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Der Aufstieg von Autohersteller BYD: Das ist Chinas größter Tesla-Rivale


Der Seal U ist eines der neuesten EV-Angebote von BYD. - Copyright:  Anusak Laowilas/NurPhoto via Getty Images
Der Seal U ist eines der neuesten EV-Angebote von BYD. - Copyright: Anusak Laowilas/NurPhoto via Getty Images

BYD mag in Amerika kein bekannter Name sein, doch vor kurzem hat sich das Unternehmen in großem Stil einen Namen gemacht. Anfang des Jahres hat der chinesische Autohersteller für einen kurzen Moment Tesla als weltweit größten Verkäufer von Elektroautos abgelöst. Auch wenn ihr in Amerika (noch) kein BYD-Auto sehen werdet, hat das Unternehmen eine erschwingliche Marke aufgebaut, die in China und anderswo beliebt ist. Hier ist die Geschichte des Unternehmens, das bewiesen hat, dass es Elon Musk übertrumpfen kann.

Der Aufstieg von Chinas Tesla-Killer

View of the logo of car manufacturer BYD at the BLG Auto Terminal Bremerhaven.
Das Logo des Automobilherstellers BYD am BLG Auto Terminal Bremerhaven (Bild: picture alliance)

BYD steht offiziell für nichts.

Wang Chuanfu und ein Cousin gründeten BYD im Jahr 1995. Der damals 29-jährige Regierungsforscher Wang stammte aus einer Familie von Reisbauern. Er erhielt ein Universitätsstipendium und zog schließlich in die Sonderwirtschaftszone in Shenzhen, um sein neues Unternehmen zu gründen. Das „YD“ im Namen kommt von Yadi, dem Dorf in Shenzhen, in dem sich das Unternehmen ursprünglich befand, wie eine südkoreanische Zeitung berichtet. Das „B“ wurde später hinzugefügt, angeblich als Werbemaßnahme. Wang hat in Interviews gesagt, dass der Name „BYD“ insgesamt für nichts Bestimmtes steht. Erst später leitete Wang den Slogan „Build Your Dreams“ ab. Das Unternehmen hat sich auch einen anderen Spitznamen zugelegt: „Bring Your Dollars“.

Chinese Vice President Hu Jintao tests a mobile phone made by South Korea's Samsung as he observes Samsung Semiconductor in Kihung, some 50 Km south of Seoul, 28 April.
Der chinesische Vize-Präsident Hu Jintao (Bild: Kim Jae-Hwang/AFP via Getty Images)

Das Unternehmen war ursprünglich ein Hersteller von Mobiltelefonbatterien.

Das ursprüngliche Geschäft des Unternehmens waren keine Autos. Es waren Batterien für Mobiltelefone. BYD forderte die etablierten japanischen Anbieter Toyota und Sony heraus, indem es eine billigere Alternative anbot. Bis 2002 verwendeten Unternehmen wie Motorola, Nokia, Sony Ericsson und Samsung alle BYD-Batterien.

A driver gets out of a BYD Auto F3DM hybrid car at its headquarters in the southern Chinese city of Shenzhen on February 17, 2009. BYD Auto is pursuing a project to free cars from their century-old dependence on gasoline and next month will start delivering the F3DM -- DM stands for
Ein F3DM-Hybrid-Auto von BYD (Bild: Peter Parks/AFP via Getty Images)

Sie begannen 2003 mit der Herstellung von Autos.

BYD stieg in das Autogeschäft ein, nachdem es Xi’an Tsinchuan gekauft hatte, einen scheiternden staatlichen Automobilhersteller, der damals zum Rüstungsunternehmen Norinco gehörte, wie die South China Morning Post berichtet. Das Unternehmen brachte sein erstes Auto im Jahr 2005 auf den Markt. Der BYD F3 war eine kompakte Limousine, die dem Toyota Corolla ähnelte. Er wurde für nur 40.000 Yuan verkauft, was etwa 5.281 Euro entspricht.

Wang Chuanfu (L), the Chairman and President of BYD, Berkshire Hathaway CEO Warren E. Buffett (2nd-R), Vice-Chairman Charles Thomas Munger (2nd-R) and Bill Gates (R), founder of Microsoft Inc., attend a new product launching conference of BYD at China World Hotel on September 29, 2010 in Beijing, China. Warren E. Buffett and Bill Gates are in China to meet the wealthiest of the country to encourage philanthropy.
Wang Chuanfu, Vorstandsvorsitzender und Präsident von BYD, Vize-Vorstandsvorsitzender Charles Thomas Munger, Warren E. Buffett und Bill Gates (Bild: Visual China Group via Getty Images)

Warren Buffett war ein wichtiger Förderer der ersten Stunde.

Der Milliardär und Investor Warren Buffett war einer der prominenten Namen, die schon früh Interesse an BYD zeigten. Buffett, der in den boomenden chinesischen Automarkt investieren wollte, besichtigte den Hauptsitz von BYD.

