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Barr verteidigt Polizeieinsatz und Trumps Auftritt vor Kirche

WASHINGTON (dpa-AFX) - US-Justizminister William Barr hat das harte Vorgehen gegen Demonstranten vor dem Weißen Haus am Montag und einen anschießenden umstrittenen Fototermin des Präsidenten Donald Trump gegen scharfe Kritik verteidigt. Barr sagte am Donnerstag in Washington, er halte Trumps Verhalten für "vollkommen angemessen". Als US-Präsident sollte Trump in der Lage sein, aus dem Weißen Haus zu einer nahe gelegenen Kirche zu gehen. Die Räumung des Platzes vor der Regierungszentrale habe nichts mit Trumps anschließendem Auftritt vor der Kirche zu tun gehabt. Es sei bereits vorher geplant gewesen, die Pufferzone zwischen Demonstranten und Weißem Haus auszuweiten.

Trump hatte am Montagabend im Rosengarten des Weißen Hauses angekündigt, Unruhen bei den aktuellen Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA notfalls mit militärischer Gewalt zu stoppen. Kurz vor seinem Auftritt hatten Sicherheitskräfte Demonstranten gewaltsam von dem Platz vor dem Weißen Haus weggedrängt. Nach seiner Ansprache im Rosengarten ging der Präsident dann mit einem Gefolge zu einer Kirche, die nördlich des Weißen Hauses liegt - durch den Lafayette-Park, aus dem Sicherheitskräfte die Demonstranten zuvor vertrieben hatten. Der Keller des Gotteshauses war bei Ausschreitungen am Tag zuvor in Brand gesteckt worden. Trump posierte vor der Kirche mit einer Bibel für Kameras. Ihm wurde daraufhin vorgeworfen, Gewalt gegen Demonstranten eingesetzt zu haben, nur um einen Fototermin durchzusetzen.

Auch zahlreiche Regierungsvertreter waren vor der Kirche anwesend, darunter Barr und Verteidigungsminister Mark Esper. Der Pentagon-Chef hatte sich am Mittwoch von dem Auftritt distanziert und gesagt, ihm sei nicht bewusst gewesen, dass ein solcher Fototermin geplant gewesen sei. Er tue, was er könne, um sich und sein Ministerium aus der Politik herauszuhalten. Dies sei nicht immer einfach, vor allem je näher die Präsidentschaftswahl im November rücke.

Barr sagte dagegen, er sehe den Auftritt nicht als politischen Akt und halte es auch für angemessen, dass Regierungsmitglieder Trump zur Kirche begleitet hätten.