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Biontech liefert erneut mehr Impfstoff — so schnell fährt das Mainzer Unternehmen die Produktion jetzt hoch

Ulrike Bartholomäus
·Lesedauer: 2 Min.
Die Zentrale von Biontech in Mainz
Die Zentrale von Biontech in Mainz

Zunächst war es der Goldstaub, der überall fehlte. Nun scheinen plötzlich Millionen Dosen Impfstoff von Pfizer und Biontech in die EU zu strömen: Woher stammt bloß all die Vakzine? Pfizer und Biontech haben am Montag zur Freude aller, die auf die Impfung warten, angekündigt, dass die Firma der EU zusätzlich 100 Millionen Dosen bis Ende Juni liefern wird. Erst vorige Woche war noch von 50 Millionen Dosen die Rede.

Bislang waren in zwei Verträgen mit der EU insgesamt Lieferungen über 500 Millionen Dosen vereinbart. Die 100 Millionen sind nun die gezogene Option aus dem zweiten Vertrag mit der EU, der im Februar vereinbart wurde.

Die Nachricht kommt in einer Zeit, in der die Debatte über Nebenwirkungen der Vektorimpfstoffe AstraZeneca und Johnson & Johnson nicht abreißen. Wie sicher der ebenfalls mit einem Vektor versehene Impfstoff Sputnik ist, den die EMA gerade überprüft, bleibt abzuwarten.

Das Werk in Marburg, das so viel Biontech-Impfstoff herstellt wie kein anderes in Europa, hat am 26. März seine Arbeit aufgenommen. Ab jetzt, also der zweiten Aprilhälfte, kommen die ersten in Marburg hergestellten Dosen in die Impfzentren Europas und der Welt. Seitdem läuft die Produktionskapazität der Firma im Turbomodus. „Noch hat sie nicht ihre maximale Vollauslastung erreicht, aber nach und nach wird die Produktionsmenge hochgefahren“, sagt eine Biotench-Sprecherin Business Insider. Das Marburger Werk ist eine der weltweit größten Anlagen seiner Art. Dies macht sich nun bemerkbar. 400 Mitarbeiter arbeiten dort, 200 von ihnen rund um die Uhr. „Das Marburger Werk wird dieses Jahr 750 Millionen Dosen produzieren,“ so die Sprecherin.

Zu dieser Kapazität kommen noch weitere Produktionsanlagen. Das Pfizer Werk im belgischen Puurs stellt 100 Millionen Dosen im Monat her, das heißt 1,2 Milliarden pro Jahr. Erweitert wird die Kapazität durch das Produktionsnetzwerk von Biontech mit einem eigenen Werk in Mainz sowie Partnern wie zum Beispiel Rentscher, Polymun, Baxter oder das französische Werk Delpharm in Saint-Rémy-sur-Avre, das auch der französische Präsident Macron besucht hat.

Hinzu kommen ab dem Sommer noch Impfstoffhersteller wie Sanofi und Novartis, die dann ebenfalls das Biontech-Serum produzieren werden.