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Coronavirus: Was Bankkunden jetzt wissen sollten

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin

Corona ändert unser Leben in fast allen Bereichen. Vorsicht ist wichtig, auch was Bankgeschäfte angeht. Antworten auf die wichtigsten Fragen.

(Bild: Getty)

Sicherheit geht in diesen Tagen vor. Das betrifft auch Banken. Viele Institute schließen ihre Filialen oder schicken die Mitarbeiter ins Homeoffice. Angst haben, dass nichts mehr geht, müssen Kunden jedoch nicht.

Schließen jetzt alle Filialen?

Nein. Alle Geschäfte, die der Versorgung der Menschen dienen, bleiben weiterhin geöffnet.  Dazu gehören auch Banken. Aber der Betrieb wird aus Vorsicht bei vielen Banken zurückgefahren. „Sparkassen schicken – wie andere Unternehmen auch – Mitarbeiter ins Homeoffice, um die mögliche Verbreitung des Virus einzudämmen. Deswegen stehen in den Filialen derzeit weniger Mitarbeiter zur Verfügung und manche Filiale wird vorübergehend geschlossen“, geben etwa die Sparkassen bekannt. Komplett geschlossen werde nur dann, wenn Behörden zum Gesundheitsschutz die Schließung anordnen würden.

Wo bekomme ich Bargeld?

Alles läuft weiter wie gewohnt. Bargeld können Kunden sowohl in den Filialen bekommen oder am Automaten ziehen. Die kreditwirtschaftliche Infrastruktur, die Bargeldversorgung und die Zahlungsverkehrsinfrastruktur werde ohne Einschränkungen sichergestellt, so die Sparkassen.

Ist mein Erspartes sicher?

Ja. Gesetzlich garantieren müssen Banken eine Einlagensicherung von 100.000 Euro.

Viele Banken garantieren darüber hinaus eine freiwillige Einlagensicherung. Die Spardabanken, die Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken haben sich beispielsweise in einer freiwilligen Sicherungseinrichtung zusammengeschlossen und garantieren auch „in jedem Fall“ Sicherheit für Einlagen über der gesetzlichen Grenze.

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Und bei der Ing Diba heißt es: “Zusätzlich ist die ING-DiBa AG dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. angeschlossen. Die Höhe der Einlagensicherung richtet sich nach dem Eigenkapital der jeweiligen Bank. Aufgrund der Eigenkapitalausstattung der ING-DiBa AG sind über diesen Fonds die Einlagen jedes einzelnen Kunden bis zu 1,2 Milliarden € pro Kunde abgesichert.“

Kann ich weiterhin mit Bargeld bezahlen?

Ja. Die Zahlungssysteme bleiben während der Corona-Krise voll funktionsfähig.

Kann ich mich über Bargeld und Münzen anstecken?

Geldscheine und Münzen gehen durch viele Hände. Grundsätzlich tummeln sich deshalb Viren auf Bargeld. Der Coronavirus wird nach bisherigem Kenntnisstand jedoch nicht durch Bargeld übertragen.

Die Europäische Zentralbank geht nicht davon aus, dass die Gefahr einer Infizierung mit dem Coronavirus beim Kontakt mit Bargeld besonders groß ist. „Bislang gibt es keinerlei Belege dafür, dass das Coronavirus über Banknoten übertragen wurde", sagt eine EZB-Sprecherin gegenüber dem Tagesspiegel.

Wie kann ich hygienisch bezahlen?

Das kontaktlose Bezahlen über Karte oder Handy ist die sauberste Methode. Bei kontaktlosen Kartenzahlungen kann bis 25 Euro ohne PIN-Eingabe bezahlt werden. Mobile Zahlungen sind besonders hygienisch, denn sie bieten Entsperrmethoden am eigenen Smartphone über Code, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung.

Kann ich mich am Bankautomaten anstecken?

Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist über Tröpfchen. Die Übertragung kann direkt von Mensch-zu-Mensch über die Schleimhäute geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut oder der Augenbindehaut in Kontakt kommen“, so das Bundesgesundheitsamt. Eine Ansteckung über Oberflächen wie einem Geldautomaten oder Bankschalter ist eher unwahrscheinlich. Eine Übertragung über unbelebte Oberflächen ist bisher nicht dokumentiert. Allerdings sind Schmierinfektionen denkbar, wenn die Oberflächen kurz vor der Benutzung mit Viren kontaminiert wurden und infektiöse Sekrete an die Hände der Nutzer gelangen. Deshalb gilt: Nicht mit den Händen ins Gesicht fassen und oft und gründlich Hände waschen.

Haben die Banken Notfallpläne?

Ja. Die Europäische Zentralbank hat die Großbanken im Euro-Raum angewiesen, ihre Notfallpläne zu überprüfen.

Unsere Notfallpläne sehen unter anderem vor, dass Sparkassen auch weiterhin telefonisch erreichbar sind, dass Online-Banking durchgeführt werden kann, und dass die Kernsysteme zur Abwicklung von Buchungs- und Überweisungsvorgängen laufen.“, heißt es etwa bei den Sparkassen.

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