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Daimler Truck hat Gegenwind in Europa: Fünf Themen des Tages

(Bloomberg) -- Christoph Rauwald über fehlendes Interesse an Lastern. — Abonnieren Sie unseren Newsletter Fünf Themen des Tages und erhalten Sie Sonntags das Hauptstadtgeflüster direkt in Ihre Mailbox.

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Süddeutsches Elefantenrennen

Daimler Truck — der weltgrößte Lkw-Hersteller — hat zwar insgesamt robuste Zahlen für das erste Quartal vorgelegt, aber die Aktie verlor am Freitag zwischenzeitlich mehr als 7%. Die Nachfrage nach Lkw bzw. Gütertransporten ist oft ein Spiegelbild der gesamtwirtschaftlichen Großwetterlage, und die ist vor allem auf dem Heimatmarkt angespannt.

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“Wir sind bei unseren Finanzzielen für das Gesamtjahr im Plan, spüren aber zunehmend mehr Gegenwind in Europa,” sagte Martin Daum, Vorstandsvorsitzender der schwäbischen Laster-Schmiede, am Freitag. In einer Telefonkonferenz wies er darauf hin, dass dies insbesondere für Deutschland gelte. Ein trotz Absatzrückgangs robustes Ergebnis spiegelten die bereits in der vergangenen Woche veröffentlichten Zahlen von Traton wider. Beim Münchner Konkurrenten sorgte vor allem die Entwicklung beim schwedischen Premium-Lkw-Bauer Scania für gute Laune, aber auch die in den vergangenen Jahren krisengeschüttelte MAN schlug sich wacker.

Tratons US-Marke Navistar kämpft dagegen weiter mit Problemen in der Lieferkette. Anders bei Daimler Truck: Die starke Präsenz in Nordamerika mit den Marken Freightliner und Western Star hat dem Hersteller aus Leinfelden-Echterdingen schon oft geholfen, Marktschwächen in anderen Regionen auszugleichen. Die bereinigte Umsatzrendite in Nordamerika lag im ersten Quartal bei beachtlichen 12,5%.

Was Marktteilnehmer heute noch bewegen könnte, berichten Ihnen Rainer Bürgin, Alexander Kell, Stephan Kahl und Verena Sepp: Rekord-Aktienrückkauf, kein Ende der Immo-Flaute, reiches Aufwärtspotenzial, Lockerungsträume, und Morgenröte.

Rekord-Aktienrückkauf

Nach einigen Verlust-Quartalen scheint Apples Glanz allmählich wieder durchzublitzen. Mit einem Umsatz von 90,8 Milliarden Dollar im ersten Quartal konnte die iPhone-Schmiede die Erwartungen übertreffen, für das laufende Jahr rechnet das Management wieder mit schwarzen Zahlen. Es kündigte zudem einen Aktienrückkauf in Höhe von 110 Milliarden Dollar an, der größte in der Unternehmensgeschichte. Überrascht zeigten sich Analysten jedoch über das von Apple gemeldeten iPhone-Wachstum in China — wo zuletzt große Flaute herrschte. Daten aus unabhängigen Quellen hatten gezeigt, dass der iPhone-Absatz dort rückläufig war. Ein Erklärungsversuch ist die Diskrepanz, wie Analysten und Apple den Absatz erfassen. Im nachbörslichen Handel legte die Aktie am Donnerstag bis zu 7,9% zu. Eine frohe Botschaft hatte heute auch Henkel in petto. Im Zuge vorläufiger Zahlen hob der Waschmittelhersteller den Jahresausblick an. Statt 2,0% bis 4,0% steht nun ein organisches Wachstum des Umsatzes von 2,5% bis 4,5% in Aussicht.

Kein Ende der Immo-Flaute

Während der VDP — ein Lobby-Verband deutscher Immobilienfinanzierer — zuletzt Optimismus verbreitet und das Ende der Krise am Markt in Aussicht gestellt hatte, klangen die Einschätzungen von Aareal-Bank-Chef Jochen Klösges am Freitag etwas verhaltener. Mit einer durchgreifenden Entspannung an den gewerblichen Immobilienmärkten sei kurzfristig wohl nicht zu rechnen, sagte er bei der Hauptversammlung seiner Bank, die immerhin zu den größten deutschen Immobilienbanken gehört. Aber auch Klösges sah etwas Licht am Ende des Tunnels. Zum einen sei der Markt besser als sein Ruf und die starken Verwerfungen am US-Markt dürften wohl nicht nach Europa schwappen. Zum anderen gebe es erste zarte Anzeichen für eine Stabilisierung. Klösges Aussagen folgen auf ein Geschäftsjahr, in dem elf der größten deutschen Immobilienfinanzierer, inklusive Aareal Bank, mehr als 2,5 Milliarden Euro an Risikovorsorge für Immobilienkredite bilden mussten.

