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Berliner Fintech Raisin plötzlich kein Unicorn mehr – das ist der Grund

Die Raisin-Gründer Michael Stephan, Tamaz Georgadze und Frank Freund (von links).
Die Raisin-Gründer Michael Stephan, Tamaz Georgadze und Frank Freund (von links).

Jahrelang kannten die Bewertungen vieler Fintechs nur eine Richtung: nach oben. Nun muss die Berliner Zins- und Tagesgeldplattform Raisin einen deutlichen Abschlag bei der Firmenbewertung hinnehmen, wie das Branchenportal Finanz-szene.de berichtet. Demnach bewertet der Raisin-Investor Kinnevik seinen rund zweiprozentigen Anteil an dem Fintech in seinem jüngsten Geschäftsbericht mit umgerechnet „nur“ noch 17,9 Millionen Euro. Zum Vergleich: Laut Finanz-szene.de wies Kinnevik im vergangenen Dezember noch einen Wert von 23,6 Millionen Euro aus – gut ein Viertel mehr als jetzt. Auf 100 Prozent hochgerechnet würde Raisin momentan also grob mit 895 Millionen Euro bewertet.

Damit habe das Berliner Fintech seinen Unicorn-Status vorerst verloren, schreibt das Portal weiter. Brancheninsider hatten Raisin zuvor mit mehr als einer Milliarde Euro bewertet. Raisin selbst hatte seine Bewertung allerdings nie öffentlich kommentiert. Durch den Zusammenschluss mit dem ebenfalls hochbewerteten Hamburger Wettbewerber Deposit Solutions vor gut einem Jahr ging das Portal deutsche-startups.de sogar von einer Bewertung von über zwei Milliarden Euro aus.

Stottert der Wachstumsmotor bei Raisin?

Dass Raisin an Bewertung eingebüßt hat, lässt sich laut Finanz-szene.de zudem mit aktuellen Geschäftsentwicklungen erklären: So soll das Fintech im vergangenen Jahr nicht mehr so stark gewachsen sein wie geplant. Zudem soll eine ursprünglich für vergangenes Jahr geplante Finanzierungsrunde bis heute ausstehen. Ein weiteres Indiz für die Abwertung von Raisin sieht Finanz-szene.de darin, dass die Zahl der Mitarbeitenden zuletzt abgenommen hat. Dazu passe etwa, dass das Fintech an seinem Hauptsitz in Berlin Kreuzberg derzeit Untermieter für Teile seiner Bürofläche sucht.

Es sei jedoch gut möglich, dass das Fintech seinen Unicorn-Status bald zurückerobert. Ein Grund könnten vor allem die steigenden Leitzinsen sein. Je höher die Zinssätze bei Tagesgeldkonten sind, desto eher entscheiden sich Kunden für entsprechende Produkte. Da Raisin beziehungsweise dessen Hauptmarke Weltsparen die Geldanlage auf Tagesgeldkonten bei Banken in Deutschland und im europäischen Ausland ermöglicht, könnte die Nachfrage bei dem Fintech bald anziehen.

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