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Buschbrände in Australien: Vorsicht vor betrügerischen Spendenaufrufen

Willy Flemmer
Freier Autor für Yahoo

Die Buschbrände in Australien haben schwerwiegende Folgen für Mensch, Tier und Natur. Viele Menschen wollen den Opfern helfen. Doch Verbraucherschützer mahnen zur Vorsicht. Von den Spenden könnten auch Betrüger profitieren.

Die Buschbrände in Australien haben schon viele Opfer gefordert. (Bild: Getty Images)

Die Buschbrände in Australien halten seit Monaten die Welt in Atem. Schon 28 Menschen sind den Flammen zum Opfer gefallen, unzählige haben ihr Zuhause verloren. Verheerend sind die Brände auch für die Natur. Das vom Klimawandel begünstigte Ausmaß der Katastrophe hat wiederum negative Auswirkungen auf die Umwelt. Vor allem die Tierwelt leidet, mehr als eine Milliarde Tiere haben neuesten Schätzungen zufolge im Feuer schon ihr Leben gelassen.

Die Tragödie weckt die Hilfsbereitschaft vieler Menschen. In der Hoffnung, das Leid betroffener Menschen und Tiere zu lindern, spenden sie Geld. Aufrufe zu Spendenaktionen findet man im Internet zuhauf. Leider sind nicht alle seriös. Denn die Katastrophe ruft auch etliche Betrüger auf den Plan, die das Unglück der Opfer schamlos auszunutzen wissen.

Der Fall Brigid Bates

Über ein besonders dreistes Beispiel berichtet die australische Ausgabe von Yahoo News. Auch die aus der Stadt Batlow im australischen Bundesstaat New South Wales stammende Brigid Bates hat ihr Zuhause an die Flammen verloren. Doch schlimmer als dieses Unglück war, wie sie sagt, der Umstand, dass sie danach auch noch Opfer von Kriminellen wurde.

Denn neben der Fundraising-Seite, die Brigids Bruder zu ihrem Gunsten ins Leben rief, fanden sich im Internet bald drei weitere, nämlich gefälschte Spendenaufrufe. Die Masche der Betrüger: Sie benutzten die Identität Brigids, um in ihrem Namen um Hilfe zu bitten. Selbst Verwandte und Freunde der Frau haben sie kontaktiert.

Etliche Australier haben durch die Buschbrände ihr Zuhause verloren. (Bild: Getty Images)

Für Bridig war dieser Betrug "ein neuer Tiefpunkt", wie sie am vergangenen Montag in einem Interview mit der Sendung Today des US-Senders NBC verriet. "Es fühlte sich schlimmer an, als mein Haus zu verlieren", sagt sie. "Es war ein Schlag in die Magengrube. Da gab es jemanden, der die Großzügigkeit der Bekannten meines Bruders, meiner Familie und meiner Freunde ausnutzte, indem er sie in meinem Namen anschrieb, damit sie an diese Betrugsseite spenden."

Verbraucherschützer warnen vor Betrügern

Brigids Geschichte ist kein Einzelfall. Betrügerische Spendenseiten gibt es mittlerweile offenbar so viele, dass sich die australische Kommission für Verbraucherschutz zu einer öffentlichen Warnung veranlasst sah. "Spenden Sie nicht an Fundraising-Seiten oder Plattformen, die die Legitimität des Begünstigten nicht verifizieren", heißt es in einer Meldung des ACCC. Man sollte vorsichtig sein bei Crowdfunding-Anfragen, sie könnten gefälscht oder von Betrügern stammen.

Die Warnmeldung ist eine Mahnung zur Vorsicht, kein Aufruf zur Spendenunterlassung. Wer den Opfern trotz allem helfen will, dem empfiehlt die ACCC die Webseite Australian Charities and Not-for-Profits Commission. Hier sind alle registrierten Hilfsorganisationen verzeichnet. Für deutsche oder deutschsprachige Interessenten ist die Spenderberatung des Deutschen Instituts für soziale Fragen (DZI) eine hilfreiche Anlaufstelle. Generell gilt: Wer spenden will, der ist bei großen Organisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz gut aufgehoben. Auch dem Spendenaufruf des Bundesstaats Victoria darf man getrost Glauben schenken.

Helfen trotz zahlreicher Betrugsfälle ist auch im Sinne Brigids. Sie möchte mit ihrem Beispiel die Menschen nicht davor abschrecken, Gutes zu tun, erwähnt sie noch in dem genannten Interview. Wer jedoch spenden will, der sollte zuvor prüfen, ob die jeweilige Spendenseite seriös sei, so ihr Appell.