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Kursrutsch an den Weltbörsen: Die Angst kehrt zurück

Nils Jacobsen
·Wirtschaftsjournalist und Techblogger
·Lesedauer: 5 Min.

Das Crash-Gespenst spukt wieder auf dem Börsenparkett herum. Wie aus dem Nichts sind die Aktienmärkte von Frankfurt bis New York zu Wochenbeginn eingebrochen – der Dax verlor so massiv wie seit Monaten nicht mehr. Droht jetzt die zweite Welle des Ausverkaufs?

Gebannter Blick auf die Märkte auf dem Frankfurter Handelsparkett (Foto: © Deutsche Börse AG)
Gebannter Blick auf die Märkte auf dem Frankfurter Handelsparkett (Foto: © Deutsche Börse AG)

Plötzlich waren 573 Punkte weg. Bei 12.542 Zählern stoppte der Leitindex Dax am 21. September im Xetra-Handel, nachdem er fast den ganzen September über die 13.000-Punktemarke souverän verteidigt hatte.

“Falls Sie es verpasst haben: #Deutschlands Dax stürzte um 4,4% oder 573,81 auf 12.542,44 ab, der stärkste Rückgang seit dem 11. Juni. Am schlechtesten schnitt die Deutsche Bank ab, die heute um 8,8% fiel.”

Doch wenn die Dämme einmal brechen, geht es an den Aktienmärkten bekanntlich schnell. Der gestrige Kursrutsch, der mit einem Minus von 4,4 Prozent so heftig wie seit über drei Monaten nicht mehr ausfiel, vernichtete binnen achteinhalb Handelsstunden die gesamten Zuwächse seit Anfang August.

Corona-Angst lähmt die Börsen

Als erste Erklärungen wurden die zuletzt deutlich gestiegenen Corona-Infektionszahlen in Europa angeführt. Während in der Bundesrepublik zuletzt wieder deutlich über 2.000 Neuinfektionen und damit die höchsten Werte seit Ende April festgestellt wurden, fallen die COVID-19-Zahlen in Frankreich und Spanien besonders alarmierend aus.

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In beiden Ländern wurden zuletzt über 10.000 Neuinfektionen am Tag gemessen – und damit Rekordwerte. An den Kapitalmärkten kam die Botschaft zum Ende des Sommers an: Europa steht vor einem schwierigen, langen Herbst und Winter, in dem das Gespenst eines zweiten Lockdowns umgeht, der die zaghaft aufblühende Konjunktur schwer treffen würde. Die Sorge vor neuen Alltagseinschränkungen riss erwartungsgemäß Aktien des Tourismus- und Luftfahrtsektors in die Tiefe, aber auch Banken litten massiv unter der Furcht vor neuen Kreditausfällen.

Sorge an der Wall Street vor Wahl-Schockstarre

Die Vereinigten Staaten stehen unterdessen vor einem traurigen Meilenstein: Die Marke von 200.000 Corona-Opfern dürfte heute überschritten werden. Obwohl der Trend der Neuinfektions- und Todeszahlen zuletzt leicht nach unten zeigte, rechnen zahlreiche Gesundheitsexperten in den USA mit “einem apokalyptischen Herbst”.

“@NancyPelosi: Fast 200.000 Amerikaner sind gestorben. Fast sieben Millionen Amerikaner sind infiziert worden. Die plötzliche Aufhebung der CDC-Richtlinien über die Verbreitung von Coronaviren über die Luft ist das jüngste Zeichen für die zögerliche Reaktion der Trump-Regierung auf diese Krise, die Amerikanern weiterhin das Leben kostet.”

Ein ähnliches Szenario könnte sich unterdessen in der US-Politik abzeichnen – nämlich, wenn die US-Wahl, die bereits in weniger als eineinhalb Monaten stattfindet, einen so knappen Ausgang nimmt, dass eine wochenlange juristische Hängepartie im Anschluss die Folge ist.

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So rechnen die Marktforscher von Good Judgement lediglich mit einer 16-prozentigen Wahrscheinlichkeit damit, dass direkt nach der Wahl ein neuer Präsident feststeht. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 43 Prozent rechnet Good Judgement dagegen damit, dass zum Erntedankfest am 26. November noch kein Wahlgewinner feststeht – für Anleger ein Albtraum-Szenario, schließlich hassen Börsianer Unsicherheit.

“@CNNBusiness: Die Anleger versuchen herauszufinden, was dem Aktienmarkt bevorsteht – vieles wird davon abhängen, wer zum US-Präsidenten gewählt wird.

Die wachsende Besorgnis über einen Mangel an Klarheit der Wahlergebnisse für einige Zeit könnte zu weiterer Volatilität an der Wall Street führen.”

Big Tech-Aktien nach Ausverkauf nun attraktiv?

Allerdings befinden sich die US-Börsen seit Monatsbeginn auch bereits im beschleunigten Ausverkaufsmodus. Während Leitindex Dow Jones seit Anfang September um 8 Prozent nachgegeben hat, musste der Auswahlindex der Technologiebörse – der Nasdaq-100 – Einbußen von mehr als 12 Prozent verkraften, die jedoch noch moderat gegen den Kurseinbruch der Index-Schwergewichte ausfielen.

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So verlor etwa Apple in nur zweieinhalb Wochen 22 Prozent seines Wertes und büßte mehr als eine halbe Billion Dollar an Börsenwert ein. Amazon und Alphabet gaben im September jeweils um 19 Prozent, Microsoft um 15 Prozent nach.

@JimCramer: “Wir haben jetzt zwei Wochen eines gigantischen Ausverkaufs erlebt, und alles wird rausgeworfen, bis auf eine Handvoll Lockdown-Aktien. Ich hoffe nur, dass Sie etwas Bargeld zur Seite gelegt haben, um die Schwäche auszunutzen.”

Für CNBC-Marktkommentator James Cramer sind die Big Techs wegen ihrer schnellen zweistelligen Verluste deshalb nun Kaufchancen. “Der Tech-Abschwung ist eine Gelegenheit”, erklärte der frühere Hedgefondsmanager mit Blick auf Apple, Alphabet, Amazon und Microsoft. “Ich glaube, das ist das Ende des Ausverkaufs”, sagte Cramer nach Handelsschluss in seiner Börsensendung “Mad Money”. Anleger werden den Börsenguru an seinen Worten messen.

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