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In der chilenischen Wüste türmt sich ein Berg unverkaufter Kleidung von Fast-Fashion-Händlern auf

·Lesedauer: 2 Min.

Aus der Vogelperspektive sieht es wie ein riesiges Gebiet voller bunter Flecke aus. Tatsächlich ist es eine Art Friedhof ausrangierter Fast-Fashion Linien. In der chilenischen Atacama-Wüste im Norden des südamerikanischen Landes werden bergeweise ungetragene Kleidungsstücke entsorgt. Mittlerweile erstreckt sich das Gebiet über mehrere hundert Quadratmeter.

Einem Bericht der Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP) zufolge handelt es sich bei den riesigen Kleiderhaufen um Kleidungsstücke, die in China und Bangladesch hergestellt wurden. Nachdem sie in den Geschäften der Vereinigten Staaten und Europa nicht verkauft werden konnten, werden sie in den chilenischen Hafen von Iquique verschifft. Anschließend werden sie von dort aus in andere lateinamerikanische Länder verteilt, wo sie weiterverkauft werden.

Laut dem Bericht werden jährlich etwa 59.000 Tonnen an übriggebliebener Kleidung nach Chile geliefert und dort weiterverteilt. Davon landen jedoch etwa 39.000 Tonnen auf der Mülldeponie in der Atacama-Wüste. Die Altkleider, die zur Entsorgung auf die Wüstenhaufen gebracht wurden, bedecken inzwischen einen ganzen Landstrich der Atacama-Wüste.

Die Kleidung komme aus der ganzen Welt, erklärte ein ehemaliger Angestellter in der Importabteilung des Hafens von Iquique, Alex Carreno, der Nachrichtenagentur AFP. Außerdem fügte er hinzu, würden die meisten Kleidungsstücke, die auf den Kleiderbergen landen, zu einem späteren Zeitpunkt entsorgt werden, wenn die Lieferungen nicht in ganz Lateinamerika weiterverkauft werden können.

Luftaufnahme von Altkleidern, die in der Atacama-Wüste in Chile entsorgt werden.
Luftaufnahme von Altkleidern, die in der Atacama-Wüste in Chile entsorgt werden.

„Das Problem ist, dass die Kleidung nicht biologisch abbaubar ist. Sie enthält chemische Produkte, weshalb sie auf den städtischen Mülldeponien oftmals nicht akzeptiert wird“, sagt Franklin Zepeda zu AFP. Zepeda ist der Gründer des Betriebes EcoFibra. Das Unternehmen versucht, die ausrangierte Kleidung zu nutzen, indem es daraus Isolierpaneele herstellt. Seit 2018 stellt seine Firma Wärme- und Schalldämmplatten für Gebäude aus den Textilabfällen her. Seine Motivation: endlich „aufhören, das Problem zu sein, und anfangen, eine Lösung zu bieten.“

Fast Fashion ist zwar sehr erschwinglich, aber extrem schädlich für die Umwelt. Zum einen ist die Modeindustrie laut den Vereinten Nationen für acht bis zehn Prozent der weltweiten Kohlenstoffdioxid-Emissionen verantwortlich. Darüber hinaus wurde im Jahr 2018 festgestellt, dass die Modeindustrie mehr Energie verbraucht als die Luft- und Schifffahrtsindustrie zusammen. Knapp jede Sekunde wird ungefähr ein Müllwagen voller Kleidung verbrannt und auf eine Mülldeponie gebracht, lautet eine Schätzung.

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Diesen Prozess zu unterbinden, ist jedoch extrem schwer. Denn das Tempo, mit dem Verbraucher Kleidung kaufen, nimmt nicht ab. Laut Statistiken einer britischen Stiftung und Wohltätigkeitsorganisation, der Ellen McArthur Foundation, hat sich die Kleidungsproduktion zwischen 2004 und 2019 verdoppelt. Die Unternehmens- und Strategieberatung McKinsey & Company schätzt außerdem, dass Verbraucher 2014 im Schnitt rund 60 Prozent mehr Kleidung kauften als noch im Jahr 2000.

Dieser Artikel wurde von Julia Knopf aus dem Englischen übersetzt und editiert. Das Original lest ihr hier.

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