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Baerbock: Muss in deutsch-französisches Vertrauen investieren

BERLIN (dpa-AFX) -Außenministerin Annalena Baerbock hat die Bedeutung einer engen deutsch-französischen Zusammenarbeit für Europa, bei der Unterstützung der Ukraine im Abwehrkampf gegen den russischen Krieg sowie im Kampf gegen den Klimawandel unterstrichen. "Wir haben gezeigt: Gemeinsam sind wir stärker als dieser furchtbare Krieg", sagte die Grünen-Politikerin am Montag vor der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung in Berlin mit Blick auf die Europäische Union (EU). "Das hätten wir nicht ohne einen starken deutsch-französischen Schulterschluss geschafft."

Frankreich sei wichtigster Nachbar Deutschlands und zugleich bester Freund. "Dieses Vertrauen ist unendlich kostbar. Aber es ist eben keine Selbstverständlichkeit", sagte Baerbock. Sie ergänzte: "Freundschaft kostet was, in Freundschaft muss man investieren" - gerade auch, wenn man mal unterschiedlicher Meinung sei. "Vor uns stehen große Herausforderungen, die wir nur gemeinsam bestehen können", etwa auch, um die Klimakrise einzudämmen.

Die Verschiebung des deutsch-französischen Ministerrats habe es nicht gegeben, weil die Beziehungen so schlecht seien, "sondern weil sie so intensiv sind, dass wir über identitäre Fragen, über die wir bisher noch nie gesprochen haben, so intensiv sprechen", sagte Baerbock. Wenn beide Länder etwa ihre Rüstungskooperation angesichts des russischen Angriffs auf die europäische Friedensordnung so verzahnen wollten, dass es nicht mehr um industriepolitische, nationale Fragen, sondern um zentrale Sicherheitsfragen gehe, "dann geht das natürlich ans Eingemachte. Und dafür braucht man gut vorbereitete Treffen. Das Gleiche gilt für eine wahre Energieunion."

Sie sei "zutiefst davon überzeugt: Die deutsch-französischen Beziehungen sind tiefer denn je zuvor", sagte Baerbock. "Und weil sie so tief sind, ist es so, dass wir bei einigen Punkten auch ganz, ganz intensiv miteinander sprechen müssen."

Die Deutsch-Französische Parlamentarische Versammlung setzt sich aus 100 Mitgliedern zusammen, darunter 50 Abgeordnete des Deutschen Bundestages sowie 50 Parlamentarier der Nationalversammlung. Diese sollen mindestens zweimal im Jahr abwechselnd in Deutschland und Frankreich tagen.