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Von Daimler bis Stellantis: Bis zu diesem Zeitpunkt wollen die europäischen Autobauer ihre Diesel und Benziner jeweils beerdigen

·Lesedauer: 6 Min.
Der V12-Motor wird in Europa wahrscheinlich nicht bis 2030 durchhalten.
Der V12-Motor wird in Europa wahrscheinlich nicht bis 2030 durchhalten.

Der Verbrennungsmotor geht in die letzte Runde. Um die CO2-Emissionen konsequent zu senken und so die Vereinbarungen des Pariser Klimaabkommens einzuhalten, haben viele Staaten ein verbindliches Enddatum für Benziner und Diesel kommuniziert. Die EU-Kommission möchte beispielsweise die Zulassung von Neuwagen mit Verbrennungsmotor ab 2035 verbieten.

Einige Hersteller kommen der Politik aber sogar zuvor und haben sich aus Imagegründen oder aufgrund einer höheren Planungssicherheit einen noch ambitionierteren Zeitplan auferlegt. Unter den Konzernen ist ein regelrechtes Wettrennen entbrannt, wer die dominierende Antriebstechnologie der vergangenen Hundert Jahre als erstes beerdigt und seine komplette Modellpalette als Erstes auf reine E-Autos umstellt. Ein konsequenter Weg auf diesem Gebiet kommen vor allem bei potenziellen Investoren gut an. Wir geben euch einen Überblick über die europäischen Autobauer und ihre jeweiligen Ausstiegspläne.

Der ehemalige Nachzügler Daimler prescht vor

Im Vergleich zu anderen Autobauern widmete sich Mercedes dem reinen Elektroantrieb erst recht spät. Es gab zwar bereits vereinzelte Kleinserienmodelle wie den SLS Electric Drive, das erste in größeren Stückzahlen präsentierte E-Auto kam mit dem EQC jedoch erst Mitte 2019 auf den Markt. Der neue Konzernchef Ola Källenius gibt dafür aktuell umso mehr Gas und kündigt immer neue ehrgeizige Ziele an.

Die Stuttgarter wollen auf dem Heimatmarkt schon 2030 nur noch rein Batterie-elektrische Autos produzieren und anbieten. Mit einer Einschränkung: Nur dort, wo es der Markt zulässt. In Ländern mit einem zu niedrigen E-Anteil an den Neuzulassungen und einem schlecht ausgebauten Ladenetz, bekommt der Ottomotor also eine Schonfrist. Daimler hat dabei vor allem Südamerika, Afrika, sowie den Nahen und Mittleren Osten im Blick. Die auf Kleinwagen spezialisierte Tochtermarke Smart wurde bereits 2020 komplett auf Elektroantriebe umgestellt.

BMW möchte sich noch nicht festlegen

Im Gegensatz zu seinem schwäbischen Hauptkonkurrenten fährt BMW mehrgleisig in die Zukunft. Die Münchner planen nicht nur reine E-Autos, sondern haben sich als einzige deutsche Premium-Marke weiterhin auch der Brennstoffzelle verschrieben. Doch auch der Verbrenner wird bei dem Autobauer auf bisher unbestimmte Zeit eine Rolle spielen. Die Bayern sind sich darüber im Klaren, dass manche Märkte noch lange nicht bereit für eine radikale Umstellung auf reine E-Antriebe sind.

Um eine rein elektrische Modelloffensive kommen sie aber angesichts des aktuellen Zeitgeists und den Aktivitäten der Konkurrenten aber natürlich trotzdem nicht herum. Zum Ende des Jahrzehntes sollen batteriebetriebene Autos mindestens die Hälfte des internationalen Gesamtabsatzes ausmachen. Bei der britischen Tochtermarke Mini hat sich die BMW Group bereits festgelegt: Da klassisch angetriebene Kleinwagen in der EU besonders unter den geplanten und deutlich strengeren Abgasnormen leiden, soll hier spätestens Anfang der Dreißigerjahre mit den Benzinmotoren Schluss sein.

Die Kernmarke des VW-Konzerns nennt kein Datum

Volkswagen gibt sich bei der Transformation hin zur E-Mobilität besonders konsequent und möchte mit ID.3, ID.4 und Co. Tesla beim weltweiten Elektroauto-Absatz vom Thron stoßen. Wie BMW möchten sich die Wolfsburger aber noch nicht auf ein konkretes Enddatum für die Produktion von Verbrennern festlegen und ihr Angebot stattdessen jeweils auf die verschiedenen Märkte und deren Geschwindigkeit bei der Umstellung anpassen.

Auch wenn die elektrische ID-Modellfamilie weiter ausgebaut wird, sollen auch die klassisch angetriebenen Volumenmodelle, wie beispielsweise der Golf und der Tiguan, noch eine ganze Weile weiterleben. Die meisten etablierten Baureihen soll sogar nochmal eine neue Generation bekommen. Die letzte speziell auf Verbrenner ausgelegte Plattform soll 2026 debütieren.

