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Altersvorsorge: Was ist die Rürup-Rente – und für wen lohnt sie sich?

Die Rürup-Rente ist eine Möglichkeit der privaten Altersvorsorge, sie lohnt sich aber nicht für jeden. - Copyright: Getty Images
Die Rürup-Rente ist eine Möglichkeit der privaten Altersvorsorge, sie lohnt sich aber nicht für jeden. - Copyright: Getty Images

"Die Rente ist sicher" – den berühmten Ausspruch des früheren Bundesarbeitsministers Norbert Blüm würden heute wohl die wenigsten Politiker ohne Einschränkung wiederholen. Erst im Juli erklärte Bundeskanzler Olaf Scholz im "ARD-Sommerinterview", dass Deutschland Fachkräfte aus dem Ausland brauche, da "sonst die Renten nicht sicher sind". Kein Wunder also, dass sich aktuell viele Menschen Sorgen um ihre Altersvorsorge machen – und privat nachhelfen wollen. Eine Möglichkeit dazu bietet die Basisrente. Doch für wen kommt die Rürup-Rente, wie sie umgangssprachlich bezeichnet wird, überhaupt in Frage?

Was ist die Rürup-Rente?

Die Basisrente ist ein Produkt der privaten Altersvorsorge. Sie wurde von dem Ökonomen Bert Rürup entwickelt, der ihr auch ihren markanten Spitznamen verlieh. Anders als die klassische private Rentenversicherung wird sie staatlich gefördert: Rürup-Beiträge lassen sich von der Steuer absetzen. Die Rentenzahlungen im Ruhestand müsst ihr dann versteuern. Der Vertrag läuft aber nicht über die Deutsche Rentenversicherung, sondern wird bei einem Versicherer abgeschlossen. Dabei stehen euch nach Informationen von "Finanztip" verschiedene Anlageverfahren zur Auswahl. Neben der klassischen gibt es auch die fondsgebundene Basisrente für risikobereite Sparer. Einige Versicherer bieten auch einen ETF-Fondssparplan, der ebenfalls höhere Renditechancen verspricht.

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Anders als die gesetzliche Altersvorsorge ist die Rürup-Rente also kapitalgedeckt. Das heißt: Eure Rente wird nicht von anderen Beitragszahlern finanziert, sondern nur durch eure eigenen Beiträge. Diese Zahlungen sind außerdem flexibel. Sie können monatlich, jährlich, aber auch einmalig erfolgen. Eine einmalige Einzahlung bei einer privaten Rentenversicherung bezeichnet man als Sofortrente. Ihr könnt eine Basisrente jederzeit abschließen – auch kurz vor dem Ruhestand. Für den Auszahlungsbeginn wird in der Regel ein fester Termin zwischen dem 62. und dem 85. Lebensjahr festgelegt. Wie auch bei der gesetzlichen Rente zahlt der Versicherer die Beiträge nur monatlich aus.

Für wen eignet sich die Rürup-Rente?

Egal, ob selbstständig, angestellt oder verbeamtet – im Prinzip kann jeder eine Basisrente abschließen. Anders als zum Beispiel die Riester-Rente gilt die Rürup-Rente aber laut "Finanztip" als Basisversorgung. Damit steht sie auf einer Stufe mit der gesetzlichen Rente, und hat im Allgemeinen auch die gleichen Vor- und Nachteile. Die Rürup-Rente richtet sich vor allem an Freiberufler und Selbstständige, die eben nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind. Als steuerlich geförderte Altersvorsorge kann sie die gesetzliche Rente ersetzen oder die bestehende Vorsorge ergänzen.

Aufgrund der Steuerermäßigung ist die Basisrente besonders für gutverdienende Selbstständige sinnvoll, da sie die größten Steuervorteile erhalten. Derzeit könnt ihr Beitragszahlungen von bis zu 26.528 Euro von der Steuer absetzen. Damit sich die Steuerersparnis auch lohnt, solltet ihr außerdem sichergehen, dass euer Einkommen planbar und dauerhaft auf einem hohen Niveau bleibt. Wichtig: Ihr könnt eine Basisrente weder kündigen noch euch eingezahlte Beträge vor dem 62. Lebensjahr auszahlen lassen. Wer also noch größere Investitionen vor sich hat – Immobilien oder die Gründung eines eigenen Unternehmens beispielsweise – tut sich mit einer Rürup-Rente in der Regel keinen Gefallen. Für Angestellte ist ein Rürup-Vertrag ebenfalls eher ungeeignet, bei einem hohen Gehalt könnten jedoch auch sie von den Steuervorteilen profitieren.

Hinterbliebenenschutz: Wenn ein Beitragszahler vor dem Renteneintritt stirbt, ist das eingezahlte Geld weg. Nach Informationen von "Finanztip" bieten viele Versicherer aber einen zusätzlichen Hinterbliebenenschutz. In diesem Fall können Ehepartner, eingetragene Lebenspartner und kindergeldberechtigte Kinder eine lebenslange Rente erhalten.

So spart ihr mit der Basisrente Steuern

Wie groß die Steuerersparnis ausfällt, hängt dabei von der Höhe des zu versteuernden Einkommens und dem Steuersatz ab. Selbstständige, die weder in die gesetzliche Rentenversicherung noch in ein berufsständisches Versorgungswerk einzahlen, können bei entsprechender Einzahlung, den Höchstbetrag von 26.528 Euro erstattet bekommen. Wenn ihr aber eure bestehende Rentenversicherung mit der Rürup-Rente aufstocken wollt, rechnet das Finanzamt die Beiträge eurer Basis-Altersvorsorge auf den steuerlichen Höchstbetrag an. Zwar gelten diese Ermäßigungen in der Anzahlphase, im Ruhestand werden dann aber Steuern fällig. Wer 2023 in Rente geht, muss einen Anteil von 83 Prozent der Rürup-Rente versteuern – der Rest bleibt steuerfrei. Der finanzielle Vorteil entsteht, weil die ausgezahlte Rente meist geringer ist als das frühere Einkommen.

Übrigens könnte die Rürup-Rente in Zukunft auch für Selbstständige unattraktiver werden: Das Bundesarbeitsministerium unter Hubertus Heil plant bereits seit einigen Jahren eine Vorsorgepflicht für Freiberufler und Selbstständige, wie "Merkur" berichtete. Laut einem älteren Eckpunktepapier des Ministeriums sollen alle bisher nicht versicherungspflichtigen Selbstständigen unter 35 Jahren in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen oder einen Vertrag mit ähnlichen Leistungen abschließen. Wann die Regelung eingeführt werden soll, ist derzeit aber noch unklar.