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Baublies verlässt Gewerkschaft der Flugbegleiter

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Nicoley Baublies organisierte den längsten Streik der Lufthansa-Geschichte. Jetzt verlässt er die Ufo. Doch Streit mit dem Konzern hat er weiter.

Der Gewerkschafter sagte, er hoffe, dass er sich noch 2020 mit der Airline auf ein Ende seiner Tätigkeit einigen könne - ohne sich erneut vor Gericht zu treffen. Foto: dpa
Der Gewerkschafter sagte, er hoffe, dass er sich noch 2020 mit der Airline auf ein Ende seiner Tätigkeit einigen könne - ohne sich erneut vor Gericht zu treffen. Foto: dpa

Bei der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (Ufo) geht eine kleine Ära zu Ende: Nicoley Baublies ist ab sofort nicht mehr Tarifexperte und Mitglied der Geschäftsführung. „Ich mache mich selbstständig, bleibe der Ufo aber verbunden“, sagte er am Freitag zu Reuters.

Nach einer Coachausbildung und einem Mediationsstudium wolle er künftig als Konfliktcoach arbeiten und helfen, Konflikte in der Arbeitswelt zu managen. „Da habe ich ein bisschen Erfahrung gesammelt in den letzten zwölf Jahren.“ Als ehemaliger Chef war Baublies lange Jahre nach außen das Gesicht der Ufo und wurde vor allem wegen Streiks bei der Lufthansa bekannt. Im Herbst 2015 organisierte Baublies den längsten Arbeitskampf in der Geschichte der Lufthansa: Mehr als eine halbe Million Passagiere waren betroffen.

Mit seinem Arbeitgeber Lufthansa liegt Baublies seit längerem im Clinch. Nach etlichen heftigen Streitigkeiten versuchte der Konzern im vergangenen Jahr, Baublies zu kündigen, scheiterte aber vor den Arbeitsgerichten. Aus dieser Zeit stammen Forderungen des früheren Ufo-Chefs nach vorenthaltenen Lohnzahlungen, Anwaltskosten und Schadenersatz, um die es nun wieder gehen dürfte. Die Lufthansa wollte sich zu der Personalie nicht äußern.

Baublies arbeitete seit 2004 für die Lufthansa, zunächst als Flugbegleiter und später als Kabinenchef (Purser). Der Gewerkschafter sagte nun, er hoffe, dass er sich noch 2020 mit der Airline auf ein Ende seiner Tätigkeit einigen könne - ohne sich erneut vor Gericht zu treffen. Der „Spiegel“ hatte zuerst darüber berichtet.