Deutsche Märkte öffnen in 3 Stunden 56 Minuten

Barrick will mit feindlicher Übernahme zum größten Gold-Konzern der Welt werden

 

Der kanadische Rohstoffkonzern Barrick Gold hat eine feindliche Übernahme des US-Konkurrenten Newmont Mining gestartet. Wenn das Vorhaben Erfolg hat, würde damit der größte Goldproduzent der Welt entstehen.

Barrick bietet für den Wettbewerber 17,8 Milliarden US-Dollar in eigenen Aktien. Das Gebot von 33,50 Dollar je Anteilsschein liegt jedoch unter dem Schlusskurs von Freitag.

Newmont dürfte die Offerte wohl ablehnen. Vorstandschef Gary Goldberg hatte einen möglichen Übernahmeversuch durch Barrick kurz zuvor noch als „verzweifelt und bizarr“ bezeichnet.

Für Barrick wäre es bereits der zweite große Deal binnen weniger Monate. Bereits im September hatte der Konzern die Übernahme von Randgold Resources für 5,4 Milliarden Dollar angekündigt.

Die Goldbranche erlebt derzeit eine Konsolidierungswelle. Eigentlich ist Newmont gerade dabei, die kanadische Goldcorp für etwa zehn Milliarden Dollar zu schlucken – allerdings in einer einvernehmlichen Übernahme. Die Führungen beider Unternehmen haben sich bereits geeinigt. Dieser Plan droht durch Barricks Angriff jedoch zu scheitern.

„Es gibt keine andere Transaktion in unserer Branche, die mehr Wert für Aktionäre und andere Beteiligte bietet“, schrieb Barrick-Verwaltungsratschef John Thornton an das Management des Konkurrenten. „Die bisherige Marktreaktion auf Ihre Goldcorp-Transaktion zeigt, dass die Investoren Ihrer Argumentation nicht folgen.“

Der verstorbene Barrick-Gründer Peter Munk hatte immer davon geträumt, den größten Goldminenbetreiber der Welt aufzubauen. In den vergangenen Jahren geriet der Konzern jedoch ins Hintertreffen und musste seinen Schuldenberg mit Teilverkäufen und Joint Ventures eindämmen.

Barrick und Newmont hatten bereits mehrfach über eine Fusion verhandelt. Die Gespräche scheiterten zuletzt 2014. Nach jüngsten Branchenzahlen landete Newmont bei der weltweiten Fördermenge im vergangenen Jahr knapp vor Barrick auf Platz eins.