Deutsche Märkte öffnen in 6 Stunden 6 Minuten
  • Nikkei 225

    23.139,43
    -192,51 (-0,83%)
     
  • Dow Jones 30

    26.659,11
    +139,16 (+0,52%)
     
  • BTC-EUR

    11.599,83
    +99,07 (+0,86%)
     
  • CMC Crypto 200

    265,58
    +22,90 (+9,44%)
     
  • Nasdaq Compositive

    11.185,59
    +180,72 (+1,64%)
     
  • S&P 500

    3.310,11
    +39,08 (+1,19%)
     

Allianz-Chef Oliver Bäte baut den Vorstand um

·Lesedauer: 3 Min.

Der Münchener Versicherungskonzern beruft zwei neue Vorstände. Für die Allianz kommen die Personalien in der Führung einer weiteren Zäsur gleich.

Im zehnköpfigen Vorstand der Allianz kommt es ab dem kommenden Jahr gleich zu zwei Veränderungen. Sowohl der für die Organisation und IT zuständige Christof Mascher als auch der für das globale Versicherungsgeschäft zuständige Niran Peiris treten in den Ruhestand und werden durch Barbara Karuth-Zelle und Christopher Townsend ersetzt. Das teilte der Konzern am Freitagmittag mit.

Die 51-jährige Barbara Karuth-Zelle war bisher für den wichtigen Bereich Allianz Technology verantwortlich. „Sie bringt einen reichen Erfahrungsschatz im Bereich Operations und IT mit“, lobt Allianz-Chef Oliver Bäte die neue Kollegin am Vorstandstisch.

Der 52-jährige Christopher Townsend war bis vor Kurzem für den Wettbewerber AIG in ähnlicher Funktion für das globale Geschäft zuständig. „Er ist eine ausgewiesene Führungspersönlichkeit mit 30 Jahren Erfahrung im Versicherungsgeschäft und tief greifenden Kenntnissen in vielen verschiedenen Märkten“, so Bäte.

Für die Allianz kommen die beiden Personalien in der Führung einer weiteren Zäsur gleich. Bereits seit seinem Antritt als Vorstandschef im Jahr 2015 hat Oliver Bäte das Gremium stark verändert. Der Allianz-Vorstand wurde so jünger, weiblicher und internationaler.

Mit Christof Mascher verliert das Gremium allerdings ein Urgestein. Der 60-jährige Tiroler gehört bereits mehr als ein Jahrzehnt zum obersten Führungszirkel der Allianz und gilt als Vertrauter von Oliver Bäte. Das dürfte mit ein Grund sein, warum er dem Versicherer auch nach seinem Ausscheiden für die Betreuung ausgewählter Mandate erhalten bleiben soll.

Dagegen gehörte der Australier Niran Peiris erst seit Anfang 2018 dem Allianz-Vorstand an. Heimisch geworden war der 59-Jährige, der zuvor 18 Jahre lang bei der Allianz in Sydney tätig war, in München allerdings nie. Auch im Aufsichtsrat war man mit seiner Leistung nicht immer zufrieden. Im Vergütungsbericht für das vergangene Jahr stand Peiris deshalb weit unten im Ranking der zehn Vorstände. Sein Bonus lag unter hundert Prozent.

Frischer Schwung erwartet

Mit Christopher Townsend verspricht sich die Allianz nun frischen Schwung in einem derzeit schwierigen Bereich. Dabei muss der ehemalige AIG-Manager unter anderen den angeschlagenen Industrieversicherer AGCS wieder fit bekommen.

Auch auf Barbara Karuth-Zelle kommen große Aufgaben zu. Sie muss den digitalen Umbau des Traditionshauses möglichst geräuschlos umsetzen. In den vergangenen Jahren gab es hier immer wieder Systemausfälle, die zur Verärgerung bei Kunden und Beratern führten. Sowohl Karuth-Zelle als auch Townsend erhalten als Neulinge im Gremium Verträge mit einer Laufzeit von drei Jahren.

Um fünf Jahre verlängert wurden am Freitag dagegen die Mandate von Finanzvorstand Giulio Terzariol und dem für die Business-Transformation zuständigen Ivan de la Sota. Besonders der langjährige Vertrag von de la Sota überrascht dabei manchen im Konzern.

Dem 56-jährigen Spanier, der seit zwei Jahren im Vorstandsgremium der Allianz sitzt, wurde im vergangenen Jahr eine Mitschuld am nicht immer reibungslosen Systemumbau gegeben. Der Aufsichtsrat gewährte deshalb für das abgelaufene Jahr nur einen Bonus unter hundert Prozent.

Um zwei Jahre verlängert wurde zudem der Vertrag von Sergio Balbinot. Der 62-jährige Italiener hat bereits die Altersgrenze im Allianz-Vorstand erreicht. Der ehemalige Generali-Manager genießt als Verantwortlicher für West- und Südeuropa sowie die Region Asien-Pazifik allerdings hohes Ansehen im Aufsichtsrat.