umgestellt.

Auto statt Nahverkehr

“Wir haben an all unsere Mitarbeiter zwei hochwertige Masken verschickt. Sind die Kollegen im Büro, empfehlen wir, sie immer dann zu tragen, wenn sie ihren Schreibtisch verlassen und sich im Gebäude bewegen”, sagte Kapffer. Um auf dem Weg ins Büro den Nahverkehr meiden zu können, werden Mitarbeitern zudem Pkw-Parkplätze kostenlos zur Verfügung gestellt beziehungsweise Parkgebühren erstattet.

Andere deutsche Finanzdienstleister sind ebenfalls dabei, Mitarbeiter in die Büros zurückzubringen. Dazu zählen unter anderem die Commerzbank AG, die DWS als Fondstochter der Deutschen Bank AG sowie die DZ Bank. Deren Vorstand Christian Brauckmann hatte vor kurzem im Bloomberg-Interview gesagt: „Derzeit arbeiten noch rund 80% der Mitarbeiter von zu Hause aus. Diesen Wert werden wir auf 75% senken und bis auf Weiteres dort belassen.”

Bei der DekaBank sind seit Anfang Juni auch Dienstreisen innerhalb Deutschlands wieder erlaubt. Hier geht es vor allem um Besuche von Sparkassen und institutionellen Kunden. Kapffer: “Interne Meetings sollen indes digital erfolgen und größere Veranstaltungen gemieden werden”.

(Ergänzt um UBS-Pläne im 6. Absatz)

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