Es wurde zwar noch nicht offiziell kommuniziert, der letzte VW mit Verbrennungsmotor dürfte in Europa allerdings irgendwann in der ersten Hälfte des nächsten Jahrzehnts ausgeliefert werden. 2035 dürfte die EU-Kommission der Technologie ohnehin den Riegel vorschieben. Auf anderen Kontinenten wird es aber allem Anschein nach noch eine ganze Weile weitergehen. Auch die kleineren Konzernmarken setzen auf Elektro, die noch junge spanische Marke Cupra soll schon bald komplett elektrisch werden und könnte auf lange Sicht das Ursprungsunternehmen Seat ersetzen.

VWs Premium-Tochter Audi gibt sich konsequenter

In Ingolstadt hat man mehr Mut, sich zeitlich festzulegen. Die Marke mit den vier Ringen möchte sich wieder verstärkt auf die gehobenen Baureihen konzentrieren und beim Antrieb konsequent auf Strom setzen. Die aktuellen Generationen der Volumenmodelle A3, A4 und A6 sollen die letzten mit Pleueln und Kolben sein. Die Nachfolger werden alle den Beinamen e-tron tragen und ihre Antriebsenergie aus einer großen Batterie beziehen.

2026 möchten die Bayern das letzte Modell mit Verbrennungsmotor präsentieren, welches ein SUV der Q-Modellfamilie sein wird. 2033 soll dann zumindest in Europa Schluss mit den Verbrennern sein. Aber auch auf anderen Märkten möchte sich Audi zwei Jahre später endgültig von allen Otto- und Dieselmotoren verabschieden.

Der Porsche 911 bleibt sich weiterhin treu

Der Sportwagenbauer Porsche, ebenfalls Teil des VW-Konzerns, setzt wie seine Konkurrenten stark auf den Elektroantrieb und möchte den Anteil von E-Autos und Plug-in-Hybriden am Gesamtabsatz bis zum Ende des Jahrzehnts auf achtzig Prozent erhöhen. Der Porsche schlechthin darf aber ungeniert weiterröhren: Die Zuffenhausener sind sich bewusst, dass der 911 und seine charakteristischen Boxermotoren fest zur Markenidentität gehören. Allerdings werden letztere zukünftig nicht mehr mit klassischem Benzin, sondern mit einem synthetischen Kraftstoff gefüttert, der sich noch in der Entwicklung befindet.

Bis 2030 fast ausschließlich elektrifizierte Renault

Der Traditionskonzern Renault hat ebenfalls erkannt, dass eine konsequente Elektrifizierungsstrategie heutzutage als Autobauer überlebenswichtig ist. Deshalb haben die Franzosen unter der Führung des Italieners Luca De Meo ehrgeizige Pläne angekündigt. 2025 sollen Hybride mit Stecker und reine E-Autos bereits 65 Prozent der Verkäufe ausmachen, bis zum Ende des Jahrzehnts soll dieser Wert nochmals auf 90 Prozent gesteigert werden.

Ein konkretes Enddatum hat der Autobauer nicht kommuniziert, dafür aber einen konkreten Ausblick auf die künftige Modellpalette gegeben. Die Kernmarke Renault setzt auf elektrische Neuauflagen von Klassikern wie dem R5 und R4, sowie den VW ID.4-Gegner Megane E-Tech, während die Sportwagen-Tochter Alpine und die rumänische Low Budget-Marke Dacia ebenfalls unter Strom gesetzt werden.

Opel in Europa ab 2028 komplett elektrisch

Stellantis, der neue Autogigant, der Anfang des Jahres aus der Fusion von PSA und Fiat-Chrysler hervorgegangen ist, möchte in Europa bis zum Ende des Jahrzehnts zum Marktführer bei emissionsarmen PKW werden. Bei leichten Nutzfahrzeugen haben sie sogar die Position des Weltmarktführers im Visier. Zu dem Zeitpunkt soll deren Anteil an allen verkauften Stellantis-Fahrzeugen bei 70 Prozent liegen.

Allein in den nächsten beiden Jahren möchten die insgesamt vierzehn Konzernmarken, zu denen unter anderem auch Opel, Peugeot, Citroën, Alfa Romeo und Maserati gehören, insgesamt zwanzig reine E-Autos und Plug-in-Hybride auf den Markt bringen. Fiat, eine der größten Marken im Verbund, möchte ab 2030 nur noch batteriebetriebene Autos anbieten. Opel ist zumindest auf dem Heimatkontinent noch früher dran. In Europa soll das Modellprogramm schon ab 2028 nur noch aus reinen Stromern bestehen.

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