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Callcenter der Deutschen Bank werden erneut bestreikt

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Die Gewerkschaften Verdi und DBV haben die Mitarbeiter der DB Direkt bis Mittwoch zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Hintergrund sind schwierige Tarifgespräche.

Kunden der Deutschen Bank müssen sich bei telefonischen Anfragen derzeit auf längere Wartezeiten einstellen. Hintergrund ist ein Tarifstreit. Foto: dpa
Kunden der Deutschen Bank müssen sich bei telefonischen Anfragen derzeit auf längere Wartezeiten einstellen. Hintergrund ist ein Tarifstreit. Foto: dpa

Kunden der Deutschen Bank müssen sich erneut auf längere Wartezeiten bei telefonischen Anfragen einstellen. Die Gewerkschaften Verdi und DBV haben die Mitarbeiter von DB Direkt, der Callcenter-Tochter des Instituts, erneut zu Warnstreiks aufgerufen. Die Arbeitsniederlegungen, die am Samstag, dem 2. Januar, begonnen hatten, sollen bis Mittwoch früh, gegen sechs Uhr, andauern, wie die Gewerkschaften mitteilten.

Betroffen von den Streiks sind die beiden Standorte der DB Direkt in Berlin und Essen. Hintergrund für die Aktion sind die stockenden Tarifverhandlungen zwischen den Gewerkschaften und der Deutschen Bank. Die Arbeitnehmerorganisationen fordern unter anderem eine Gehaltserhöhung um sechs Prozent.

Verdi will eine rückwirkende Gehaltserhöhung ab April 2020, mindestens aber 150 Euro. Der DBV strebt eine Laufzeit von 24 Monaten an sowie ein Wahlrecht, die Tariferhöhung in Freizeit umzuwandeln. Laut Verdi hat die Deutsche Bank eine Gehaltserhöhung von 1,5 Prozent ab November 2020 angeboten und weitere 1,5 Prozent ab Januar 2022.

Schon vor Weihnachten hatten viele Mitarbeiter im Callcenter für einige Tage die Arbeit niedergelegt. An dem Streik vor Weihnachten hätten sich „in unterschiedlicher Intensität“ im Durchschnitt zwei Drittel der Beschäftigten, die zum Dienst eingeteilt gewesen seien, beteiligt, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Roman Eberle dem Handelsblatt. Dadurch sei das Service-Level „signifikant“ gesunken. Kunden hätten zum Teil Wartezeiten von 40 Minuten in Kauf nehmen müssen.

Die Deutsche Bank wollte sich zum Streik und den Aussagen Eberles nicht äußern. Im Institut war zu hören, der Streik sei zwar zu spüren gewesen, allerdings habe das Institut während des Ausstands im Dezember verstärkt externe Dienstleister eingesetzt, um die Folgen des Streiks abzumildern. Viele Kunden hätten für die längeren Wartezeiten Verständnis gezeigt.

Streiks im Homeoffice

Die Callcenter der Deutschen Bank spielten für den Kundenservice der Bank im Corona-Jahr 2020 eine wichtigere Rolle als zuvor. Zum einen hatte die Bank zu Beginn der Pandemie einige Filialen vorübergehend geschlossen, zum anderen gibt es Kunden, die Filialbesuche aus Vorsichtsgründen derzeit eher meiden. Im vergangenen Herbst kündigte das Institut zudem weitere Filialschließungen an.

Die Coronakrise wirkt sich auch auf die Form der Arbeitsniederlegung aus. Auf Kundgebungen an den bestreikten Standorten verzichten Verdi und DBV, sie rufen zu einem „stillen Streik“ auf. „Für Beschäftigte, die von zu Haus arbeiten, bedeutet das: Loggen sie sich nicht in die Systeme ein, und bearbeiten Sie keine Aufträge. Sorgen Sie dafür, nicht erreichbar zu sein“, heißt es etwa im Streikaufruf des DBV.