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Während des Besuchs des Tycoons von Berkshire Hathaway soll Wang einen Schluck Batterieflüssigkeit getrunken haben, um zu beweisen, wie sauber seine Batterien sind, berichtet das „Wall Street Journal“. Buffett war von dieser Erfahrung so beeindruckt, dass er anbot, 25 Prozent des Unternehmens zu kaufen. Wang lehnte das Angebot ab, aber Buffett ließ sich nicht abschrecken. Berkshire Hathaway erwarb 2008 einen Anteil von zehn Prozent an BYD – für 232 Millionen Dollar (in etwa 217 Millionen Euro).

The Chinese BYD E6 electric car is displayed during the the second press preview day at the 2010 North American International Auto Show on January 12, 2010 at Cobo Center in Detroit.
Das Elektroauto E6 von BYD (Bild: Stan Honda/AFP via Getty Images)

Für ihr erstes Elektroauto erntete sie den Spott von Elon Musk.

Das Unternehmen stellte 2010 sein erstes vollelektrisches Fahrzeug, den e6, vor. Dank der Subventionen der chinesischen Regierung konnte es mit seinen japanischen Konkurrenten mithalten. Doch nicht jeder war beeindruckt. Der Vorstandsvorsitzende von Tesla, Elon Musk, lachte 2011 in einem Interview, als er gefragt wurde, ob er BYD für einen ernsthaften Konkurrenten von Tesla halte. „Haben Sie deren Auto gesehen?“, sagte er. „Ich glaube nicht, dass sie ein gutes Produkt herstellen. Ich denke nicht, dass es besonders attraktiv ist. Die Technologie ist nicht sehr stark.“

Wang Chuanfu, founder and chairman of Chinese automaker BYD Co., introduces the BYD Qin at the Beijing International Auto Exhibition in Beijing, China, Monday, April 23, 2012.
Wang Chuanfu, der Gründer von BYD (Bild: AP Photo/Alexander F. Yuan)

Die Hybridautos von BYD machten das Unternehmen zu einem Titanen unter den chinesischen Automobilherstellern.

BYD etablierte sich in den 2010er Jahren als einer der führenden Autohersteller für Hybridfahrzeuge in China. Sein beliebtestes Angebot war der 2012 eingeführte Qin, der zu einem der meistverkauften Autos in China wurde. Das war jedoch nicht das einzige Angebot, mit dem BYD an Bekanntheit gewann. Das Unternehmen brachte auch den Tang auf den Markt, einen Hybrid-SUV, und ging eine Partnerschaft mit der Daimler AG (jetzt Mercedes-Benz) ein, um die Denza-Reihe herzustellen.

A BYD ATTO 3 car is seen on a street in Bangkok, Thailand, February 12, 2024.
Der ATTO 3 von BYD (Bild: Athit Perawongmetha/Reuters)

BYD hat kurzzeitig die EV-Krone von Tesla übernommen.

Obwohl der Großteil der Verkäufe im vierten Quartal 2023 aus dem chinesischen Markt stammte, machte BYD weltweit Schlagzeilen, als es scheinbar das Unmögliche schaffte – es löste Tesla als weltweit größten Verkäufer von Elektroautos ab. Der chinesische Autohersteller ritt auf der Elektroauto-Welle mit seinem neuen Seagull, der für 73.000 Yuan (ca. 9.638 Euro) auf den Markt kam, sowie mit seinem Song, Qin Plus, Dolphin, Yuan Plus und Han EVs. Tesla holte sich die Krone im ersten Quartal 2024 zurück, obwohl beide Unternehmen starke Umsatzeinbußen hinnehmen mussten.

BYD Explorer No.1
BYD Explorer No.1 (Bild: Future Publishing)

Erwartet nicht, dass ihr in nächster Zeit ein BYD-Auto auf amerikanischen Straßen sehen werden.

Eine Zeit lang sah es so aus, als ob wir nur noch ein paar Jahre davon entfernt wären, chinesische Elektroautos in den Vereinigten Staaten zu bekommen. Das sagte eine BYD-Führungskraft im Jahr 2017, und das Unternehmen stellte sogar Leonardo DiCaprio als Markenbotschafter für englischsprachige Kunden ein. Seitdem hat BYD nach Übersee expandiert. Der chinesische Autohersteller plant eine Fabrik in Mexiko – was die US-Behörden alarmiert – und hat sogar seine eigene Schiffsflotte aufgebaut, um die Exportkosten zu senken. Aber das Unternehmen sagt, es habe seine Pläne aufgegeben, seine E-Fahrzeuge an Amerikaner zu verkaufen. Analysten verweisen auf geopolitische Spannungen und Handelsbarrieren zwischen den beiden Ländern sowie auf die sinkende Nachfrage nach E-Fahrzeugen in den Vereinigten Staaten.

Lest den Originalartikel auf Business Insider.