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Coronavirus: Warum wachen wir während des Lockdowns morgens nur so erschöpft auf?

Durch die Ausgangsbeschränkungen müssen sich viele Menschen an einen langsameren Rhythmus im Alltag gewöhnen, während die Fachleute mit allen Mitteln gegen die Coronavirus-Pandemie kämpfen. Bei vielen äußert sich das dadurch, dass sie sich erschöpfter fühlen als je zuvor - trotz mehr Freizeit. Woran liegt das?

Viele wachen während des Coronavirus-Lockdowns müde auf. (Getty Images)

Jetzt, wo wir nicht mehr zur Arbeit fahren und morgens länger schlafen können, sollten wir eigentlich meinen, dass wir morgens wie aus dem Ei gepellt aufwachen.

In Wahrheit haben sich jedoch viele Menschen noch nie so erschöpft gefühlt wie aktuell, wenn sie morgens aufwachen und ein weiterer Tag Homeoffice oder Freizeit gekoppelt mit Ausgangsbeschränkungen ansteht.

Coronavirus: Warum wachen wir morgens so müde auf?

Aktuell sind soziale Kontakte weitestgehend tabu, so dass sich der Alltag recht monoton anfühlen kann.

Viele versuchen, die Extrazeit mit Büchern, Filmen und der einen oder anderen Arbeit im oder am Haus zu nutzen. Allerdings kann der Wegfall der gewohnten Routine unseren Schlaf beeinträchtigen.

“Wenn du dich erschöpft fühlst, liegt das wahrscheinlich daran, dass sich deine Routine geändert hat und dein Biorhythmus (die innere Uhr) durcheinander ist”, so Schlafexperte Dr. Neil Stanley gegenüber Yahoo UK.

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Unsere hochsensible innere Uhr kann auch durch einen Mangel an körperlicher Bewegung und Aufnahme von Vitamin D über die Sonne beeinträchtigt werden, da wir sehr viel mehr Zeit drinnen verbringen.

Die Briten dürfen draußen zwar Sport treiben, müssen aber zwei Meter Abstand zu allen halten, die nicht zu ihrem Haushalt gehören.

Gesundheitsexperten empfehlen die Einnahme von Vitamin D-Ergänzungsmitteln, um auch während des Lockdowns auf einem gesunden Level zu bleiben.

Durch den Mangel an sozialen Kontakten kann es auch sein, dass man sich geistig nicht ausreichend stimuliert fühlt.

Briten sollen, wenn möglich, während der Coronavirus-Pandemie von zu Hause aus arbeiten. (Getty Images)

„Menschen sind von Natur aus soziale Wesen und soziale Verbindungen, Zusammenarbeit, Wettbewerb und Liebe lassen uns aufblühen“, so Liz Ritchie, Psychotherapeutin bei St. Andrew’s Healthcare.

„Während der andauernden Ausgangssperre haben sich unsere Leben drastisch verändert und es fühlt sich so an, als ob wir in einer surrealen Welt leben, die von Isolation, gesteigerter Wachsamkeit, Angst und Unbehagen, was die Pandemie noch bringen wird, beherrscht wird.

„Die intensive Angst vor dem Ungewissen kann uns müde machen, uns Energie rauben und körperliche oder geistige Erschöpfung und Motivationsmangel zur Folge haben.“

Coronavirus: Wie man weniger erschöpft aufwacht

Unter der Woche einmal richtig auszuschlafen kann sich zwar unnatürlich anfühlen, kann aber der Schlüssel dazu sein, mit sehr viel mehr Energie in den Tag zu starten.

„Interessanterweise hat der DNA-Analyseanbieter 23andMe vor kurzem herausgefunden, dass unsere durchschnittliche genetische Aufwachzeit um 7:55 morgens ist, aber es war bisher nicht immer möglich, so lange im Bett zu bleiben, da wir zu der Zeit normalerweise das Haus verlassen, um zur Arbeit zu gehen“, sagt Dr. Stanley.