Reiches Aufwärtspotenzial

Die Deutsche Bank will das von ihr für reiche Familien in Südostasien und im Nahen Osten verwaltete Vermögen in den nächsten fünf Jahren verdoppeln. Als Hebel soll dabei der Umstand dienen, dass die beiden Regionen inzwischen “stark miteinander verflochten” sind, wie Privatkundenbank-Chef Claudio de Sanctis im Bloomberg-Interview sagte. Wohlhabende in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten seien zunehmend daran interessiert, in Südostasien und Hongkong zu investieren und umgekehrt. Personell habe man sich in den Regionen “viel mehr” verstärkt als in anderen Bereichen. In erster Linie seien Mitarbeiter der Credit Suisse zur Deutschen Bank gewechselt, sagt Konzernvorstand de Sanctis, der 2018 selbst von der Schweizer Bank zum Institut in Frankfurt stieß. Platzhirsch im Wealth Management ist indessen die UBS, die die Credit Suisse geschluckt hat. Sie betreut ein Kundenvermögen von fast 4 Billionen Dollar. Die Deutsche Bank kommt bislang nur auf rund 650 Milliarden Dollar.

Lockerungsträume

Im Vorfeld des heutigen US-Arbeitsmarktberichts haben die Anleihehändler ihre Erwartungen für die erste Zinssenkung der Fed um einen Monat auf November vorverlegt. Kurzläufer verzeichneten nach der Notenbanksitzung am Mittwoch die beste zweitägige Rally seit Januar, die Renditen für zweijährige Anleihen, die am empfindlichsten auf die Fed-Zinsen reagieren, fielen um 17 Basispunkte auf 4,87%. Fed-Chef Jerome Powell hatte nach der Sitzung einen weniger aggressiven Ton angeschlagen. Marktbewegende Daten werden im Laufe des Tages mit dem US-Arbeitsmarktbericht für April veröffentlicht. Die Schaffung neuer Arbeitsplätze übertrifft seit fünf Monaten in Folge die Schätzungen der Ökonomen, und das Lohnwachstum liegt weiterhin über dem Niveau vor der Pandemie, was Aufwärtsdruck auf die Inflation ausübt. Da die EZB “nicht im luftleeren Raum” agiert, wie Ven Ram im Markets Live Blog schreibt, sind die Daten auch für die Eurozone relevant. Die Markterwartung, dass die EZB die Zinsen in diesem Jahr deutlich senken kann, hält er für übertrieben. Zumal das Lohnwachstum im Euroraum keine Anstalten macht, sich abzuschwächen.

Morgenröte

Knapp vier Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion dürften die osteuropäischen EU-Länder beim Lebensstandard den Süden der Union überflügelt haben. Nach den jüngsten Prognosen des Internationalen Währungsfonds wird das Pro-Kopf-Einkommen in Slowenien bis 2029 kaufkraftbereinigt dasjenige Italiens übertreffen. Litauen wird in dieser Hinsicht gleichziehen, und Polen wird nicht weit dahinter liegen. Damit würde sich das Versprechen der EU-Osterweiterung vor 20 Jahren erfüllen, den Wohlstand in den ehemals sozialistischen Staaten an den reicheren Westen heranzuführen. Während die mittel- und osteuropäischen Neuankömmlinge dank ausländischer Investitionen, Zugang zum EU-Markt und zu Finanzhilfen einen Produktionsschub erlebten, litten Länder wie Italien unter Wachstumsschwäche. Im Osten hat sich die Abwanderung von Arbeitskräften, die im Ausland mehr Geld verdienen wollen, bereits umgekehrt. Ein Problem auch für Deutschland — das zudem als Wirtschaftsstandort zunehmend unattraktiv wird. Die Schulnote 3,4 im Ifo-Ökonomenpanel sei “für die Industrienation Deutschland besorgniserregend schlecht“, so Ifo-Ökonom Niklas Potrafke.

Was sonst noch passiert ist

  • Kerzenwachs-Rakete

  • DKB-Verlust

  • Fette Gewinne

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