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Brief des Star-Investors an Aktionäre: Warren Buffett kritisiert Börsenzocker und ehrt den verstorbenen Charlie Munger

Warren Buffett, CEO von Berkshire Hathaway, und sein verstorbener Vizepräsident Charlie Munger. - Copyright: JOHANNES EISELE/AFP via Getty Images
Warren Buffett, CEO von Berkshire Hathaway, und sein verstorbener Vizepräsident Charlie Munger. - Copyright: JOHANNES EISELE/AFP via Getty Images

Warren Buffett würdigte Charlie Munger, nannte vier der größten Wetten von Berkshire Hathaway und äußerte in seinem jährlichen Brief an die Aktionäre, der am Samstag veröffentlicht wurde, auch seinen Frust.

Der US-Star-Investor und Vorstandsvorsitzende von Berkshire Hathaway wandte sich gegen Börsenzocker und Spekulanten, wies Prognosen der Wall Street zurück und vermeintliche Experten in die Schranken.

Munger, Buffetts Geschäftspartner und über vier Jahrzehnte lang stellvertretender Vorsitzender von Berkshire, starb im November im Alter von 99 Jahren. Er formte Berkshire zu einem weltweit agierenden Konglomerat und half Buffett dabei, sich von der Schnäppchenjagd zum Kauf von Unternehmen zu fairen Preisen zu entwickeln.

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1965 soll Munger ihm einen wegweisenden Rat gegeben haben. "Warren, vergess, jemals wieder ein Unternehmen wie Berkshire zu kaufen. Aber jetzt, wo du Berkshire kontrollierst, füge ihm wunderbare Unternehmen hinzu, die du zu fairen Preisen kaufst, und gib den Kauf fairer Unternehmen zu wunderbaren Preisen auf." Damals war Munger noch gar nicht bei Buffett eingestiegen.

"Obwohl ich lange Zeit die Bauleitung innehatte, sollte Charlie für immer als Architekt gewürdigt werden", so Buffett in seinem Brief, in dem er sich als "Generalunternehmer" bezeichnet, der die Visionen seines Weggefährten umsetzte.

In Anlehnung an den Brief vom vergangenen Jahr lobte der Buffett Berkshires große Beteiligungen an Coca-Cola und American Express, die er seit über zwei Jahrzehnten nicht mehr angerührt hat, als Sinnbild für den langfristigen Investitionsstil seines Unternehmens.

Buffett lobte auch den US-Ölkonzern Occidental Petroleum, an dem er in den vergangenen zwei Jahren eine Beteiligung von fast 28 Prozent aufgebaut hat. Er begrüßte, dass das Unternehmen die Energieunabhängigkeit der USA unterstütze und Pionierarbeit bei der Abscheidung von Kohlenstoff leiste.

Buffett hob auch die Investments in fünf japanische Handelshäusern hervor, die er seit Juli 2019 aufgebaut hat. Er lobte ihre Zurückhaltung bei der Vergütung von Führungskräften, ihre Disziplin bei der Zahlung von Dividenden und ihr langfristiges, konservatives Management.

Berkshire zu groß, um weiter zu wachsen?

Der Börsenguru scheint sich jedoch damit abgefunden zu haben, dass Berkshire so groß geworden ist, dass es kaum noch andere Möglichkeiten für die Firma gibt, sich zu entwickeln.

Er erklärte, dass Berkshire sei inzwischen so groß – Ende Dezember verfügte das Unternehmen über ein Nettovermögen von 561 Milliarden US-Dollar, mehr als jedes andere amerikanische Unternehmen –, dass es äußerst schwierig sei, Käufe zu tätigen, die groß genug sind, um das Wachstum des Unternehmens wesentlich zu beschleunigen.

"Es gibt nur noch eine Handvoll Unternehmen in diesem Land, die in der Lage sind, Berkshire wirklich voranzubringen, und sie wurden von uns und anderen unendlich oft ausgewählt", sagte er und ergänzte, dass es auch außerhalb der USA praktisch keine passenden Firmen gebe.

"Alles in allem haben wir keine Möglichkeit, eine aufsehenerregende Performance zu erzielen", sagte er.

Buffett kritisierte in seinem Brief auch die Spekulanten und stellte fest, dass Aktienhändler "weder emotional stabiler noch besser ausgebildet" seien als zu seiner Studienzeit. Er wies auch darauf hin, dass die Verbreitung von Aktienhandels-Apps den täglichen Kauf und Verkauf einfacher denn je gemacht hätten.

Buffett: Märkte "kasinoähnlicher als zu meiner Jugendzeit"

"Die Märkte verhalten sich heute weitaus kasinoähnlicher als zu meiner Jugendzeit", sagte er. "Das Kasino wohnt jetzt in vielen Häusern und lockt täglich die Bewohner an."

In diesem Sinne sagte Buffett, dass er sich Berkshire-Aktionäre als langfristige Aktionäre vorstellt und nicht als Leute, die ihr überschüssiges Geld dazu verwendeten, "Lotterielose oder 'heiße Aktien' zu kaufen".

Buffett wies auch die Heerscharen von Experten zurück, die Börsencrashs und Rezessionen vorhersagen oder im Fernsehen Aktientipps geben. "Experten sollten immer ignoriert werden", sagte er und fragte sich, warum sie ihre Prognosen weitergeben, wenn sie sicher seien, dass sie sich bewahrheiten: "Das wäre so, als würde man Gold finden und dann den Nachbarn eine Karte geben, auf der der Fundort verzeichnet ist."

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