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Bundesbank sieht in Verflechtung mit China Risiken für Deutschland

FRANKFURT (dpa-AFX) -Nach Einschätzung der Bundesbank wäre eine Wirtschaftskrise in China für die deutsche Konjunktur verkraftbar, eine Abkoppelung von China allerdings nicht. "Eine abrupte Abkopplung, etwa infolge einer geopolitischen Krise, würde speziell die deutsche Industrie erheblich treffen", heißt es in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Aufsatz aus dem Monatsbericht der Bundesbank. Vornehmlich große Unternehmen, die direkt in China engagiert sind, könnten in einem solchen Extremszenario "einen substanziellen Teil ihrer Umsatz- und Gewinnbasis verlieren".

Neben den großen Unternehmen wären auch kleine und mittlere deutsche Firmen von einem Abbruch der Handelsbeziehungen betroffen, die direkt oder indirekt von Vorleistungsgütern aus China abhängen. Nach Einschätzung der Bundesbank-Experten könnten ausbleibende Lieferungen zumindest kurzfristig gravierende Produktionsausfälle nach sich ziehen. "In der hochgradig arbeitsteiligen deutschen Industrie dürften diese auch auf nachgelagerte Produktionsstufen durchschlagen."

Ein Abbruch der Wirtschaftsbeziehungen zu China dürfte generell zu einer erhöhten Unsicherheit führen, von der wohl alle deutschen Wirtschaftsbereiche betroffen wären, heißt es weiter in der Analyse der Bundesbank. "Insgesamt würden die gesamtwirtschaftlichen Einbußen die Kosten der weitreichenden Abkopplung von Russland wohl klar in den Schatten stellen."

Deutschland hat seit dem Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation (WTO) im Jahr 2001 stark vom rasanten wirtschaftlichen Aufstieg der Volksrepublik profitiert. Zuletzt hat aber das Verhältnis westlicher Industriestaaten zu China spürbar gelitten. Die politischen Beziehungen gelten als angespannt. Eine Zunahme der geopolitischen Spannungen in der Region um China könnte die Lage weiter verschärfen.

Darüber hinaus hat Chinas Wirtschaft in den vergangenen Monaten an Kraft verloren. Nach Einschätzung der Bundesbank ist eine weitere konjunkturelle Abschwächung bis hin zur Wirtschaftskrise beim wichtigen deutschen Handelspartner nicht ausgeschlossen. So berge der angeschlagene Immobiliensektor und die hohe private sowie öffentliche Verschuldung "erhebliche Risiken" für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt.

Die negativen Wirkungen einer Wirtschaftskrise in China auf die deutsche Konjunktur wären laut den Simulationsrechnungen der Bundesbank zwar spürbar, aber verkraftbar. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt könnte im ersten Krisenjahr um 0,7 Prozent niedriger ausfallen als ansonsten erwartet. Im zweiten Jahr einer Wirtschaftskrise in China müsste mit Einbußen von knapp einem Prozent gerechnet werden.

Die Experten der Bundesbank haben in ihrer Analyse neben den Risiken auch die Vorteile der engen Verflechtungen der deutschen Exportwirtschaft hervorgehoben. Deutsche Industrieunternehmen haben demnach in den vergangenen Jahren stark von den Exporterlösen profitiert. "Hinzu kamen hohe Umsätze und Gewinne aus der Produktion in China", heißt es weiter in der Analyse. Zudem seien die umfangreichen Importe aus China für Deutschland nutzbringend.