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„Jetzt, wo wir seit längerer Zeit im Lockdown sind, sollten diejenigen, die es können, versuchen, die Zeit am Morgen zum Ausschlafen zu nutzen. Es kann dazu beitragen, sich morgens erholter zu fühlen.“

Wenn du dir jetzt morgens später den Wecker stellst, versuche dich trotzdem an eine feste Schlafenszeit zu halten.

„Dein Gehirn wird sich bald an die neue Aufwachzeit gewöhnen und du wirst fit wie ein Turnschuh aus dem Bett springen”, sagt Dr. Stanley.

„Das heißt, dass du dich nicht auf deinen Wecker verlassen musst, der dich aus dem Schlaf reißt und zu erhöhtem Stress führt.”

Viel Flüssigkeit und Sonnenlicht helfen

„Ich empfehle außerdem, morgens als erstes ein Glas Wasser zu trinken, um dem Körper wieder genügend Flüssigkeit zu geben, und sich direkt nach dem Aufstehen etwas Sonnenlicht auszusetzen, so dass du dich lebhafter fühlst”, fügt Stanley hinzu.

Wenn du das Gefühl hast, dass du Schlafstörungen hast, kann eine Pause von all den schlechten Nachrichten deinen Geist etwas mehr einem Zen-Zustand näherbringen.

„Stelle sicher, dass du deine ‚Lach-Ergänzungsmittel‘ einnimmst“, so Dr. Meg Aroll, Diplompsychologin für Healthspan gegenüber Yahoo UK.

„Dazu kann alles gehören, was dir ein Lächeln auf das Gesicht zaubert, wie alberne Katzenvideos auf YouTube, Komödien auf Netflix oder ein Schlechte-Witze-Wettbewerb mit Freunden bei WhatsApp.

„Lachen verbessert die Stimmung und kann uns eine Pause von wiederkehrenden negativen Gedanken verschaffen.“

Jeder, der die typischen Anzeichen eines Coronavirus-Fiebers oder Husten hat, muss sich zu Hause für sieben Tage in Selbstquarantäne begeben. (Getty Images)

Was ist das Coronavirus?

Das neue Coronavirus ist eines von sieben Stämmen einer Virusklasse, die nachweislich Menschen infiziert.

Andere Varianten dieser Viren können alles von gewöhnlicher Erkältung bis zum Akutem Respiratorischen Syndrom (SARS) auslösen, das 2002/3 bei seinem Ausbruch 774 Menschen tötete.

Seit der Entdeckung des Coronavirus-Ausbruchs wurden laut der John Hopkins Universität mehr als 2 Mio. Fälle weltweit bestätigt.

Von diesen Fällen gelten über 896.100 als „geheilt“.

Weltweit ist die Zahl der Toten auf über 211.300 gestiegen.

Das Coronavirus verbreitet sich überwiegend durch Tröpfchen, die durch Husten oder Niesen ausgeschieden werden.

Es ist auch erwiesen, dass das Virus über Fäkalien übertragen werden kann und auf verschiedenen Oberflächen für einige Zeit überleben kann.

Zu den Symptomen zählen Fieber, Husten und leichte Atemlosigkeit.

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Frühere Forschung zu dem Thema hat ergeben, dass die Infektion in vier von fünf Fällen harmlos verläuft. Allerdings kann sie eine Atemwegserkrankung namens COVID-19 auslösen.

Für das Coronavirus gibt es keine „Standardbehandlung“ und die meisten Menschen werden die Infektion auf natürliche Weise wieder los.

Diejenigen, die ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen, erhalten unterstützende Maßnahmen wie künstliche Beatmung, während ihr Immunsystem weiterhin gegen die Infektion ankämpft.

Experten drängen dazu, das Risiko einer Coronavirus-Infektion zu verringern, indem man sich regelmäßig die Hände wäscht und die Maßnahmen zur sozialen Distanzierung ernst nimmt.

Alexandra Thompson